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Den verwilderten Garten werden sich die neuen Nachbarn vornehmen, hoffen Doris und Siegfried Hentschel, hier an der Gartenfront des fast drei Jahre leer stehenden Hauses, das Familie Naton dem Benediktinerorden vermacht hat.

Benediktinerorden 

Nach drei Jahren Leerstand: Vererbtes Haus endlich vermietet 

Unterschleißheim - Nach dreijährigem Leerstand soll das den Benediktinern gehörende Haus in der Raiffeisenstraße 34 endlich bezogen werden. Die früheren Bewohner hatten ihr 120 Quadratmeter großes Heim im Oktober 2013 dem Benediktinerorden vererbt. Dass die Fratres aus der Abtei St. Bonifaz in München das Reihenhaus so lange ungenutzt ließen, sorgte für Unmut in Unterschleißheim.

Siegfried Hentschel (69) brauchte nur über den Gartenzaun zu sehen, um sich Tag für Tag aufs Neue zu wundern. In einer Zeit, da Turnhallen mit Flüchtlingen belegt werden mussten, stand ein komplettes Reihenhaus mit vier Zimmern leer. Im vergangenen Sommer hatten sich der Pensionär und seine Gattin Doris deshalb an den Münchner Merkur gewandt.

Der in St. Bonifaz für das Erbe zuständige Frater Emmanuel gab damals bekannt, das Haus ab September 2015 von Grund auf sanieren zu lassen. Der guten Konjunktur im Baugewerbe wegen habe man vorher keine Baufirma für den Auftrag interessieren können. Die früheren Eigentümer des Reihenhauses waren im März und Oktober 2013 verstorben.

Nachbarn wundern sich

Als Siegfried Hentschel und seine Frau dieser Tage mal wieder über den Gartenzaun hinüber blicken, ist Nummer 34 noch immer unbewohnt. Der 69-Jährige wundert sich. „Wohnraum ist richtig knapp in Unterschleißheim“, sagt er. Inzwischen sei das Reihenhaus im Inneren zwar saniert. „Der Garten ist aber noch immer total verwildert.“ Seit der Orden das Erbe im Oktober 2013 übernahm, sei seiner Ansicht nach viel zu viel Zeit verstrichen, um das Haus ungenutzt zu lassen.

Aus christlicher Verantwortung vererbt

Was den Pensionär besonders ärgert ist, dass ausgerechnet die Mönche von St. Bonifaz den Nachlass seiner Nachbarn so lange ungenutzt ließen. Frater Prior Emmanuel Rotter ist Gründer und Leiter der Obdachlosenhilfe in der Münchner Abtei. „Die früheren Bewohner des Reihenhauses, die Familie Dr. Naton, sind sehr christlich gewesen“, sagt Siegfried Hentschel. Das soziale Engagement der Fratres habe den Natons sehr imponiert. Seine Nachbarn seien sozial engagierte Menschen gewesen. Ihr Heim hätten sie gerade diesem Orden bestimmt nicht ohne Grund hinterlassen.

Hilfe für Obdachlose

Seit den frühen neunziger Jahren engagieren sich die Benediktiner in St. Bonifaz in der Obdachlosenhilfe. In dem seinerzeit neu errichteten Haneberghaus auf dem Klostergelände erhalten Bedürftige und Wohnungslose Verpflegung, Kleidung, Obdach, Fürsprache und ärztliche Hilfe. Das Angebot ist an keine Bedingungen geknüpft. Den Fratres geht es darum, Obdachlosen die Hilfe zu gewähren, die sie zum Überleben auf der Straße benötigen, um „eine weitere Verschlechterung ihrer Lebenssituation zu verhindern“. 

Familie zieht ein

Auf Nachfrage teilte der Benediktinerorden mit, neue Mieter für das Haus in Unterschleißheim gefunden zu haben. Demnächst soll eine Familie einziehen, verkündet Frater Emmanuel. Der Gründer der Obdachlosenhilfe bedauert, dass das Anwesen fast drei Jahre ungenutzt geblieben ist. Der Orden habe einiges an Geld in die Hand nehmen müssen, um das Gebäude energetisch komplett durchzusanieren. „Das Haus ist aus den Siebzigern“, sagt Frater Emmanuel. 

Dass eine Familie das Erbe der Familie Naton nutzen soll, ist bestimmt im Interesse der Vorbesitzer. Der Gedanke an neue Nachbarn und neues Leben auf der anderen Seite des Gartenzaun gefällt auch Familie Hentschel. Wenn nur dieser Garten nicht wäre. Total verwildert, und das seit Jahren. „Schlimm“, findet das Doris Hentschel. „Der Garten ist eine Zumutung.“

Um solcherlei Probleme kümmern sich die neuen Mieter, sagt Frater Prior Emmanuel Rotter. „Für uns ist wichtig, das Haus vermietet zu haben.“ Die Mieteinnahmen sollen der Obdachlosenhilfe zu Gute kommen.

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