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Auf den 50 000 Quadratmetern an der Mitterfeldallee entsteht der Schulcampus. Ende November ziehen die Flüchtlinge aus der Traglufthalle in eine feste Unterkunft um.

Inklusives Gymnasium Unterföhring und Grundschule sollen 2020 fertig sein

Schulcampus mit gewissen Extras

Unterföhring - Klassenzimmer im Freien, gläserne Thinktanks als Rückzugsorte und Zimmer, in denen auch hörgeschädigte Schüler lernen können. Das neue Gymnasium Unterföhring wird eine innovative und inklusive Schule, die Schülern und Lehrkräften einiges bietet. In vier Jahren soll der neue Schulcampus fertig sein.

Einstimmig hat der Gemeinderat die nächsten Schritte zum Bau des Schulcampus beschlossen. Der Auslobungstext ist formuliert. Jetzt sind die Ideen der Planer gefragt, sie sollen für eine rhythmisierte Ganztagsschule ein kreatives Umfeld entwerfen. Die Arbeits- und Kommunikationsräumen sollen Lust am Lernen wecken und nicht nur Denkfabrik, sondern auch Lebensraum für die Schüler sein, die sich hier von 8 bis 16 Uhr aufhalten. 

Inklusives Gymnasium - auch für hörgeschädigte Schüler

Das Konzept für das sprachlich-naturwissenschaftlich-technologische Gymnasium hat Heinz Durner, der Bildungsbeauftragte des Landkreises, entwickelt. Sein Anspruch war, eine Schule zu bauen, die im Jahr 2060 noch modern ist. Auf dem 50 000 Quadratmeter großen Gelände an der Mitterfeldallee, auf dem noch bis Ende November die Traglufthalle für die Flüchtlinge steht, ist ein vierzügiges Gymnasium für 1000 Schüler geplant. 

Raumbedarf von 6000 Quadratmetern

Der Lenkungskreis hat einen Raumbedarf von 6000 Quadratmetern ermittelt. Zudem wird hier Unterföhrings zweite Grundschule mit 2960 Quadratmetern gebaut, auch sie wird vierzügig und ist für 400 Schüler ausgelegt. Beide Gebäude werden somit mehr Platz bieten, als das Kultusministerium in seinen Richtlinien vorschreibt. Vorgesehen ist auch ein Hort für acht Gruppen mit 1462 Quadratmetern und eine Tiefgarage mit 150 Stellplätzen. „Mittlerweile könnten wir Platzprobleme bekommen“, sagte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU), als er den Raumbedarf vorstellte: In den Jahrgangsstufen fünf bis zehn sind je vier Klassenzimmer (66 Quadratmeter), ein Ausweichraum und ein inklusionsfähiger Klassenraum (85 Quadratmeter) vorgesehen, zudem ein gläserner Thinktank für Gruppenarbeit. Die Oberstufe erhält Klassen- und Aufenthaltsräume.

Öffentliche Aula für 800 Personen

Fest steht auch, dass das Gymnasium einen medienorientierten und einen musisch-musikalischen Schwerpunkt setzt. Die künftigen Schüler können sich auf zwei Computersäle mit 66 Arbeitsplätzen freuen. Weitere Räume sind für die Schülerzeitung und das Schulradio, für Verwaltung, Sozialpädagogen und Schulpsychologen geplant. „Das wichtigste Element ist die Aula, sie wird Herz und Seele des Campus und öffentlich zugänglich sein“, sagte Kemmelmeyer. Vor einer multifunktionalen Bühne finden 800 Personen Platz. Die Aula der Grundschule fasst 500 Personen. 

Das Schulschwimmbad wird in den Sportpark verlegt

Auf Anregung der Zweiten Bürgermeisterin Betina Mäusel (CSU) werden nach dem Vorbild des Grünwalder Gymnasiums die Aulen mit einer Mini-Catering-Zone ausgestattet. Über Kosten wurde nicht gesprochen, aber auch hier dürfte das viel gelobte Grünwalder Schulhaus Pate stehen: Es hat rund 60 Millionen Euro gekostet. Völlig überraschend beschloss der Gemeinderat auf Antrag der Grünen einstimmig und ohne Diskussion, dass das Schulschwimmbecken, das ursprünglich auf dem Schulcampus vorgesehen war, in den Sportpark verlegt wird. Ob es einmal der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen wird, und dann als Hallenbad doch noch auf die Unterföhringer Projektliste kommt, wird der Gemeinderat wohl noch diskutieren. Auch eine Schulsportanlage für Leichtathletik wird im Sportpark realisiert. Dieser wird fast zeitgleich auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Mitterfeldallee gebaut.

Ein G8 oder ein G9 ?

Noch unklar ist, ob das Gymnasium ein G8 oder ein G9 werden wird. Aber damit habe man dank der großzügen Kalkulation kein Problem, meinte Betina Mäusel: „Der Ausweichraum ist so groß, dass wir ohne weiteres von G8 auf G9 wechseln können.“ Kemmelmeyer bestätigte: „Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet.“ Auf Anregung Marianne Raders (PWU) wird eine Kurzparkzone angelegt.

Sichtbeton ist unerwünscht 

Die Vorläuferklassen starten im September 2018 und werden im Gymasium Ismaning unterrichtet. Im September 2020 soll dann die inklusive Schule fertig sein. Jetzt hoffen die Gemeinderäte, dass sie ansprechende Entwürfe von ausgewählten Architekten bekommen. Als klare Vorgabe gibt der Gemeinderat den Planern mit: Sichtbetonwände sind nicht erwünscht. „Davon haben wir schon einige in Unterföhring und sind nicht unbedingt zufrieden“, sagte Kemmelmeyer. „Was kann ich noch erwarten, wenn ich Sichtbeton ausschließe?“, fragte Günther Ernstberger (PWU), man solle die Planer nicht zu sehr einschränken: „Der Raumbedarf ist so groß geworden, meine Sorge ist, dass wir die Freiheiten, die wir den Architekten geben wollten, hier töten.“ Projektsteuerer Michael Wagner war sich aber sicher: „Wir kriegen das sehr gut hin.“ 

Bis Mitte November müssen die Planer ihre Ideen vorgelegt haben und bis Ende des Jahres soll dann entschieden sein, welches Büro den Schulcampus plant.

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