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Rund 52 Putzbrunner kamen zur Bürgerversammlung, um sich von Bürgermeister, Feuerwehr und Polizei informieren zu lassen.

Bürgerversammlung

Großer Ärger um Breitbandausbau

Putzbrunn - Beim Breitbandausbau in den Putzbrunner Ortsteilen Oedenstockach und Solalinden tut sich derzeit gar nichts. Kabel liegen zusammengerollt am Boden oder unter Hecken, aufgerissene Gehwege oder Verteilerkästen, die in Baugruben stehen bestimmen das Bild. „Wann wird das endlich fertig? Manchmal komme ich mir hier vor wie im Irrenhaus“, schimpfte Gernot Roßmanith in der Bürgerversammlung im Bürgerhaus. 

Gemeindechef Edwin Klostermeier zuckte ratlos mit den Schultern. „Ich weiß es nicht. Nach dem Zeitplan sollte alles Ende Oktober fertig sein“, erklärte er. In der Verwaltung ist das Problem bekannt: „Nahezu täglich melden sich bei uns verärgerte Bürger, wir rufen bei Vodafone Kabel Deutschland an. Fast die Hälfte der Arbeitszeit geht in der Bauverwaltung durch diese Probleme drauf“, sagt Klostermeier. Das Problem liege offenbar bei den von dem Konzern beauftragten Subunternehmern. Ob es diese überhaupt noch gebe oder in anderen Kommunen tätig seien, könne nicht in Erfahrung gebracht werden.

„Wir haben schon überlegt, selbst Unternehmen zu suchen, die tätig werden. Aber dann kann es passieren, dass wir auf den Kosten sitzenbleiben, möglicherweise sogar von den bisher beauftragten Subunternehmern auf Schadenersatz verklagt werden. Juristisch ist das ein schwieriges Feld“, so Klostermeier. Er konnte wenig Hoffnung machen: „In diesem Jahr wird das mit den Anschlüssen wahrscheinlich nichts mehr. Jetzt kommt der Frost in den Boden und wann im Frühjahr die Arbeit wieder aufgenommen wird, kann ich jetzt nicht sagen.“ Ansonsten erlebte der Rathauschef einen ruhigen Abend. Nur 52 Bürger waren gekommen, wollten die verschiedenen Berichte von Polizei, Feuerwehr, Landratsamt und Bürgermeister hören. Tatsächlich gaben die vorgelegten Zahlen keinen Anlass zur Sorge.

In seinem Sicherheitsbericht nannte Robert Fritsch, Stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Ottobrunn „die Entwicklung in Putzbrunn erfreulich“. In den ersten zehn Monaten habe es mit 121 Delikten knapp 26 Prozent weniger gegeben im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2015. Bei der Körperverletzung (neun Delikte) betrage der Rückgang sogar 40 Prozent. Zugenommen hätten allerdings die Wohnungseinbrüche: „Um 100 Prozent. 2015 war es nur einer, heuer sind es zwei“, so Fritsch und erntete an dieser Stelle das Lachen der Bürger. Leicht zurückgegangen sei auch die Zahl der Unfälle von 140 auf 138. 29 Mal habe die Polizei Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Diese würden fortgesetzt, vor allem in der Glonner und der Theodor-Heuss-Straße.

Zufrieden war auch Markus Geißler, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Putzbrunn. Eine Werbeaktion sei erfolgreich gewesen. Zwölf neue Aktive hätten sich gemeldet. „Damit verfügen wir jetzt über 72 Feuerwehrleute. Die Personalsituation hat sich entspannt“, freut sich Geißler. Zu 89 Einsätzen sei die Wehr bisher in diesem Jahr ausgerückt. Das bewege sich im normalen Rahmen. Bewährt habe sich dabei bereits das neue, im August in Dienst gestellte Löschfahrzeug. „400 000 Euro hat es gekostet mit der modernsten Ausrüstung. Als Zuschuss hat die Gemeinde 110 000 Euro bekommen“, sagte Geißler.

Klostermeier stellte in den Mittelpunkt seines Berichts die finanzielle Situation der Gemeinde. So seien bei der Gewerbesteuer bis Anfang Oktober 5,8 Millionen Euro schon 1,4 Millionen Euro mehr eingegangen als 2015. Der Schuldenstand werde auf knapp 3,7 Millionen Euro gesenkt. Bei den Betreuungskosten in den Kindergärten in der Kiefern- und Rathausstraße werde die Gemeinde über die Gebühren nachdenken müssen. „Derzeit kostet ein Betreuungsplatz pro Monat und Kind durchschnittlich 371,60 Euro. Durch Elternbeiträge kommen etwas mehr als 200 000 Euro rein bei Gesamtkosten von über 1,2 Millionen Euro. Ursprünglich hieß es einmal, durch Elternbeiträge sollten die Kosten zu einem Drittel gedeckt werden. Das ist längst nicht der Fall“, so Klostermeier.

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