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Supernova: Tania Johnston vor dem Neubau, der einer Sternenexplosion nachempfunden ist.

Eso-Supernova

Sternenexplosion in Garching zum Greifen nah

Garching - In einem Jahr öffnet die Eso-Supernova auf dem Garchinger Forschungscampus ihre Türen. Das mehr als 30 Millionen Euro teure Astronomie-Erlebniszentrum samt Planetarium rechnet allein im ersten Jahr mit 150 000 Besuchern.

Ein kleines Stück der Milchstraße steht verloren im Weltraum rum. Pardon: im „Welt-Raum“ – so heißt diese zylinderförmige Halle bei der Europäischen Südsternwarte Eso. Hier, unter dem 30 Tonnen schweren Glasdach, sollen die Besucher des Astronomie-Erlebniszentrums Eso-Supernova auf Sofas entspannen. Im Moment aber wirbelt noch Staub umher, Baugerüste und Leitern prägen das Bild, überall ragen Kabel hervor, und mitten im Raum steht das Stückchen Milchstraße – als Poster.

Unendlichkeit des Universums

Das Bild ist gut ein mal ein Meter groß und dient als Versuchsobjekt. Wenn die Eso-Supernova am 10. November 2017 ihre Türen für Besucher öffnet, wird an der Wand des 15 Meter hohen „Welt-Raums“ eine 360-Grad-Tapete hängen – mit der Milchstraße als Motiv. „Das soll die Unendlichkeit unseres Universums repräsentieren“, sagt Fabian Reckmann, bei der Eso für den Bau der Supernova verantwortlich.

Die XXL-Tapete ist nur eines der vielen Details, die schon heute feststehen. So gibt es bereits sehr konkrete Pläne für die Ausstellung mit dem Titel „Das Lebendige Universum“, die Besucher entlang einer 255 Meter langen Rampe für die Welt der Astronomie begeistern will (s. Kasten). Der Weg schlängelt sich dabei durch das spektakuläre Gebäude, das zwei Sternen kurz vor der Supernova nachempfunden ist – daher der Name.

Digitales Planetarium mit 110 Sitzplätzen

Im kleineren Stern befindet sich der „Welt-Raum“. Dank des Glasdachs scheint Tageslicht in die Halle, doch nicht nur deshalb werden sich dort viele Blicke nach oben richten: An der Decke sind LED-Leisten eingelassen, mit denen man 22 Sternbilder der südlichen Hemisphäre zum Leuchten bringen kann. Das Aushängeschild der Eso-Supernova befindet sich im zweiten, größeren Stern: ein digitales Planetarium mit 110 Sitzplätzen und einer 360-Grad-Kuppel mit einem Durchmesser von 14 Metern. Hier sollen täglich bis zu acht Astronomieshows gezeigt werden. Und das Beste daran ist: Sowohl das Planetarium als auch die Ausstellung kosten keinen Eintritt.

Schenkung der Klaus-Tschira-Stiftung

Mit diesem Versprechen sowie den geplanten Führungen, Ausstellungen und Veranstaltungen will die Eso allein im ersten Jahr bis zu 150 000 Besucher nach Garching locken, sagt Tania Johnston, Leiterin der Eso-Supernova. Darunter sollen mindestens 20 000 Schüler jeden Alters sein – vom Kindergartenkind bis zum Abiturienten. Betreiber der Einrichtung ist die Eso; das Gebäude hingegen ist eine Schenkung der Klaus-Tschira-Stiftung. Sie hält sich bei den Kosten bedeckt; Schätzungen gehen jedoch von mehr als 30 Millionen Euro aus.

Zum Schluss kommt die Milchstraße dran

„Wir liegen im Kostenrahmen und sind zeitlich gut unterwegs“, betont Fabian Reckmann. Der Rohbau sei fertig, nun gehe es zum einen an die Verkleidung, die aus 1396 Einzelteilen besteht. Zum anderem läuft der Innenausbau an. Und ganz am Ende nehmen sich die Bauarbeiter dann noch die Milchstraße vor.

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