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Wohnen und Kinderbetreuung in einem soll das neue Kinderhaus südlich des Jugendzentrums in Kirchheim bieten. Es soll ganz aus Holz gebaut sein. Die Wohnungen sind im Obergeschoss geplant.

Geplantes Kinderhaus: Kosten steigen deutlich

Kirchheim - Südlich des Jugendzentrums soll in Kirchheim ein neues Kinderhaus entstehen. Schon vor Baubeginn laufen jetzt bereits die Kosten aus dem Ruder. Einspar-Möglichkeiten gibt es kaum.

Im November 2013 stellten die Kirchheimer Gemeinderäte den Bedarf eines neuen Kinderhauses mit 100 Betreuungsplätzen fest. Im Juni 2014 wurde als Standort für das Haus mit Kinderkrippe, Kinderhort und Kindergarten die Wiese südlich des Jugendzentrums bestimmt, zwischen Hauptstraße und Ludwigstraße. Die Kostenschätzung damals belief sich auf 4,4 Millionen Euro, nun stellten die Architekten eine detaillierte Planung vor. Die Kosten liegen demnach bei 7,23 Millionen Euro. 

Jan Spreen von „Spreen Architekten“ aus München präsentierte die Feinplanung. Das Gebäude soll in Holz-Ständerbauweise für Innen- und Außenwände erstellt werden. Dächer und Decken sollen aus Massivholz sein. Das Holz wird mit einer Lasur vorvergraut, „das macht es sehr lange haltbar“, sagte Spreen. Das Gebäudekonzept beinhaltet zwei Kinderkrippen- und zwei Kindergartengruppen sowie eine Hortgruppe, alle mit Nebenräumen. Ergänzt das Raumangebot laut Planung durch allgemein genutzte Flächen, wie den zentralen Mehrzweckraum, sowie Räume für die Leitung und das Betreuungspersonal. Eine Frischküche ist ebenfalls vorgesehen, in einer gemeinsam genutzten Teilunterkellerung sind Technik-Lagerräume für das Kinderhaus geplant. Zusätzlich sollen im Obergeschoss fünf Wohnungen entstehen. Erschließen werden sie eine Treppe nahe des zentralen Eingangs sowie ein behindertengerechter Aufzug. Insgesamt ergibt sich eine Bruttogrundfläche von 2149 Quadratmetern. Nach Spreens Berechnungen belaufen sich die Gesamtkosten für das Gebäude und die Außenanlagen auf 7,275 Millionen Euro. 

Die enorme Kostensteigerung zur ersten Berechnung begründete der Architekt so: „Bei der Schätzung durch das ,Büro Schober’ wurden die Baunebenkosten, die Ausstattung der Räume sowie das Herrichten und Erschließen in Höhe von rund 1,8 Millionen vergessen. Zudem sind es jetzt 228 Quadratmeter mehr an Bruttogrundfläche und die Kosten für die Wohnungen wurden deutlich zu niedrig angesetzt. Außerdem basiert unsere Kalkulation auf den Preisen von 2016 und nicht mehr auf dem Niveau von 2014.“ 

Auf Grund dieser deutlichen Mehrkosten hatten die beteiligten Fachplaner vom Bauausschuss die Aufgabe erhalten, Einsparpotenziale aufzuzeigen: Die Deckenhöhe wird von drei auf 2,90 Meter gesenkt, die Wände und der Boden werden kostengünstiger gestaltet, das Haus erhält keine eigenständige Belüftung. Keine Mehrheit fand der Vorschlag, die geplanten großzügigen Einbauschränke zu verkleinern. Diese Maßnahmen ergeben eine Einsparung von rund 135 000 Euro. 

Gleichzeitig beschlossen die Gemeinderäte aber auch, eine Photovoltaik-Anlage auf Teile des Dachs montieren und den Keller um 30 Quadratmeter größer zu bauen zu lassen. „Dies ergibt dann neue Kosten von rund 120 000 Euro, so dass sich die Einsparungen sehr in Grenzen halten“, sagte Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU). 

Für die Kosten erhält die Gemeinde laut Böltl eine Förderung von 90 Prozent. 30 Prozent davon als echten Zuschuss, 60 Prozent als zinsloses Darlehen. Baubeginn könnte, wenn alle Planungen und Genehmigungen gut laufen, im Oktober 2017 sein, die Fertigstellung im Sommer 2018.

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