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Der Grünzug zwischen Unter- und Oberschleißheim soll erhalten bleiben, findet die Schleißheimer Ortsgruppe des Bund Naturschutz.

Grünzug zwischen Unter- und Oberschleißheim: Vision Landschaftspark

Unterschleißheim - Ein Landschaftspark statt Wohnbebauung? Der Bund Naturschutz Schleißheim kann sich das durchaus vorstellen. Eine Vision, die nicht unumstritten ist.

Neue Wohnungen, oder lieber Grünfläche. An diesem Scheideweg steht offensichtlich die Stadt Unterschleißheim. Gerade wird an einem neuen Flächennutzungsplan gearbeitet, der festlegt, wo in den kommenden Jahren in der heute schon größten Kommune des Landkreises gebaut werden darf, wo es grün bleiben soll. Da meldet sich die Ortsgruppe des Bund Naturschutz zu Wort mit einem fast verwegenen Plan: Ein Landschaftspark soll zwischen Unter- und Oberschleißheim entstehen. Einen Namen gibt es bereits auch: „Moos-Heide-Park Schleißheim“. 

Es geht um das rund zwei Quadratkilometer große Areal von den Äckern in Lohhof Süd entlang des Berglwaldes bis hin zur A 92 in Riedmoos. Aus dem als „Trenngrün“ bezeichneten Bereich zwischen den beiden Schleißheimer Kommunen soll ein interkommunaler Landschaftspark entstehen. Denn die betreffenden Grundstücke liegen sowohl auf Ober- als auch auf Unterschleißheimer Flur. Das weitläufige Areal ist geprägt von Äckern, Biotopen, Wäldchen und Blumenwiesen. Viel grün statt tristem grau – und so soll es bleiben, geht es nach den Naturschützern.

 „Angesichts des hohen Siedlungsdrucks besteht aber die Gefahr, dass die Flächen über kurz oder lang doch bebaut werden“, sagt Tino Schlagintweit, Pressesprecher der Ortsgruppe des Bund Naturschutz. 

Mit Argusaugen verfolgen er und seine Mitstreiter daher den neuen Flächennutzungsplan, den die Stadtverwaltung derzeit von einem Planungsbüro entwickeln lässt. Sechs Jahre lang laufen die Vorbereitungen für den Plan bereits. Die Befürchtung der Naturschützer: Das Grün im Unterschleißheimer Süden könnte verschwinden – zu Gunsten von Wohnfläche. Dieser Entwicklung würde der Landschaftspark entgegenwirken. 

Dabei gehe es nicht um eine ausgefallene, durchdesignte Parkanlage, erklärt Birgit Patsch, Erste Vorsitzende des Schleißheimer Bund Naturschutz. Viel mehr könne man die vorhandenen Strukturen aufgreifen und minimal optimieren, durch spazier- und radfahrtaugliche Wege entlang der Äcker und einigen Picknickplätzen. Auch kommerziell könnten die Flächen genutzt werden. Etwa für Fußballgolf. Patsch sagt: „Wir wollen ein Nebeneinander von Erholungsgebieten und landwirtschaftlicher Flächen, ein Gebiet für Jogger, Spaziergänger und Landwirtschaft.“ Ihre Vision vom Landschaftspark stützen die Naturschützer auf einer Reihe von Landschaftskonzepten, regional wie gemeindlich, die eine Entwicklung der landschaftsbezogenen Naherholungsgebiete in Unterschleißheim vorsehen, sogar befürworten.

Eine Brücke über die Gleise könnte den gut erschlossenen Teil des Landschaftsparks mit dem weniger gut erreichbaren verbinden.

 So seien etwa im Landschaftsentwicklungskonzept der Region München „sehr ambitioniert“ Ziele wie Biotope, Artenschutz und Erholungsflächen für Unterschleißheim festgehalten worden. Nur stammt das Ganze aus dem Jahr 1991. „Und umgesetzt worden ist fast nichts“, sagt Patsch. Für Schlagintweit steht fest: „Wir haben schon jetzt ein Defizit an Grünflächen.“ Zentral für den „Moos-Heide-Park Schleißheim“ ist die Verbindung des bereits gut erschlossenen Teils östlich der Bahngleise und des umständlich erreichbaren Teils westlich davon in Riedmoos. Abhilfe schaffen soll eine Bahnquerung, die beide Abschnitte verbindet. „Mit einer Brücke würden wir den nutzbaren Erholungsraum mit einem Schlag verdoppeln“, sagt Schlagintweit. 

So ambitioniert das Projekt auch ist, es steht auf wackligen Beinen. Vieles ist ungeklärt. Spielen alle Landwirte mit? Wie steht die Stadt zum Landschaftspark? Und vor allem: Wer zahlt das Ganze? Alleine für die Brücke veranschlagt Schlagintweit rund anderthalb Millionen Euro. Die Kosten für den restlichen Park hat der Bund Naturschutz bisher nicht kalkuliert. 

Ein Problem sieht Schlagintweit schon jetzt: „Für die Natur findet sich einfach kein Investor, der die Pläne antreibt.“ Daher appelliert er an die Bürger beider Kommunen, ihre Interessen zu vertreten. Er sagt: „Die Öffentlichkeit kann dahingehend zum Investor werden, als dass sie ans Rathaus klopft und den Plänen Beine macht.“

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