Alle Warnlichter leuchten bei den Bewohnern der Oberschleißheimer Anlage Am Stutenanger. Denn jetzt ist bekannt, dass die drei Blöcke verkauft sind – und zwar nicht, wie lange gehofft, an eine kommunale Wohnungsgesellschaft. F: Mic

VBL verkauft 440 Wohnungen

Oberschleißheim - Die Wohnblöcke Ám Stutenanger in Oberschleißheim sind verkauft. Käufer soll ein Private Equity Fonds sein. Von der befürchteten Luxussanierung bis hin zum Abriss der Anlage mit 440 Wohnungen scheint nun alles möglich.

Entgegen aller Zusagen hat die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) die drei Wohnböcke Am Stutenanger 6, 8 und 10 in Oberschleißheim verkauft. 440 Wohnungen und einige Geschäfte, dazu der Kontaktladen der „Sozialen Stadt“ haben den Besitzer gewechselt.

Bürgermeisterin Elisabeth Ziegler (SPD) wirkte überrascht, als sie die Nachricht auf der Bürgerversammlung verkündete. „Ich war wie vom Blitz getroffen.“ Erst vor wenigen Tagen habe sie von dem Verkauf „an ein uns nicht näher benanntes Unternehmen“ erfahren. Und das ist die eigentlich schlimme Nachricht: Ist es der VBL doch noch gelungen, eine Heuschrecke nach Oberschleißheim zu holen? Die Angst vor profitorientierten Spekulanten, die keine mieterfreundliche Lösung im Sinn haben könnte, raubt den Bewohnern seit langem den Schlaf (wir berichteten). Die VBL war gestern für eine Stellungsnahme nicht zu erreichen.

Dass die Häuser verkauft werden sollen, stand längst fest. Die VBL aber hatte der Gemeinde versprochen, bis Mitte 2014 still zu halten. Wertvolle Zeit, die man im Rathaus genutzt habe, um kommunale Wohnungsgesellschaften für die drei Blöcke zu interessieren, sagte Ziegler. Noch auf der „kleinen Bürgerversammlung“ Ende Oktober hatte sie von offensichtlich gut laufenden Gesprächen berichtet. Doch jeglicher Verhandlungserfolg sei von der VBL durch mangelnde Kooperationsbereitschaft hintertrieben worden. Die Wohnungsgesellschaften hätten ihr Kaufinteresse zurückgezogen. Zu Vieles sei im Unklaren geblieben, „ohne dass die VBL die ernsthafte Bereitschaft zur Klärung der offenen Fragen erkennen ließ“, sagte Ziegler. Jetzt bleibt Ziegler nicht viel mehr, als den Namen des Käufers zu verlangen und auf die Einhaltung der mit dem Münchner Mieterverein ausgearbeiteten Sozialcharta zu drängen. Sowohl die Häuser als auch der Grund selbst gehören einem fremden Unternehmen. Und das kann im Grunde machen, was es will, solange der Grundriss der Gebäude nicht verändert wird. Ab einem gewissen Umfang erst wird ein Bauantrag nötig. Theoretisch könnten die Häuser auch abgerissen werden. Das aber will die Gemeinde nicht ohne weiteres hinnehmen. Ziegler sagte, sie habe um die Unterstützung des Bayerischen Finanzministers Markus Söder gebeten. Die VBL untersteht als Anstalt des öffentlichen Rechts der Aufsicht des Bundesfinanzministeriums. Der Freistaat ist Träger der VBL. Allerdings hatte Söder bis vor zwei Jahren noch garantiert, dass die Häuser gar nicht verkauft, sondern nur saniert werden sollen.

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