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Aktiv waren die 485 Jäger im Landkreis München im vergangenen Jahr: Paul Schmidder, Putzbrunns Vize-Bürgermeister Eduard Fritz und der Vorsitzende des Jägervereins München-Land, Johann Schaller (v.l.), nehmen die Gehörne unter die Lupe.

hegeschau des jägervereins münchen-land

Verbissschäden an jungen Bäumen sind noch zu hoch

Putzbrunn/Landkreis - Die Situation hat sich im Vergleich zu 2012 zwar verbessert, doch in einigen Hegegemeinschaften muss mehr passieren.

485 Jäger sind im Landkreis München in 105 Jagdrevieren aktiv und leisten einen Beitrag zum Erhalt gesunder Wälder, wie Johann Schaller, Vorsitzender des Jägervereins München-Land, in der Hege- und Naturschutzschau im Bürgerhaus Putzbrunn erklärte. „Wenn wir draußen sind, übernehmen wir auch Naturschutzaufgaben, wie das Anlegen von Biotopen“, sagte er. Wie aktiv und erfolgreich die Jäger in den vergangenen zwölf Monaten waren, bewiesen sie in der gesetzlich vorgeschriebenen öffentlichen Hegeschau. Über 700 Gehörne von Rehböcken und Rotwild (Hirsche) präsentierten sie.

Kreisjagdberater Lorenz Zellner präsentierte die Zahlen: Zwischen dem 1. April 2015 und dem 31. März 2016 seien im Landkreis 747 Rehböcke und fünf Hirsche erlegt worden. Das mit 384 Gramm schwerste Gehörn stammt aus dem Revier Feldmoching. Besonders freuen dürften sich die Landwirte über die im Landkreis 321 erlegten Wildschweine. Außerdem schossen die Jäger beispielsweise 160 Feldhasen, 455 Füchse und 455 Rabenkrähen. „Es wurde mehr Rehwild als 2014 geschossen“, stellte Zellner fest. 

Im Forstrevier Sauerlach müssten mehr Tiere geschossen werden

Zufrieden waren mit diesem Ergebnis allerdings nicht alle. So sei das Ziel, die Verbissschäden an jungen Bäumen in Grenzen zu halten, nicht in allen der neun Hegegemeinschaften erreicht, mahnte der Chef des zuständigen Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Ebersberg, Friedrich Nebl. In fünf Hegegemeinschaften im Süden, Osten und im Forstrevier Sauerlach sei die Verbisssituation immer noch zu hoch, in vier Hegegemeinschaften müsse die Zahl der Abschüsse erhöht werden. Das habe das im Jahr 2015 erstellte forstliche Gutachten ergeben. „Insgesamt hat sich zwar die Situation im Vergleich zum Gutachten 2012 verbessert, aber bei einigen Hegegemeinschaften muss mehr getan werden“, so Nebl. 

Detailliert stellte er die Zahlen für jede Baumart vor: Schäden in den fünf Hegegemeinschaften von über 20 Prozent bis knapp 50 Prozent bei den Laubbäumen seien einfach zu hoch. Im Forstrevier Sauerlach waren es 2012 noch knapp 60 Prozent Verbisschäden. Besser sieht es bei den Nadelbäumen aus. Mit 4,4 Prozent führt hier die Hegegemeinschaft Südost die Negativliste an, konnte das Ergebnis allerdings fast halbieren und zum Positiven wenden. „Wir sind auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel“, stellte dann auch Jägervereins-Vorsitzender Schaller fest. 

Vor allem die Waldbauern sind es, die sich mehr Engagement von den Jägern wünschen, für höhere Abschusszahlen plädieren. Der Verbiss junger Bäume führe zu verringertem Wachstum oder zu schiefen Bäumen, bemängeln sie. Um die Pflanzen zu schützen, müssten Wildzäune aufgestellt werden. Das sei teuer. Das Ziel sei eigentlich, junge Bäume ohne derartige Schutzmaßnahmen aufwachsen zu lassen. Vize-Landrat Ernst Weidenbusch (CSU) griff den Faden in seinem Grußwort auf: „Es besteht Abstimmungsbedarf zwischen dem Jagdverband und den Waldbauern. Wichtig ist, dass beide am selben Strick in die gleiche Richtung ziehen.“ Weiter dankte Weidenbusch den Jägern für die erbrachten Leistungen, die dazu beitragen würden, einen artgerechten Wildbestand zu haben. 

Putzbrunns Vize-Bürgermeister Eduard Fritz (CSU) wies in seinem Grußwort auf die Konflikte zwischen dem Wald als Erholungsraum und den Interessen der Jäger hin: „Durch die immer dichter besiedelten Gebiete wird der Wald zur Naherholung intensiv genutzt. Dabei erachten Hundebesitzer die Anleinpflicht sehr oft als nicht so wichtig.“ Ein weiterer Stressfaktor für das Wild seien aber auch die Sturmschäden. „In die Wälder wurden große Lücken gerissen Für das Wild bedeutet das einen großen Einschnitt in seinen Lebensraum. Und für die Jäger bringt das eine große Herausforderung.“

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