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Dank der Staatsregierung: Ministerpräsident Seehofer (3.v.l.) und Landtagspräsidentin Stamm (2.v.r.) mit (v.l.n.r.)Fabian Rankl von der Feuerwehr Natternberg, Maxi Scheuerer (Feuerwehr Iffeldorf), Markus Pischtascheff (THW Dachau/hinter dem Ministerpräsidenten), Simone Bauer von der Feuerwehr Iffeldorf und Andreas Schultes vom THW Dachau.

"Wir sind stolz auf diese Menschen"

Seehofer ehrt hunderte Helfer der Flutkatastrophe

Oberschleißheim - Die Flutkatastrophe von Niederbayern ist fast zwei Monate her. Zeit, denen zu danken, die geholfen haben, als die Not am größten war. Ins Schloss Schleißheim luden Ministerpräsident Seehofer und Landtagspräsidentin Stamm rund 1000 Helfer zum festlichen Empfang.

Bis über die Knie waren sie vor knapp zwei Monaten noch im Schlamm gestanden – der Kontrast zu heute könnte nicht größer sein: Gut 1000 haupt- und ehrenamtliche Helfer, die nach der Flutkatastrophe am 1. Juni in Niederbayern sowie bei den Überschemmungen kurz darauf im Kreis Weilheim-Schongau im Einsatz waren, haben sich an diesem Donnerstagabend in ihre Paradeuniformen geworfen. Sie sind der Einladung von Ministerpräsident Horst Seehofer und Landtagspräsidentin Barbara Stamm (beide CSU) ins Schloss Schleißheim gefolgt - zu einem festlichen Empfang als Dank für die Hilfseinsätze.

Alle Gruppen vereint: Helfer von Feuerwehr, Wasserwacht, Polizei, Technisches Hilfswerk, Bayerisches Rotes Kreuz und der österreichische Feuerwehr Braunau vor Schloss Schleißheim.

Auch das Wetter bedankt sich. Kurz bevor die Feier beginnt, ebbt der strömende Regen ab und die Sonne bricht durch. Eine bunte Menge an Uniformen versammelt sich im stimmungsvoll dekorierten Schlosspark. „Ein herzliches Vergelt’s Gott“, bedankt sich Landtagspräsidentin Stamm für die die „unermüdliche Einsatzbereitschaft“ der Anwesenden. Diese sei ein Zeichen, dass die Gesellschaft in Bayern zusammenhalte. „Sie leben diesen Zusammenhalt“, bekräftigt Stamm.

Stellvertretend für die ungezählten Fluthelfer erhalten die Gekommenen zum Dank eine Ehrennadel. Fabian Rankl (30) hat sich über die Einladung sehr gefreut. Er ist 2. Kommandant der Feuerwehr Natternberg, die einen der ersten Hilftrupps in den Landkreis Rottal-Inn entsandte. In Natternberg weiß man um das Leid, das die Wassermassen einer Flut mit sich bringen: Der Ortsteil von Deggendorf war von dem verheerenden Hochwasser 2013 stark betroffen. Damals waren ebenfalls Helfer aus der gesamten Region angerückt. Heute hat Rankl seine Ausgehuniform angezogen. „Wir wollten etwas zurückgeben“, sagt er über den Einsatz der Natternberger im Trifterner Ortsteil Anzenkirchen und in Simbach. „Selbstverständlich, dass wir da helfen.“

Die Einsatzanforderung hatte ihn am Abend des 1. Juli nach der Spätschicht erreicht. Die folgenden Stunden organisierte Rankl Helfer und Gerätschaften. Als er am Abend des 2. Juli ausgelaugt ins Bett fiel, saßen ihm fast 40 schlaflose, anstrengende Stunden in den Knochen. Tags darauf fuhr er in der Früh erneut ins Katastrophengebiet.

Die, die sich an diesem Tag feiern lassen dürfen, schlagen immer wieder nachdenkliche Töne an. Niemand hier hat vergessen, dass viele in den Flutgebieten weiterhin darum kämpfen, ihre vom Schlamm weggerissene Existenz wieder aufzubauen.

Gegen Abend kam die Sonne zurück: Die Fluthelfer konnten im Park ihre Erlebnisse austauschen. Über 1000 haupt- und ehrenamtliche Retter waren von der Staatsregierung eingeladen.

Dramatische Momente haben auch Simone Bauer (20) und Maxi Scheuerer (18) aus Iffeldorf miterlebt. Die jungen Feuerwehrleute waren im Einsatz, als viele Orte im Kreis Weilheim-Schongau unter Wasser standen,. Aufgeregt sind sie heute nicht – wer Leben rettet fürchtet sich nicht vor Politikern. „Die Welle der Solidarität war größer als die Flutwelle“ sagt Ministerpräsident Seehofer. Die Helfer applaudieren. Bei all dem Leid, das das Hochwasser verursacht hat, sind sie stolz auf den Zusammenhalt, den sie unter Beweis gestellt haben. „Es ist ein schönes Zeichen für das Ehrenamt“, sagt Andreas Schultes (30) vom THW Dachau über den Empfang. Seine Einsatzgruppe pumpte tagelang Keller in den Gemeinden Polling und Egling (Landkreis Weilheim Schongau) aus.

Die Feier mit ihrer symbolischen Wirkung ist das Eine - was den Männern vom THW von Seehofers Rede in Erinnerung geblieben ist, ist aber das Versprechen, in der kommenden Kabinettsklausur Maßnahmen zur Stärkung des Ehrenamts zu diskutieren.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm verspricht sogar eine überparteiliche Debatte: „Vielleicht kommt dabei die eine oder andere gute Idee heraus.“ Ein Versprechen wollen sich die beiden Politiker aber nicht abringen lassen. Die Ansprachen bleiben – wie der Himmel über Schloss Schleißheim – wolkig.

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