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Seit acht Jahren musizieren sie gemeinsam: Julia, Nadine, Christina, Susanne (v.l.i) und die Band haben sich im Carl-Orff-Gymnasium kennengelernt.

"The Petrols" im ausverkauften Gleis 1

Vier Frontfrauen in Petrolblau

Unterschleißheim - Die Unterschleißheimer Band „The Petrols“ begeistert im ausverkauften Gleis 1 mit neuen Songs.

Auf der Bühne stehen nebeneinander vier junge Frauen. Von petrolfarbenem Licht angestrahlt und künstlichem Nebel umgeben fangen sie an zu singen. Vierstimmig. Die Band spielt Songs wie „I see fire“ von Ed Sheeran oder „Kiss the Girl“ aus dem Trickfilm „Ariel“. Das Publikum im ausverkauften Jugendkulturhaus Gleis 1 ist begeistert und fordert Zugaben.

Julia Lipcan (30), Nadine Güntner (31), Christina Pilsl (27) und Susanne Boscher (32) sind die vier Frauen der Unterschleißheimer Band „The Petrols“. Seit acht Jahren musizieren sie miteinander, ausverkauft sind ihre Auftritte häufig.

„Das Konzert ist super gelaufen. Die Stimmung war ganz toll“, freut sich Nadine, „wir haben viele neue Songs gespielt.“ Mit Swing haben die Vier angefangen. „Aber irgendwann haben wir uns einfach die Lieder ausgesucht, die wir wollten. Und die machen wir dann auf unsere Art“, sagt Nadine. So spielen sie auch Pop, Country und Acapella. Auch auf Bayerisch singen die „Petrols“, da der Dialekt weite und enge Vokale enthält und „einen schönen Klang“ hat, finden sie. Die sechs Musiker der Band ermöglichen im Hintergrund die Vielfalt der Genres auf unterschiedlichen Instrumenten, wie Gitarre, Schlagzeug und Akkordeon.

Neben kleineren Konzerten haben „The Petrols“ zwei große Auftritte pro Jahr mit bis zu 300 Gästen. „Bei einem unserer größeren Konzerte singen wir in 80 Minuten bis zu 25 Lieder“, sagt Julia. Das setzt eine gewisse Vorbereitung voraus: Die Vier beginnen bereits drei bis sechs Monate vor einem Auftritt für ein paar Stunden in der Woche das Proben. Unmittelbar vor dem Konzert wird es intensiver: „Dann proben wir mit den Musikern zusammen sechs Tage lang“, erzählt Nadine.

In Unterschleißheim und Umgebung ist die Band vor allem für ihre Dinnershows bekannt. Aber auch im Schlachthof, im Circus Krone und im Bürgerhaus Unterschleißheim traten sie auf.

Die Zahl der Konzerte ist begrenzt, da die Bandmitglieder Hobby und Beruf vereinbaren müssen. Die Band will „Musik machen und Spaß haben“, sagt Nadine. Geld zu verdienen steht nicht im Vordergrund. „Wir sind nicht festgefahren und müssen nicht in eine Schublade passen“, betont sie. Dadurch können sie frei entscheiden, wo und vor wie vielen Leuten sie auftreten wollen.

Eine Affinität zur Musik hatten die Sängerinnen schon immer. „Ich habe schon seit dem Kindergarten in Chören gesungen“, erzählt Nadine. Kennengelernt haben sich die Bandmitglieder am Carl-Orff-Gymnasium in Unterschleißheim. Als Schüler haben die vier Frauen und sechs Männer in Projekten und Musicals miteinander musiziert. „Wir haben dann beschlossen, nach der Schule weiterhin etwas Musikalisches zusammen zu machen“, sagt Nadine. Irgendwann hatten sie genug geübt, um ein Konzert zu geben. Sie traten 2009 bei einem Theaterabend der Mittelstufe auf und kamen sehr gut an. So entstand die Idee, eine Band zu gründen und weitere Auftritte zu organisieren. Inzwischen arbeiten sie in verschiedenen Branchen: Christina ist Sprachtherapeutin, Susanne arbeitet in der klinischen Forschung, Julia schreibt ihre Doktorarbeit in Literaturwissenschaften und Nadine arbeitet in der Touristikbranche.

Die Idee für den Bandnamen „The Petrols“ kam bei ihrem ersten Treffen auf: „Wir hatten bei unserer ersten Probe zufällig alle etwas Petrolfarbenes an“, erinnert sich Nadine. Und das wurde nicht geändert: Bei jedem ihrer Auftritte tragen die Mitglieder mindestens ein petrolfarbenes Kleidungsstück oder Accessoire. „Privat verzichte ich aber auf die Farbe“, sagt Susanne lachend.

Im Sommer sind einige Openair-Auftritte und im Februar 2017 ein großes Konzert geplant. Alles Weitere lassen die Vier aber offen: „Wir haben noch nie große Pläne gemacht, es hat sich immer alles ergeben“, sagt Susanne. „So werden wir es auch in Zukunft machen.“

Berührend ist die Weihnachts-Aktion der „Petrols“: „Wir fahren am 24. zu allen Leuten, die uns in dem Jahr unterstützt haben und singen für sie“, erzählt Susanne. Die petrolfarbenen Weihnachtsmützen dürfen dabei natürlich nicht fehlen.

Von Josephin Bruhn

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