Nach Unterföhringer Vorbild

Verein will Jugendhof im Wasserschlössel Ismaning

Ismaning – Die Ismaninger blicken durchaus beeindruckt in ihre Nachbargemeinde Unterföhring, wo sich die „Kinder- und Jugendfarm“ am Sportgelände an der Jahnstraße prächtig entwickelt hat. Deshalb hat sich der Verein „Kinder- und Jugendhof Ismaning“ gegründet, um ein ähnliches Projekt auf die Beine zu stellen.

Der Gemeinderat hat allerdings abgelehnt, dem Verein das gemeindliche Wasserschlössel zu überlassen. Nur Silke Levermann (Grüne) hatte dafür gestimmt. In Unterföhring haben sich für die Jugendfarm der Verein „Mehr Spielraum für Kinder“, die Gemeinde und als Träger der Kreisjugendring zusammen getan (wir berichteten). Bei einem Besichtigungsbesuch in Unterföhring waren die Ismaninger sehr angetan von der Einrichtung, die von Kleintierhaltung bis zu einer Art Abenteuerspielplatz reicht, und den guten Besucherzahlen.

An der ehemaligen Wasserquelle

Nun legte der Ismaninger Verein „Kinder- und Jugendhof“ der Gemeinde ein mögliches Konzept vor zusammen mit dem Vorschlag, das Gelände am Wasserschlössel zu nutzen. An der ehemaligen Ismaninger Wasserquelle in den Isarauen südlich von Ismaning sieht der Verein perfekte Voraussetzungen für einen naturnahen Abenteuerspielplatz mit Tieren. Die bestehenden Räumlichkeiten könnten als Vereinsraum mit Werkstatt genutzt werden.

Kein Baurecht für Stallungen

Die Gemeindeverwaltung allerdings schlug dem Gemeinderat nach ihrer Prüfung die letztlich auch beschlossene Ablehnung des Wasserschlössels vor. In Unterföhring sei die gute Erreichbarkeit des Geländes auch zu Fuß der große Schlüssel zum Erfolg, was in Ismaning abseits in den Isarauen nicht der Fall wäre. Im Naturschutzgebiet „Isartal“ wäre auch die Errichtung von Stallungen baurechtlich nicht möglich. Das Konzept des Vereins sieht auch vor, durch Veranstaltungen und Vermietungen Geld einzunehmen. Hier war sich der Gemeinderat einig, dass weiterhin kein Verkehr vom Agrob-Kreisverkehr in Richtung Isarau zugelassen werden soll. 

Problem der Verkehrserschließung

„Wir versuchen vehement, den Verkehr dort weg zu bekommen“, sagte Bürgermeister Alexander Greulich (SPD). Er sieht eine solche Jugendfarm durchaus positiv, „aber an geeigneter Stelle haben wird nichts zu bieten“. Nur mit einem zentral gelegenen Grundstück mache das Sinn. Deshalb schlug er vor, das Projekt vorerst nicht weiter zu verfolgen. „Die Idee ist richtig, nur der Ort ist falsch“, sagte Peter Aurnhammer (CSU). Silke Levermann (Grüne), die als einzige gegen die Wasserschlössel-Ablehnung stimmte, forderte eine weitere Unterstützung der Idee durch die Gemeinde. Parallel solle der Verein sein Konzept noch einmal überarbeiten. Günter Glasner (FWG) befürchtet eine einseitige Finanzierung des Projektes durch die Gemeinde: „Das Konzept ist wunderschöne Prosa, nur eben ohne Zahlen“, sagte er.

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