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Schnittig: Harald Jezek und sein „Hughes H1 Racer“.

Auf der Flugwerft

Bayerische Modellflugtage in Oberschleißheim

Oberschleißheim - Unter enormen Besucherandrang hat der Luftsportverband Bayern die Modellflugtage auf der Flugwerft Oberschleißheim ausgerichtet. Tausende Fans strömten an beiden Tagen aufs Gelände , um die Flugvorführungen zu bewundern.

Ein Schatten über den Rasen. „Lightning P38, Jagdflugzeug“, hört man Hans Aschenbrenner ins Mikrofon hauchen. „Ein absolut heißes Eisen.“ In 30 Metern Höhe schnurrt das Teil durch die Lüfte. „Elektrisch angetrieben“, sagt die Stimme aus dem Mikro. „Das Original dagegen wäre höllisch laut.“ 

Mannsgroßes Modell

Was ein echter Pilot ist, ob am Modell oder am Steuerknüppel im Cockpit, der muss in diesem Moment geradezu ins Schwärmen geraten. Dass mit der Lightning nicht immer gut Kirschen essen war, gehört da irgendwie dazu. Die mit Propeller angetriebenen Maschinen hatten so ihre Problemchen. Mit der Kühlung etwa, weiß Aschenbrenner: „Hat so manchen Piloten das Leben gekostet.“ 

Als das Ding dann wieder am Boden ist, gerät man richtig ins Staunen. Der vom Piloten selbst gebastelte Modellflieger ist so groß, wie der Modellbauer selbst. Eilig räumt der Mann das Feld. Ein Segelflieger will hoch. 

Viel Arbeit - und Geld

Als stellvertretender Landesmodellsportreferent kennt Hans Aschenbrenner sich aus. Na klar, viele der Flugzeuge sind vollständig in Eigenarbeit entstanden. Kein einziges Teil aus dem Bausatz. „Da steckt viel Arbeit drin“, sagt Aschenbrenner. Ein echter Freak, der sägt und schraubt sich jedes Teil selbst aus Holz zusammen. Richtig viel Geld dagegen haben die investiert, die ihre Flieger fertig erwarben. „Das geht bis in den hohen vierstelligen Bereich.“

Vorbehalte gegen Hubschrauber

Peter Lessner, Fachreferent Gutachter im Verband, hat heute bestimmt 60 bis 70 Modelle gezählt. Da das Wetter am zweiten Tag ebenso gut zu werden verspricht, dürften Flug-Fans sicher über 100 Flieger bestaunen können. „Alles, was fliegt“, meint Lessner: „Bis auf Hubschrauber!“ Wieso das denn? „Mensch, Hubschrauber fliegen doch nicht“, sagt der Fachreferent Gutachter, der diesbezüglich eine klare Meinung vertritt: „Die sind so hässlich, dass die Erde sie abstößt.“

Schnell ablenken

Au weia, wo sich doch gerade ein Hubschrauber in die Lüfte erhebt. Günter Hanna eilt herbei, Fachreferent Information und Kommunikation. „Dass mit dem Fliegen, das ist wie ein Traum“, wechselt er geschickt das Thema. „Wer hat noch nicht davon geträumt, sich in die Lüfte zu schwingen, völlig frei und losgelöst von allem.“ Der Fachreferent Information und Kommunikation mag zwar geschickt das Thema gewechselt haben. Man merkt ihm aber an, dass er es ernst meint, mit dem was er sagt. Fliegen ist ein Kindheitstraum.

Und wie man den umsetzt, ist eine Frage eigener Visionen und des Geldbeutels, kommt Günter Hanna zurück auf den Unterschied zwischen denen, die monatelang an einem Modell herumtüfteln und denen, die sich schnell mal eines kaufen. Da schiebt sich Gerd Reinsch dazwischen: „Modellflieger ist man, weil man Flugzeuge, die man fliegt, auch fliegen sehen kann“, philosophiert er ein bisschen. Dann legt er eine schöpferische Pause ein, lässt seinen Satz wirken. „Außerdem kann man sich blöde Fehler leisten.“ Günter Hanna nickt.

Mit der Thermik ist nicht mehr viel los im Herbst

In dem Moment hört man wieder die Stimme aus dem Off: „Da haben wir einen Segelflieger“, haucht Aschenbrenner in sein Mikro. „Herrlich, das ist das Schönste überhaupt.“ Hans Aschenbrenners Antlitz verklärt sich, als träumte er gerade vom Fliegen. „So entspannend, so ruhig. Und man freut sich wie ein kleiner Schneekönig, wenn man noch ein bisschen Thermik erwischt.“ Das mit der Thermik ist Ende September so ein Sache. Obwohl dieser Tag warm war, ist mit Thermik langsam Schluss. Gegen 18 Uhr im Herbst muss auch ein Segelflieger zurück auf den Boden der Tatsachen.

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