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Ein grünes Band als Verbindung der beiden Ortsteile wird die Wiese (links hinten) bilden. Das Bild zeigt den Blick von der Kirche in Kirchheim aus in Richtung Heimstetten.

Entscheidung über die Ortsmitte

Kirchheim - Wohnraum, Bürgerpark sowie Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, das sind die zentralen Elemente der Ortsentwicklung in Kirchheim. Und heute Abend will der Gemeinderat die entscheidenden Weichen für das „Kirchheim 2030“ genannte Projekt stellen.

 „Es ist der dritte Anlauf und auch die letzte Chance. Einen vierten Versuch wird es nicht mehr geben“, ist sich Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) sicher. Die heutige Gemeinderatssitzung hält er für eine der wichtigsten Sitzungen für die nächsten Jahre. 

Daher richtet er seine ganzen Anstrengungen auf einen breiten Konsens im Gemeinderat, aber auch in der Bevölkerung. Korrekturen und Details können noch einfließen, dennoch obliegt es den Gemeinderäten, das Gesicht von Kirchheim und Heimstetten entscheidend zu prägen und den Startschuss für das Vorhaben zu geben. 

Die Bemühungen um eine neue Ortsmitte gehen in die 1980er-Jahre, und damit auf Bürgermeister Hermann Schuster zurück, es folgten die „Goerges-Planung“ sowie die Bürgerbeteiligung im Jahr 2009, die in einem Architekten-Wettbewerb mündete. Die Ortsentwicklung stand dann wieder bei der der Klausurtagung des amtierenden Gemeinderates im Jahr 2014 auf der Tagesordnung, es folgte ein Workshop im Juli 2016. Alles in allem war das Resultat der Planungsentwurf, über den heute entschieden wird. 

Nach der Entscheidung im Gemeinderat sollen noch in diesem Herbst ein breiter Bürgerdialog und auch ein durch ein Ratsbegehren ausgelöster Bürgerentscheid im Frühsommer 2017 in Gang gebracht werden. Den Aufstellungsbeschluss vorzuschalten, ist Böltl wichtig. „Ich möchte die Ortsentwicklung nur mit der Zustimmung der Bürger. Die beste Form der Beteiligung ist die Abstimmung und ich will volle Transparenz.“ 

Beide Ortsteile werden im Plan über das „grüne Band“ von der Staatsstraße bis zur Räterstraße verknüpft. Jeweils 153 000 Quadratmeter der insgesamt 486 600 Quadratmeter großen Fläche sind für Wohnbebauung und Grünflächen, davon
100 000 Quadratmeter allein für die grüne Hauptschlagader „Ortspark“ vorgesehen. Annähernd 3000 Bürger sollen in den stufenweise zu entwickelnden Baugebieten Wohnraum finden, hierfür sind 58 Prozent an Flächen für Reihenhäuser und 42 Prozent für Mehrfamilienhäuser vorgesehen. 

Mit der Erschließung der Neubaugebiete von außen soll der Durchgangsverkehr minimiert werden. Für Fußgänger und Radfahrer entstehen fünf Wegeverbindungen über die Staatsstraße: über das umgebaute „Ei“, die Ludwigstraße, zwei Brückenbauwerke und über das Lindenviertel. Der Architektenwettbewerb für den im Süden angesiedelten Neubau des Gymnasiums läuft bereits, ebenso der für den Rathaus- und Bürgersaal-Bau ganz im Norden. Die restlichen Flächen, etwa das Haus für Kinder, aber auch die Erweiterung der Grund- und Mittelschule, werden bis zum Jahr 2030 Schritt für Schritt entwickelt.

 „Nun sind wir am Punkt der Planung und erst dann folgt das Finanzierungskonzept“, sagte der Bürgermeister. Die Gemeinde müsse ihre volle Planungshoheit nutzen und sagen, wo es hingehe. „Die Beschlüsse hierfür müssen jedoch stark getragen sein. Wenn nur eine knappe Mehrheit mit einer Stimme im Gemeinderat herauskommt, dann sehe ich diese Planungen als nicht weiter verfolgbar und gestorben an“, sagte Böltl. Intensive Gespräche mit den Parteien bestärken jedoch seine Hoffnung, dass sich alte Gräben schließen könnten.

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