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Unsicherheit herrscht im Tengelmann im Räter Einkaufszentrum (REZ) Heimstetten. Bei Mitarbeitern und Kunden.

Zerschlagung

Tengelmann-Kunden sauer – Redeverbot für Mitarbeiter

Kirchheim - Der Werbeslogan „Super Wochenend Knüller“ auf den Tengelmann-Prospekten ist für die Mitarbeiter zur bitteren Wahrheit geworden. Die Mitteilung über die bevorstehende Zerschlagung der Supermarktkette ist für die Mitarbeiter und für die Kunden „der Knüller“ am Freitag. Im denkbar negativsten Sinne.

„Wenn der Tengelmann hier schließt, wo sollen wir dann einkaufen?“ fragt Inga Brühl, die beim Tengelmann im Räter Einkaufszentrum Heimstetten (REZ) seit Jahren ihren täglichen Bedarf deckt. „Irgendeiner muss das hier übernehmen, sonst haben wir ein Loch in der Nahversorgung. Wie geht das weiter?“.

Mitarbeiter zum Schweigen vergattert

Diese Frage kann Inga Brühl vor Ort niemand beantworten. Marktleiter Detlef Christ darf nämlich keine Auskunft geben. Auch ein Anruf bei der Münchner Bezirksleiterin hilft nicht weiter. Ob es auch in Kirchheim auf den knapp 1000 Quadratmetern Verluste und Umsatzeinbußen gibt wie in der gesamten Kette, darauf bleibt Christ ebenso eine Antwort schuldig. Die Meldung von der bevorstehenden Zerschlagung erfuhr der Marktleiter am Donnerstagabend aus einem TV-Nachrichtenkanal. Dann erst kam die ähnlich lautende E-Mail vom Arbeitgeber.

Zukunftssorgen?

„Ich darf und kann keine Auskunft geben“, sagt Detlef Christ. Glücklich sieht er dabei nicht aus, aber Verzweiflung treibt ihn nicht um, da der Nachwuchs an Einzelhändlern dünn ist und ihn damit – bei welchem Arbeitgeber auch immer – keine Zukunftssorgen quälen. Zehn feste Mitarbeiter und sieben Aushilfen sind in der Filiale in Heimstetten beschäftigt, sie sitzen an der Kasse oder räumen Regale ein wie jeden anderen Tag auch. Sie wissen weder, was mit ihrem Arbeitsplatz geschieht, ob dieser gefährdet ist, und was nun überhaupt passiert.

Kunden nehmen kein Blatt vor den Mund

Kein Blatt vor den Mund nehmen hingegen die Kunden vor der Eingangstüre. Seit 15 Jahren kommt Mathilde Hauser in die Räterstraße zum Metzger Vinzenz Murr, holt ihre Brötchen bei Müller & Höflinger, ebenso Obst, oder was sie sonst braucht, bei Tengelmann. „Also das ist schon der Hammer“, sagt Hauser. „wenn das hier auch noch kaputt ginge.“ Nur wenige Meter von der Tengelmann-Filiale liegt das Seniorenzentrum, viele ältere Menschen kommen zu Fuß zum Einkauf hierher. „Auch die Schüler vom nur unweit entfernten Gymnasium sind hier regelmäßig in der Mittagspause“, erzählt Fritz Schnell, ehemals Friseur in Heimstetten. „Wo sollen die denn dann hin? Der nächste Discounter ist doch am Ortsrand zu Fuß nicht mehr erreichbar.“

Inga Brühl deckt seit Jahren ihren täglichen Bedarf im Tengelmann im Räter Einkaufszentrum (REZ) Heimstetten. Wenn keiner übernehme, klaffe ein Loch in der Nahversorgung. Zumal nebenan das Seniorenzentrum ist, mit Kunden, die weniger mobil sind.

Barbara und Werner Ullmann sind richtig sauer, „dass sich die da oben nicht einigen konnten. Das kann doch gar nicht sein, dass das nun so enden soll“, schimpft Barbara Ullmann. Mindestens ein Mal die Woche kaufen die beiden hier ein. „Wir können zum Glück zu Fuß hierher, und das soll auch so bleiben.“

Für Andreas Humplmayr, Betreiber des Räter-Einkaufszentrums, sind die Meldungen von der Zerschlagung erst einmal kein Grund zur Besorgnis. „Wir haben bisher auch noch keine offizielle Stellungnahme.“ Hauptmieter des Tengelmann Ladens, der bereits seit 19 Jahren in der Räterstraße 24 eine zentrale Rolle spielt, ist die BVG Brandl Verwaltungs GmbH (Vinzenzmurr), die 1997 den Laden von Kathreiner nach desssen Insolvenz übernommen hatte, wie viele andere Krone-Filialen in München und Umgebung. Krone war 1986 der zweite große, wichtige Magnetbetrieb im REZ; Coop der von Edeka übernommen wurde, der erste. „Ich gehe fest davon aus, dass die BVG einen neuen Supermarkt einmietet“, sagt Humplmayr.

Barbara und Werner Ullmann (oben) sind richtig sauer, „dass sich die da oben nicht einigen konnten. Das kann doch gar nicht sein, dass das nun so enden soll“.

Tobias Schock, Wirtschaftsförderer der Gemeinde Kirchheim, hofft ebenfalls auf einen gleichwertigen Nachfolger im REZ, sollte es zur Zerschlagung von Kaiser’s Tengelmann kommen. „Die Wichtigkeit eines Nahversorgers an dieser Stelle ist ungemein hoch. Den von unserer Gemeinde unterstützten Antrag zur Erhöhung der Verkaufsflächen, der aktuell beim Landratsamt München liegt, treiben wir ungehindert vehement voran.“

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