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Wird hier der Schlachthof in Aschheim gebaut? Per Bürgerentscheid wird darüber am 9. Oktober entschieden. 

Am 9. Oktober ist es soweit

Schlachthof Aschheim: Das müssen Sie zum Bürgerentscheid wissen

München/Aschheim - In Aschheim soll ein neuer Schlachthof entstehen. Am 9. Oktober wird in einem Bürgerentscheid über das Vorhaben abgestimmt. Alles, was Sie wissen müssen, lesen Sie bei uns in unserem Überblick.

Update vom 9. Oktober 2016: Der geplante Schlachthof in Aschheim erregt die Gemüter der Bürger. Am Sonntag können sie an den Wahlurnen entscheiden, wie es weitergeht. Bei uns können Sie den Bürgerentscheid über den Schlachthof in Aschheim im Live-Ticker mitverfolgen

In Aschheim im Münchner Osten will ein Investor einen neuen Schlachthof bauen. Doch dagegen regt sich Widerstand. In einem Bürgerentscheid am 9. Oktober sollen nun die Aschheimer selbst über das Projekt abstimmen.

In den vergangenen Monaten hatte sich eine breite Debatte über das Vorhaben entwickelt. Der neue Schlachthof Aschheim könnte die alte Schlachtanstalt im Zentrum Münchens ersetzen. Befürworter zählen die Vorteile für die Tiere und die Region auf - doch sowohl in Aschheim, als auch in München selbst sind viele Bürger nicht begeistert von dem Projekt. Hier die wichtigsten Informationen im Überblick:

Schlachthof Aschheim Bürgerentscheid: Um welche Fläche geht es?

Auf einer knapp elf Hektar großen Fläche zwischen Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim soll nach den Plänen einer der modernsten Schlachthöfe Europas entstehen. Es geht um die Fläche hinter dem Möbelhaus XXX-Lutz, direkt neben der Autobahn A99. Aktuell wird hier noch Weizen angebaut.Doch, sollte der Schlachthof Aschheim ab 2017 gebaut werden, würden hier bis zu 1500 Rinder und 7000 Schweine in der Woche geschlachtet und weiterverarbeitet werden.

Schlachthof Aschheim Bürgerentscheid: Die Vorteile

Die Gemeinde verspricht sich von dem neuen Schlachthof Aschheim vor allem neue, hohe Gewerbesteuereinnahmen. Die Projektentwickler sprechen von 2,5 Millionen Euro Mehreinnahmen im Jahr. Viel Geld, auch für die nicht ganz arme Gemeinde Aschheim. Vor allem, da die Fläche aktuell brach liegt und es bislang schwierig war eine passende Nutzung zu finden. Die Lärmbelastung durch die nahe Autobahn schließt etwa eine Nutzung für Büroflächen aus. An Speditionen, die gerade wegen der Autobahn-Anbindung gerne hier arbeiten würden, wollte die Gemeinde nicht vermieten. Der Grund: Zu viel Verkehr für den Ort.

Eine höhere Verkehrsbelastung durch die Vieh-Transporter ist nach Angaben des Aschheimer Bürgermeisters Thomas Glashausers nicht zu erwarten. Er betont den "antizyklischen Verkehr", da die Lastwagen primär nachts über Aschheims Straßen rollen würden. Zudem würden die Transporter nicht direkt durch den Ort fahren.

Daneben soll der Schlachthof Aschheim auch tierfreundlicher als der Münchner Standort sein. Durch den nahen Autobahn-Anschluss wird einerseits die Transportzeit der Tiere an sich verkürzt. Andererseits müssten die Tiere nicht durch den Stadtverkehr. Hier wird die Fahrt für die Tiere noch stressiger, etwa durch das Abbremsen uns Anfahren bei Ampeln. Weniger Stress für die Tiere würde sich auch positiv auf die Fleischqualität auswirken.

Schlachthof Aschheim Bürgerentscheid: Das spricht dagegen

Die Gegner des neuen Schlachthofs befürchten, dass der Neubau den Charakter des Münchner Vorortes verändern könnte. Lärm und Gestank könnten Aschheim als Wohnort wesentlich unattraktiver machen. Auch vor Chemikalien im Abwasser haben sie Angst. Vor allem, da der Heimstettener See, an dem im Sommer viele Anwohner und Münchner ihre Freizeit verbringen, nicht weit ist. Außerdem habe sich Aschheim in den vergangenen Jahren als moderner IT-Standort etabliert. Ein Schlachthof passe da nicht ins Bild.

Neben den Aschheimern regt sich aber auch Widerstand bei den Münchnern. Hier machte das Gerücht die Runde, dass der Schlachthof aus der Stadt ziehen soll, damit in der Isarvorstadt neue schicke Wohnungen entstehen können. Hier fürchtet man um die Kultur des Viertels. Ob das der Grund ist, weshalb ein unbekannter Investor in einen neuen Schlachthof in Aschheim investieren will, ist allerdings offen.

Schlachthof Aschheim Bürgerentscheid: Wie sehen die Fragen am Sonntag aus?

In der Abstimmung am Sonntag müssen die Aschheimer drei Fragen beantworten. Das hat einen bürokratischen Hintergrund. 

  • Bürgerbegehren: Erstens wird über das Bürgerbegehren abgestimmt, das die Schlachthof-Aschheim-Gegner ins Leben gerufen hatten. Ein "Ja" hier bedeutet GEGEN das Schlachthaus zu stimmen
  • Ratsbegehren: Daneben stimmen die Aschheimer über ein Ratsbegehren ab. Dieses hatten Gemeinderatsmitglieder, die den Neubau unterstützen, als Antwort auf das Bürgerbegehren ins Leben gerufen. Mit einem "Ja" hier stimmen Sie FÜR den Bau des neuen Schlachthofes
  • Stichfrage: Zusätzlich muss in einer Stichfrage beantwortet werden, welches der beiden Begehren wichtiger ist, falls sich die Ergebnisse von Bürger- und Ratsbegehren widersprechen. Mit dieser Stichfrage soll gesichert werden, dass es am Sonntag zu einem klaren Abstimmungsergebnis kommt.

Ein Muster des Abstimmungsbogens vom Sonntag finden Sie auf aschheim.de

Schlachthof Aschheim Bürgerentscheid: Wer stimmt am Sonntag ab?

Nur die Aschheimer können am Sonntag ihre Stimme abgeben, da die Fläche zur Gemeinde Aschheim gehört. Die Kirchheimer und Feldkirchner können nicht mit abstimmen, obwohl das Grundstück in direkter Nähe zu ihren Orten liegt. Wer abstimmen darf, wurde in den vergangenen Wochen per Post benachrichtigt.

Schlachthof Aschheim Bürgerentscheid: Wo kann man abstimmen?

Es gibt zwei Abstimmungsräume für den Bürgerentscheid über den Schlachthof Aschheim:Erstens in Aschheim, im Kulturellen Gebäude, Münchner Straße 8 (Vorsicht: Der Eingang befindet sich im Herdweg). Und zweitens in Dornach, im Feuerwehrgerätehaus, Baderweg 4.
In welchem Raum Sie als Aschheimer ihre Stimme abgeben können, steht in den Abstimmungsbenachrichtigungen, die Ihnen in den letzten Wochen per Post zugesandt worden sind. 

Schlachthof Aschheim Bürgerentscheid: Das sollten Sie mitbringen

Mitbringen sollten Sie die Abstimmungsbenachrichtigung und ein Lichtbild-Ausweis (Personalausweis oder Reisepass).
Außerdem besteht die Möglichkeit per Briefwahl an der Abstimmung teilzunehmen. Die Gemeinde hatte jedem Wahlberechtigten die Briefwahlunterlagen per Post zukommen lassen.

Mit uns verpassen Sie nichts: Am Sonntag berichten wir direkt über die Abstimmung und über das Ergebnis. Verfolgen Sie alle News rund um das Thema Schlachthof Aschheim Bürgerentscheid auf merkur.de oder über die Facebook-Seite unserer Landkreis-Redaktion

rs

Bilder: Aschheimer Ortsgeschichte

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