Bahn lenkt ein

Bahnhöfe Lohhof und Unterschleißheim werden barrierefrei

Die Stadt Unterschleißheim freut sich über ein unerwartetes Weihnachtsgeschenk. Beide Bahnhöfe, Unterschleißheim und Lohhof, sollen nun doch komplett barrierefrei ausgebaut werden.

Die Deutsche Bahn gestattet höhere Bahnsteige, sodass Rollstuhlfahrer problemlos in den Zug gelangen können.

Damit hatte im Stadtrat wohl keiner mehr gerechnet. Bürgermeister Christoph Böck (SPD) strahlte förmlich, als er die Nachricht verkündete: Statt 75 Zentimeter dürfen die Bahnsteige auf 95 Zentimeter hochgezogen werden. Höhengleich zu den Eingängen von S-Bahn und Zug. „Das ist wie ein Weihnachtsgeschenk“, rief der Bürgermeister den Fraktionen zu.

Seit Jahren verhandelt die Stadt mit der Deutschen Bahn über einen möglichst behindertengerechten Ausbau der Bahnhöfe Lohhof und Unterschleißheim. Das Gütesiegel eines in jeder Beziehung barrierefreien Bahnhofs schien der Stadt aber verwehrt zu bleiben. Die Strecke gilt der Bahn als wichtiger Korridor für den Güterverkehr. 96 Zentimeter hohe, barrierefreie Bahnsteige waren damit nicht vereinbar. Güterzüge sind breiter gebaut als Personenwagen.

Güterzüge machten Probleme

Barrierefreie Bahnsteige schienen deshalb partout nicht durchsetzbar, rekapitulierte Böck. Die Stadt aber blieb am Ball. Jahrelange Anstrengungen wurden nun belohnt. Am Vortag der Stadtratssitzung hielt Böck das erlösende Schreiben der „DB Station und Service“ in der Hand. Freistaat und Eisenbahnbundesamt hätten dem Wunsch der Stadt, beide Bahnhöfe behindertengerecht zu gestalten, zugestimmt, erläuterte Böck. Ab 2018 sind beide Bahnhöfe barrierefrei.

Personenverkehr genießt Vorrang

Grund für den Gesinnungswandel der Bahn ist die Änderung der Richtlinie, wonach die Strecke bislang als Vorzugsstrecke für Güterzüge mit Überbreite eingetragen war. Seit 1. September genießt der Personenverkehr Vorfahrt. Überbreite Güterzüge seien auf der Strecke zwar nach wie vor möglich, sagte Böck. In den Bahnhöfen müssten Güterzüge fortan aber langsamer fahren. „Sie sehen, es ist möglich, etwas zu erreichen“, resümierte er. „Man muss nur wollen.“

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