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Die Asylunterkunft soll auf der rot markierten Fläche entstehen.

Bürger fühlen sich bei Planung übergangen

Asylunterkunft in Neubiberg: Anwohner sind sauer

Neubiberg –Die Anwohner rund um die Äußere Hauptstraße sind sauer. Sie fühlen sich vom Landkreis und von der Gemeinde bei den Plänen für eine Asylunterkunft dort übergangen. Im Rathaus ist man auf Dialog aus. 

Der Unmut ist groß bei einigen Anwohnern der Ilm-, Isar-, Mangfall- und Äußeren Hauptstraße sowie der Straße Auf der Heid. Sie fühlen sich von der Gemeinde übergangen. Stein des Anstoßes: die geplante Asylbewerberunterkunft an der Äußeren Hauptstraße für rund 300 Flüchtlinge, die noch heuer in Neubiberg errichtet werden soll

Die Anlieger ärgert, dass „wir davon aus der Presse erfahren mussten“, sagt Oliver Hellmund. Er ist einer von zwei Sprechern der Bürgerinitiative (BI) „Flüchtlinge in Neubiberg“, die sich im August gegründet hat. Sie hat nach eigenen Angaben rund 100 Mitglieder. 

Klare Distanzierung vom "rechten Sumpf"

Wichtig ist ihm beim Namen das Wort „in“ . Denn: „Wir sind keineswegs gegen eine Unterkunft auf diesem Grundstück“, betont er. „Und wir wollen auch nicht mit dem rechten Sumpf in Verbindung gebracht werden.“ Vielmehr hätten sie sich vor der Entscheidung für dieses Areal eine Gespräche und Infos gewünscht. „Wir werden nicht gehört und vor vollendete Tatsachen gestellt“, kritisiert Hellmund, 50, der an der Ilmstraße wohnt. 

Den Info-Abend am 28. September mit Landrat Christoph Göbel bewertet die Initiative als „nicht hilfreich“. Die Anwohner befürchten, dann mit Fakten konfrontiert zu werden – ohne Chance auf Einflussnahme. 

Info-Abend kommt zu spät

Christian Einzmann, Bauamtsleiter der Gemeinde, versucht zu beruhigen: „Es ist nicht das Ziel und wäre sehr unglücklich, wenn wir dort ein fertiges Konzept vorstellen, an dem nichts mehr zu ändern ist. Wir suchen die Kommunikation mit den Bürgern.“ Doch bislang „gab es noch nichts Konkretes, das wir vorstellen konnten“. Vielmehr liefen die Planungen des Landratsamts, zuständig für die Asylunterbringung, noch. Es brauche Vorlauf und Planungen, um Details nennen zu können. Dies soll beim Info-Abend geschehen. 

Und im Anschluss sollen wichtige Themen wie die Stromversorgung und die Erschließung geklärt werden. Änderungen seien jederzeit möglich. Das Areal „ist derzeit ein verwildertes Waldstück und nicht baureif“, betont Einzmann. Erst wenn alle Aspekte geklärt seien, entscheide der Gemeinderat über den Bauantrag. 

Noch nichts in Stein gemeißelt

Doch nicht nur die Informationspolitik ärgert die Initiative. Sie würde sich auch eine dezentrale Unterbringung auf mehreren Flächen wünschen und an der Äußeren Hauptstraße eine Unterkunft für nur 100 Asylbewerber. „Hier wird der einfachste Weg gegangen. Aber es braucht Integration, und die ist nur in kleinen Einheiten sinnvoll umsetzbar“, sagt Hellmund. 

Die Anwohner haben bislang nicht den persönlichen Kontakt zur Gemeinde und zu den Projektplanern der Unterkunft gesucht, wollen dies aber nachholen. Sie seien „jederzeit bereit, bei der Integration mitzuhelfen“, betont Hellmund. Er ist optimistisch, „dass der Landkreis und die Gemeinde diese helfende Hand nicht ausschlagen“. Der größte Wunsch der Initiative: Ein Vor-Ort-Termin mit Gemeindevertretern und Projektplanern, „bei dem wir unsere Wünsche äußern können".

Janine Tokarski

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