Ausstellung

Aying feiert vier Jubiläen

Aying - Gleich vier Jubiläen feiert Aying in den kommenden Wochen mit einer Ausstellung im Sixthofstadl. In mühevoller Arbeit haben die Gemeindearchivarin Franziska Ahlborn und Laura Inselkammer, Ehefrau des Junior-Bräus, eine Schau der Gemeinde und der Brauerei zusammengestellt: „Eine Gemeinde, vier Jubiläen“.

Ein Thema der Ausstellung und ein Jubiläum ist der 50. Geburtstag der „Schutzgemeinschaft Hofoldinger Forst – Bayerisches Oberland e.V“. Sie wurde am 27. Mai 1966 auf Betreiben des damaligen Peißer Bürgermeisters Johann Mang im Verbund mit 17 benachbarten Gemeinden gegründet. Einer, der damals kräftig mitmischte, war Franz Seraph Inselkammer (+ 11. August 1986).

Widerstand gegen Flughafen im Hofoldingr Forst

Sein Sohn, der heutige Seniorchef der Ayinger Privatbrauerei, Franz Inselkammer senior (80), kann sich noch an einige Begebenheiten erinnern. „Das Versammlungslokal der Vorstandschaft der Schutzgemeinschaft war der Brauereigasthof Aying. Regelmäßig wurden dort Sitzungen abgehalten, bei denen ich einige Male dabei war.“ 

Sein Wort hat Gewicht

Doch warum war sein Vater so engagiert? „Er war mit Leib und Seele Waldbauer. Seinen Wald hat er über alles geliebt und geschützt.“ Bäume seien bei Inselkammers immer sehr alt geworden. Letztendlich zählten auch der Schutz des Trinkwassers und der Heimat für seinen Vater zu seinen Beweggründen, von Anfang an gegen den Bau des Großflughafens im Hofoldinger Forst zu agieren. Natürlich war sich Franz Seraph Inselkammer dessen bewusst, dass sein Wort auch Gewicht hatte. „Wenn er etwas gesagt hat, dann hat das auch was gegolten. Er war eine Persönlichkeit.“

1963 bauten Franz und Maria Inselkammer den Gasthof in Aying um. Kurz danach gab’s den ersten Michelin-Stern fürs Restaurant. „Da kamen natürlich viele Menschen nach Aying, auch Politiker, mit denen mein Vater dann auch wegen der Flughafenansiedlung gesprochen hatte. Mein Vater war in der Vorstandschaft sehr wichtig. Er hat darauf hingewirkt, dass die Arbeit sachlich blieb und wir die richtigen Mitstreiter hatten.“

Großdemonstration im "Platzl"

Für die Großdemonstration in München stellte Inselkammer das Platzl zur Verfügung. „Ich kann mich noch daran erinnern, dass wir zu dieser großen Demonstration in München aufgerufen haben, die dann mit einigen Reden, unter anderem von Landtagspräsident Rudolf Hanauer, im Platzl geendet hat. Die Demonstration war damals ein großer Erfolg und das Platzl mit 700 bis 800 Personen bis auf den letzten Platz gefüllt.“ 

Soweit Inselkammer senior heute noch weiß, seien viele Menschen in der Altgemeinde Peiß, in Helfendorf und den umliegenden Orten und Gemeinden der gleichen Meinung gewesen, dass der Hofoldinger Forst bestehen müsse. Vor allem Radiosender und Zeitungen seien auf der Seite der Schutzgemeinschaft gewesen: „Damals gab es ja fast nirgendwo einen Fernsehapparat.“ Vieles lief über Mundpropaganda, Briefe, Plakate und eben die Medien. Schlussendlich waren alle Bemühungen von Erfolg gekrönt. Bayern entschied sich fürs Erdinger Moos, um dort den Ersatz für den Riemer Flughafen zu schaffen.

Vorträge zur historischen Ausstellung

Die Ausstellung „Eine Gemeinde, vier Jubiläen“ findet zwischen dem 24. September und 23. Oktober 2016 im Sixthof Aying, Münchner Straße 4, statt. Die Öffnungszeiten sind mittwochs zwischen 17 und 19 Uhr sowie samstags und sonntags zwischen 11 und 17 Uhr. Als Eintritt werden drei Euro erbeten. In der Ausstellung wird auch ein Film gezeigt, der das Wirken der Schutzgemeinschaft dokumentiert. An jedem Mittwochabend werden Vorträge angeboten: 28. September, Professor Dr. Hermann Rumschöttel, 1225 Jahre Aying; 5. Oktober, Professor Dr. Ludwig Narziß, 500 Jahre Reinheitsgebot; 12. Oktober, Pfarrer Martin Kurlitsch, 650 Jahre Filialkirche St. Nikolaus in Peiß; 19. Oktober, Bürgermeister Hans Eichler und Rudolf Jäger, 50 Jahre Schutzgemeinschaft Hofoldinger Forst Beginn ist jeweils um 19 Uhr im Sixthofstadel.

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