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Sammeln die Reste von Böllern auf: Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Somalia.

Aktion des Helferkreises

Asylbewerber räumen Silvestermüll von den Straßen

Unterschleißheim - Am Vormittag des ersten Tages im neuen Jahr sind die Straßen in Unterschleißheim fast menschenleer – mit einer Ausnahme. Rund um die Nördliche Ingolstädter Straße ist eine Truppe vorwiegend junger Männer unterwegs, die die Reste der Silvesternacht wegräumen:

Feuerwerksbatterien, abgebrannte Raketen und leere Flaschen werden in Müllbeuteln eingesammelt.

Die eifrigen Helfer wohnen seit kurzem in der Nachbarschaft. Es sind Asylbewerber aus Syrien, Afghanistan und Somalia. Omar Fannoush (38) hat die Aktion mit Unterstützung des Helferkreises Asyl Unterschleißheim organisiert. „Wir möchten ein wenig zurückgeben von der großen Hilfsbereitschaft, die wir in Deutschland spüren und erleben“, sagt er auf Englisch. 

Beim Gespräch mit einer Anwohnerin, die bedauert, dass ihre Englischkenntnisse weitgehend in Vergessenheit geraten sind, verspricht er: „In zwei Monaten kann ich mich mit Ihnen auf Deutsch unterhalten.“ Die Mülltüten sind mittlerweile schon prall gefüllt. Wie haben die Flüchtlinge, die laute Böller mit anderen Bildern verbinden als mit Feuerwerk ihre erste Silvesternacht fern der Heimat erlebt? Nein, da sei überhaupt keine Angst aufgekommen, versichern sie. Das bunte Spektakel am Himmel ist offenbar als willkommene Abwechslung empfunden worden. Deutschland sei einfach ein „lovely country“, sagt Omar, ein schönes Land.

mm

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