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Kurz vor dem Abschluss steht die Sanierung der Wohnungen am Stutenanger.

Die Mieten steigen am Stutenanger

Oberschleißheim - Die Wohnblöcke am Stutenanger 6, 8 und 10 sind überwiegend durchsaniert. Pläne für zusätzliche Häuser zwischen den neunstöckigen Blöcken liegen dem Rathaus vor. Der neue Eigentümer wartet auf das Okay vom Gemeinderat. Vorgesehen sind sechs jeweils fünf- bis sechsstöckige Gebäude mit 56 Wohnungen und einem Kindergarten.

Noch ungeklärt ist aber die Zukunft von Block 8. Im Gespräch ist eine vollständige Umwandlung zu Eigentumswohnungen. Womöglich soll der Block im Stück verkauft werden. Fest steht, dass der Mietpreis steigt. Der Eigentümer „JP Oberschleißheim“ will Sanierungskosten auf die Mieten umlegen; jedoch nicht im vollen Umfang. Den Mietern sei ein Angebot für eine Teilerhöhung unterbreitet worden, sagte JP-Sprecherin Martina Persohn: „Wir gehen davon aus, dass die Ausschöpfung der Erhöhungsmöglichkeit für viele Mieter nicht tragbar wäre.“ Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Zu den Sanierungskosten äußerte sich JP ebenfalls nicht. Dem Vernehmen nach investierte JP rund 30 Millionen Euro. Der Gesetzgeber gestattet einen Aufschlag in Höhe von elf Prozent der aufgewandten Mittel. Wie zu erfahren war, steigt die Kaltmiete um 1,56 Euro pro Quadratmeter. In der Mitteilung an die Mieter weist JP darauf hin, gesetzliche Möglichkeiten nicht ausgeschöpft zu haben. In dem Fall eines Mieters, der ein Ein-Zimmerappartement bewohnt, ist der Aufschlag spürbar. Statt 440 zahlt er künftig 513 Euro. Allerdings dürfte sich der Mietpreis im oberen Segment bewegen, da der Mieter erst seit drei Jahren am Stutenanger lebt.

Zur Umwandlung von Nummer 8 in Eigentumswohnungen oder einem Verkauf des Blocks befragt, verwies Persohn auf das gegenwärtig laufende Verfahren. Für die neuen Pläne müsste der Bebauungsplan korrigiert werden. „Unsere Machbarkeitsstudie liegt der Gemeinde vor und wird derzeit geprüft“, sagte Persohn. Erst nach einer Entscheidung des Gemeinderats könne man über das weitere Vorgehen reden. Bei dem in Gräfelfing ansässigen Eigentümer „JP Oberschleißheim“ handelt es sich um eine Tochter von „Jargonnant Partners“, ein international tätiger Immobilienfonds mit Sitz in Luxemburg, München und Genf.

Laut Persohn sollen die sechs neuen Häuser zwischen den drei Wohnblöcken „hauptsächlich mit familiengerechten Wohnungen“ ausgestattet werden. Vorgesehen sei zudem ein Kindergarten oder eine Krippe. Die parallel stehenden Blöcke 6, 8 + 10 sind über 100 Meter lang. Der Abstand zwischen ihnen beträgt 56 Meter. Bedenken der Gemeinderäte, die Bewohner der neuen Häuser dazwischen wären zu einem freudlosen Dasein im Schatten der höheren Wohnblöcke verdammt, wies JP-Architekt Martin Kühleis bereits im Februar im Gemeinderat zurück. Gegenwärtig ist der Raum zwischen den drei Blöcken mit Rasen bepflanzt. Es gab einen Spielplatz. Als JP Oberschleißheim die drei Blöcke im Jahr 2014 erwarb, war von Nachverdichtung noch keine Rede. Gegenüber dem Münchner Merkur versicherte Persohn, dass Mietverträge und die Sozial-Charta, einschließlich Kündigungsschutz, bei einem Verkauf „vollumfänglich an den neuen Eigentümer übergehen“ würden.

Angenehm überrascht reagiert das Quartiersmanagement „Soziale Stadt“ auf den Ablauf der Sanierung. Obwohl Mieter Wohnungen vorübergehend verlassen mussten, um in leerstehende Appartements auszuweichen, gab es laut Quartiersmanagerin Marga Mitterhuber keine Probleme. „Die Leute sehen, es ist endlich ein Ende in Sicht.“ Die mit 441 Wohnungen ausgestatteten Blöcke sollen in absehbarer Zeit fertig saniert sein. Die Arbeiten in Hausnummer acht werden schon in etwa einem Monat abgeschlossen sein, sagte Persohn: „Haus zehn folgt dann, Haus sechs wird im Spätherbst fertig.“

Die Wohnblöcke sind neu verputzt. Alle Bäder sind erneuert, Leitungen neu verlegt, Fenster und Eingänge saniert. Die Flure wirken hell und freundlich. Jedes Haus ist farblich gekennzeichnet. Jeder Block wird separat mit Wärme und Warmwasser versorgt. Die früher in Nummer acht untergebrachte Zentralheizung hatte des öfteren den Dienst versagt. Alle drei Wohnblöcke schmücken Mansardenwohnungen. Die sechs Wohnungen im Dachgeschoss locken mit großen Terrassen.

Andreas Sachse

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