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Ulrich Hammerl (Mitte) bekommt den Preis von Otto Marchner und Friederike Steinberger.

 Mit BLSV-Ehrenamtspreis ausgezeichnet

Ulrich Hammerl: Das Gesicht des TSV

Grasbrunn – 14 Jahre steht Ulrich Hammerl an der Spitze des TSV Grasbrunn-Neukeferloh. Dafür wurde er mit dem Ehrenamtspreis geehrt. Hammerl will erst aufhören, wenn sein großer Traum wahr wird.

Alle zwei Jahre die gleiche Frage: „Und? Bist du wieder gewählt worden?“ Die Antwort, die Ulrich Hammerl seiner Frau gibt, ist stets dieselbe: „Ja.“ Sie kennt sie eigentlich schon, bevor er es ausspricht. Seit 2002 führt Hammerl, 61, den TSV Grasbrunn-Neukeferloh als Erster Vorsitzender. Unter der Regie des Grasbrunners hat sich der Verein stark verändert: Vom Treffpunkt für Sportler „klassischer“ Disziplinen wie Fußball hin zum Anbieter für Breitensportler jeder Couleur. Tanzen, Turnen und ein großes Angebot für den Nachwuchs und Senioren. Nun hat Ulrich Hammerl den Ehrenamtspreis des Bezirks Oberbayern im Bayerischen Landessportverband (BLSV) erhalten. 

Ein „einmaliges Erlebnis“, das der Sozialdemokrat, der seit 1996 für die SPD im Gemeinderat Grasbrunn sitzt, nicht vergessen wird. Beim Festabend im Panorama-Restaurant des Wendelsteins in 1724 Metern Höhe „ist mir richtig bewusst geworden, wie einmalig diese Auszeichnung ist“, sagt Hammerl. 

Im Umkehrschluss sind es die 20 Preisträger, deren Engagement der BLSV als nicht alltäglich einstuft. „Wahnsinnig beeindruckt“ zeigte sich BLSV-Präsident Günther Lommer. Als „Vorbilder im besten Sinne“ bezeichnete BLSV-Bezirks-Vorsitzender Otto Marchner die Geehrten. Denn „Sportvereine ohne Ehrenamt sind einfach nicht vorstellbar.“ 

Ulrich Hammerl ist das beste Beispiel. Der TSV ist für ihn „ein kleines Unternehmen“, das es zu führen gilt. Personalführung, Finanzen, Marketing: Vereinsarbeit ist aufwändig. Nur bezahlt wird sie nicht. Darum sei es auch nicht so leicht, einen Nachfolger für den Chefposten zu finden, sagt der Vorsitzende, Doch amtsmüde ist er nicht. 

Denn sein größter Wunsch ist auch nach 14 Jahren im Chefsessel noch unerfüllt: die neue Dreifach-Turnhalle. Seit vielen Jahren, schon vor Hammerls Zeit, kämpft der TSV für mehr Platz. „Die räumlichen Kapazitäten sind einfach erschöpft.“ Die Nachfrage ist da für weitere Gruppen, vor allem im Nachwuchsbereich, doch es gibt keine Hallenzeiten. Sie ist ständig voll belegt. Die Tänzer beispielsweise, Hammerl selbst liebt Latein-Tänze, üben im Bürgerhaus. „Ich kann den Anforderungen der Bürger nicht mehr gerecht werden“, sagt er. Ein unbefriedigender Zustand. Die Zahl der TSV-Mitglieder wuchs in 14 Jahren von 660 auf 1080 Mitglieder. Es wäre noch mehr drin. Doch die Sportler brauchen Platz.

 Darüber diskutiert auch der Gemeinderat schon lange. Hammerl hofft, dass in rund drei Jahren „der erste Stein gelegt werden kann“. 

Zumal sich der TSV Grasbrunn-Keferloh mit einem wichtigen Titel schmücken darf: offizieller Leistungsstützpunkt in Oberbayern für Karate. Die Abteilung, 1985 gegründet, ist das Aushängeschild des Vereins. Doch der TSV setzt auf Vielfalt, das ist dem Vorsitzenden ganz wichtig. 

Aus leidvoller Erfahrung. Seit Kindertagen war er TSV-Anhänger, trat jedoch 1974 aus. Der Grund: Der Volleyballer fand im Verein keine Gleichgesinnten – und wechselte nach Ebersberg. Erst Ende der 1970er Jahre entstand die Volleyball-Abteilung. Das zweite einschneidende Erlebnis: Hammerl beobachtete in seiner Heimtgemeinde „viele Kinder, die am Wochenende auf der Straße spielen“. Mit ihnen wollte der Leiter des AWO-Integrationskindergartens „Mogli“ trainieren, ihnen ein Sportangebot bieten. Aber: „Das war nicht möglich ohne Übungsleiter-Schein.“ Mittlerweile besitzt der 61-Jährige diverse Scheine. Damals war Hammerl klar: „Ich möchte die Geschicke des TSV verändern.“ 

Als der SPD-Ortschef als Bürgermeister-Kandidat 2002 gegen Otto Bußjäger (Freie Wähler) scheiterte, übernahm er den Chefposten beim TSV. Er baute den Nachwuchsbereich aus, rekrutierte zertifizierte Übungsleiter, deren Weiterbildungen der Verein fördert und stellte das Angebot auf breitere Füße. Vom Gesundheits- bis zum Leistungssport, von Pilates über Kata und Leichtathletik bis zum Tischtennis: Beim TSV findet jeder seine Form der Bewegung. Fehlen nur noch die passenden Räume. Dann wäre für Ulrich Hammerl ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Und dann könnte die Antwort auf die Frage, die ihm seine Frau alle zwei Jahre stellt, auch „Nein“ lautet.

Janine Tokarski

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