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Anna beschwört die Kristallkugel: Szene beim Theaterworkshop für Kinder der Badersfelder Laienspielgruppe. Stehend von links Emily, Maja, Julia und Benedikt.

Badersfelder Laienspieler

Theaterworkshop für Ferienkinder

Oberschleißheim – „Treue lohnt sich“, flötet Glücksbote Klaus der Frau in mittleren Jahren zu, die ihm im 10. Stock des Mehrfamilienhauses soeben die Tür geöffnet hat. Tina ist glückliche Gewinnerin eines Preisausschreibens. Eine Geschichte wie diese hatte vor Augen, wer im Pfarrhaus St. Wilhelm Oberschleißheim das Ergebnis des fünftägigen Theaterworkshops zu Gesicht bekam.

Klaus und Tina sind in Wirklickeit zwei elfjährige Kinder, die sich in den vorausgehenden vier Tagen von Astrid Langner-Mohti in die Kunst des Theaterspielens einführen ließen. Der „Theaterworkshop der Badersfelder Laienspielgruppe mit Aufführung von neun Sketchen“ ist Bestandteil des Ferienprogramms in Oberschleißheim. Astrid Langner-Mohti ist in dem Verein aus dem Oberschleißheimer Ortsteil Badersfeld für Jugendarbeit zuständig.

Witzige Sketche

Emily, Maja, Julia, Benedikt und Anna hatten richtig Spaß. Freude bereitete den Elfjährigen nicht nur die Aufführung von Sketchen wie „Blinddate“, „Die Wahrsagerin“ oder „Im Wald“. Noch richtig im Flow des viertägigen Probens, wieseln die Kinder in der Pause der Aufführung vom fünften Tag um das Schminktischchen herum: Der einen fehlt noch etwas Rouge. Eine andere kritzelt im Skript herum. Dort gilt es, noch ein paar Strähnchen zu zupfen. „Das ist eine tolle Zeit“, sagt einer der Mimen im Vorbeihuschen, atemlos vor Freude und viel zu flink für eine kurze Plauderei. So ist es eben, das Leben auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

Kuhstall im zehnten Stock

Mittendrin wuselt die Jugendleiterin herum, ebenso aufgeregt wie ihre Schüler. „Wir sind ein Workshop, kein Theater“, sagt sie: „Hier geht es nicht um Perfektion.“ Ihre Texte lesen die jungen Mimen vom Skript ab. Hier soll man Spaß haben. „Hopp, hopp“, ruft sie den Kindern rasch zu. Die Eltern warten auf den zweiten Teil der Show, und der beginnt in der Tat recht vielversprechend.

Es folgt der Auftritt von Klaus und Tina. Und darum geht es: Für ihre 500 Sammelpunkte spekuliert Tina, alias Frau Kraml, eigentlich auf eine Plüschkuh. Die Aussicht, ein echtes Rindviech in ihrer Wohnung einzuquartieren, erschüttert die Gute. Doch Glücksbote Klaus versteht sein Geschäft: „Da haben Sie immer Milch“, gluckst er vergnügt. „Die Nachbarn werden neidisch sein.“ Ständig wiederholt er, wie ein defektes Tonband, diesen einen, wirklich nervigen Satz: „Treue lohnt sich.“ Zur Not könne Frau Kraml die Kuh ja auch in ihrem Wohnzimmer schlachten. Wenn das Vieh etwa keine Milch mehr gibt oder die Nachbarn sich wider erwarten entsetzen. „Treue lohnt sich“, zwitschert er vergnügt.

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