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Die Tengelmann-Filiale an der Ahornstraße macht im April dicht. Sehr zum Kummer vor allem älterer Kunden.

Tengelmann in Unterföhring sperrt zu

Nahversorgung in Gefahr

Unterföhring - Die Tengelmann-Filiale an der Ahornstraße in Unterföhring wird Mitte April geschlossen. Ein herber Verlust für viele Stammkunden.

Margit Kowaczeck trägt zwei schwere Einkaufsbeutel aus dem Laden an der Ahornstraße. Sie hat schon Gerüchte gehört, dass der Supermarkt zumacht: „Das ist schlimm. Ich bin krank“, sagt sie und greift sich an die Brust, weite Wege seien anstrengend. Das Viertel im Unterföhringer Norden brauche einen Einkaufsladen. „Hier wohnen so viele Leute.“ Seit 20 Jahren ist die 81-Jährige Stammkundin, wenn der Laden schließt, sagt sie, müsse sie mit dem Auto zum Einkaufen fahren. Und wie lange das noch geht? 

Hilda Groß (83) rollt ihren Rollator durch die automatische Schiebetür nach draußen. Sie kauft beim Tengelmann „von Anfang an“ ein, erzählt sie, „seit 45 Jahren“. „Wenn er zumacht, gibt es hier in der Gegend nichts mehr“, die kleine Dame stützt sich auf ihren Rollator: „Ich muss dann in den Bus steigen, und irgendwo hinfahren. Ich hasse die großen Läden, da muss man so einen viel zu großen Einkaufswagen durch die Gegend schieben.“

Die Mitarbeiterin an der Kasse hat durchgehend zu tun. Lange Schlangen stehen bei ihr zwar nicht an, aber die Kundschaft tröpfelt ununterbrochen in den Laden, auch an diesem Vormittag, wo verschneite Straßen das Herkommen beschwerlich machen. Eine junge Frau steuert mit einem Kinderwagen auf den Laden zu. „Ich wohne in der Nähe und komme jeden zweiten Tag hierher, um Brot, Obst und andere kleine Sachen zu kaufen“, sagt Denise Zeuner (36): „Es ist praktisch. Schade, wenn der Laden zuschließt.“

 Tengelmann-Sprecherin Justine Zagalak bestätigt, dass das Unternehmen die Filiale aufgibt: Am Samstag, 16. April, wird zugesperrt, dann bleiben zwei Wochen für die Aufräumarbeiten. „Die Kaisers-Tengelmann-Gruppe geht an Edeka über“, sagt sie: „In diesem Prozess werden Mietverträge die auslaufen, nicht mehr verlängert.“ Mit der Rentabilität habe das nichts zu tun. Die 20 Mitarbeiter haben ein neues Angebot im Unternehmen bekommen. Die Tengelmann-Filiale am Firkenweg werde nicht geschlossen, betont sie. 

Besorgt nahm der Gemeinderat die Nachricht auf. „Es wäre sehr sehr schlimm, wenn es hier keine Nahversorgung mehr gäbe, vor allem für die vielen älteren Leute, die zu Fuß kommen“, sagt Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU). Dass ihm viel an einem Nahversorger im Wohngebiet liegt, hat er daher im Januar dem Besitzer der Immobilie mitgeteilt. Vermieter der 800 Quadratmeter großen Gewerbefläche aus dem Jahr 1971 ist der Verein für Volkswohnungen. „Wir wollen den Laden wieder an einen Nahversorger vermieten“, sagt Geschäftsführer Rainer Graßl. „Mit vier Bewerbern laufen Vorgespräche. Wir haben ein ureigenes Interesse, dass es hier weiter einen Nahversorger gibt.“ Schließlich vermietet der Verein auch 81 Wohnungen an der Blumenstraße. Die Kundschaft im Wohngebiet würden es freuen.

mm

Charlotte Borst

E-Mail:Charlotte.Borst@merkur.de

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