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Die Gärtner der guten Zahlen: Das „zarte Pflänzchen der Wirtschaftsföderung“ wollen (v.l.) Wirtschaftsreferent Tobias Schock, Mitarbeiterin Patricia Klammt und Bürgermeister Maximilian Böltl zum Blühen bringen.

Wirtschaftsförderung: Eine Gemeinde will aufholen

Kirchheim - Mit der Wirtschaft geht es aufwärts in Kirchheim. Aber es gibt noch viel zu tun. Mithelfen soll dabei der neue Wirtschaftsreferent der Gemeinde, Tobias Schock. Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) stellte den Neuen vor. Und sagte: „Wir haben noch nicht die Zahlen der Nachbarn oder des Landkreises erreicht. Aber in zwei Jahren Wirtschaftsförderung können wir nicht die Versäumnisse von 15 Jahren aufholen.“

Ein klarer Seitenhieb auf seinen Vorgänger im Amt, Heinz Hilger (VFW). Böltl hatte Hilger im Jahr 2014 im Amt abgelöst, nachdem Hilger aus Altersgründen nicht mehr angetreten war. Kritik an der CSU kam von der SPD. Laut Böltl lagen die Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde im Jahr 2015 bei 14,7 Millionen Euro, ein Plus von 5,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2014. Auch die Zahl der Beschäftigten ist gestiegen, um ein Prozent auf 7343. 

„Unsere Wirtschaftsförderung greift also. Noch nicht als ‚BigBang, eher als zartes Pflänzchen, das wir jetzt wachsen lassen wollen“, sagte Böltl. Positiv wertet er auch, dass der Anteil der Beschäftigten im Dienstleistungssektor in den vergangenen beiden Jahren von 29,6 auf 34,4 Prozent gestiegen sei und der Anteil der Akademiker im gleichen Zeitraum von 12,1 auf 14,4 Prozent. „Das sind höherwertige Tätigkeiten in Branchen, die wir bei uns haben wollen.“ 

Die SPD sieht die Zahlen nicht ganz so euphorisch: „Hätte unser Gewerbesteueraufkommen in den vergangenen zehn Jahren eine Entwicklung wie in den Nachbargemeinden oder wie der Landkreis München genommen, dann wären 2015 in Kirchheim nicht 15 Millionen Euro Gewerbesteuer zu verbuchen gewesen, sondern 18 bis 23 Millionen Euro“, sagten Wolfgang Gerstenberger und Thomas Etterer. Die CSU wolle sich „mit fremden Federn schmücken“, der Anstieg der Gewerbesteuer reflektiere nur die günstige Wirtschaftsentwicklung im Münchner Raum. „Ein Effekt der Kirchheimer Wirtschaftsförderung auf das Gewerbesteueraufkommen ist bisher nicht erkennbar“, sagte Etterer.

 Böltl stimmt zu, dass die Nachbargemeinden und der Landkreis bessere Zahlen vorweisen können. „Das liegt zum einen daran, dass wir uns 15 Jahre auf guten Zahlen ausgeruht, keine Wirtschaftsförderung betrieben haben, das machen wir ja erst seit zwei Jahren intensiv mit Silke Wührl und jetzt Patricia Klammt und Tobias Schock.“ Zum anderen habe man bei der Struktur der Betriebe aufzuholen. „Wir haben jede Woche fünf Anfragen und könnten alle unsere Flächen sofort vermieten mit produzierenden Betrieben oder Logistikern – doch wir wollen das künftig mit Konzept machen und nicht unsere knappen Flächen jetzt schon alle verbraten“, sagt Böltl. Er rechnet spätestens in 15 Jahren mit dem S-Bahn-Ringschluss zum Flughafen sowie mit dem direkten Anschluss von Kirchheim an die Messe München. „Dann liegen wir mittendrin, das hebt uns in eine ganz andere Liga und dafür müssen wir Flächen freihalten.“ 

Drei große Bereiche hat Böltl sich mit seinem neuen Wirtschaftsförderer Schock vorgenommen: Ansiedlung von jungen StartUp-Unternehmen auf 1000 Quadratmetern in den Ammerthal-Höfen im Gewerbegebiet Heimstetten, die Etablierung eines großen Medizin- und Gesundheitsareals rund um das neue Krankenhaus an der Sonnenallee, das im Jahr 2017 eröffnet werden soll. „Der dritte Bereich den wir ausbauen wollen ist Mode. Mit Bogner und der Internet-Boutique ‚mytheresa‘ haben wir schon zwei Unternehmen da“, sagt Tobias Schock. Die Gemeinde hat aktuell 10 000 Quadratmeter freie Gewerbeflächen, 17 000 Quadratmeter Fläche in leerstehenden Bürogebäuden und 10 000 Quadratmeter in leeren Hallen. Sie sollen vermietet werden, ehe neue Flächen geschaffen werden. Ganz grundsätzlich wünscht sich Böltl eine Ost-Allianz, gemeinsam mit Aschheim, Feldkirchen, Poing, Pliening und Haar. Vorbild sieht er in der Nord-Allianz. Erste Gespräche liefen bereits, sagte er.

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