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Verwaltung ohne Spitzen

Bürgermeisterin bezieht Stellung zu Kündigungswelle

Baierbrunn - Vor zwei Jahren ist Barbara Angermaier gewählt worden als Bürgermeisterin von Baierbrunn. Sie trat an, um endlich wieder anzupacken, was in der Gemeinde lang liegengeblieben war. Und steht jetzt in der Verwaltung ohne führende Mitarbeiter da – Geschäftsleiter Markus Stark und Bauamstleiter Richard Schmidt sind von sich aus gegangen, der Vertrag der Kämmerin wurde nicht verlängert.

Man kann es nicht oft genug sagen – selten hat man Kommunalpolitiker erlebt, die so bemüht sind wie die 53-jährige Mutter von vier inzwischen erwachsenen Kindern. Sie will es allen recht machen. Und schreibt sogar vorher auf, was sie einem Vertreter der Bayernwerke sagen will, wenn der in den Gemeinderat kommt. Um irgendein Kraftwerk vorzustellen, an dem sich die Gemeinde vielleicht beteiligen will. Sie ist sehr genau. Aber man kann auch nicht so leicht in sie reinschauen. Über die Mitarbeiter, die jetzt gehen, kommt ihr kein negatives Wort über die Lippen. Was allerdings schon durchscheint: dass sie selbst mit Kritik vielleicht nicht allzu gut umgehen kann. Nicht so gern Verbesserungsvorschläge annimmt.

Eine Mediation etwa mit ihrem Geschäftsführer, die dieser vorgeschlagen hatte, hat sie abgelehnt. Dabei ist immer klar: Sie engagiert sich über die Maßen. In Baierbrunn ist das Bürgermeisteramt ein Ehrenamt – das sich in ihrem Fall zum Fulltime-Job ausgewachsen hat. Sie ist überall dabei. Macht Anliegerversammlungen, wenn die Leute sich über den Verkehr beklagen. Und diskutiert über die nötige Erweiterung der Schule erstmal so lang in Arbeitskreisen und damit unter Ausschluss der Öffentlichkeit, bis bei der Vorlage im Gemeinderat dann nicht mehr viel passieren kann. Das ist zeitintensiv und aufwendig für alle Beteiligten. Für manche auch frustrierend, die ihre Meinungsverschiedenheiten gern austragen. Oder vielleicht auch erst im Argumentieren zum eigenen Standpunkt finden. „Viele Projekte“, sagt Barbara Angermaier gern, stehen in der zweitkleinsten Gemeinde im Landkreis momentan auf der Agenda. „Schritt für Schritt“ möchte sie Probleme lösen, „besonnen, offen und ehrlich“ abarbeiten, was ansteht.

 Dabei ist ihr durchaus klar, dass sie ihren Mitarbeitern schon einiges abverlangt. Weil unter ihrem Vorgänger, das ist auch kein Geheimnis, eher Stillstand geherrscht habe in Baierbrunn. Unter dem CSU-ler Eugen Kramer sei nicht viel vorangegangen, und da habe sich, hört man von einigen Gemeinderäten, vielleicht auch ein Schlendrian in der Verwaltung eingeschlichen. Angermaier aber kommt aus der Wirtschaft. Sie hat, ehe sie für die Kinder zuhause blieb, fünf Jahre als Innenarchitektin gearbeitet. Sie sagt: „Ich greife wieder an.“ Dass sie tatkräftig ist, das loben an ihr Gemeinderäte aller Fraktionen. Und das bekommt sie auch von den Bürgern gespiegelt, die ihr sagen: „Man sieht, dass du was machst.“ In ihrer bisher ja nicht besonders langen Amtszeit hat sie erreicht, dass der beliebte Waldorfkindergarten Buchenhain eine neue Bleibe gefunden hat. Sie will die Energieversorgung umweltfreundlicher gestalten, hat sozialen Wohnungsbau in der Ahornstraße angekurbelt. Und bei der Endlos-Diskussion über die Schulerweiterung dann auch noch die Bevölkerung eingebunden – mit dem Effekt, dass jetzt sogar auch über einen kompletten Schul-Neubau nachgedacht wird. Derweil mag das alles zusammen anderen Beteiligten ein wenig viel auf einmal erscheinen.

Wie geschickt die Bürgermeisterin in der Personalführung ist – darüber gehen die Meinungen auseinander. Dazu kommt, erfährt man in der Verwaltung, dass die Reibungsverluste im Alltags-Getriebe offenbar hoch sind. Wenn Sachen nochmal, nochmal und nochmal besprochen werden. Wenn heute nicht mehr gilt, was gestern beschlossen worden ist. Geschäftsführer Markus Stark warf nach 23 Jahren im Hauptamt das Handtuch, er fährt seit Freitag jeden Tag eine Dreiviertelstunde einfach an die neue Arbeitsstelle in Otterfing im Landkreis Miesbach. 

Dass jetzt auch Richard Schmidt, der Bauamtsleiter gekündigt hat, hat Angermaier nach eigenen Worten „nicht überrascht“. Die beiden seien befreundet. Und der Kämmerin Diana Lischka habe sie den befristeten Vertrag eben nicht verlängert, weil die keine voll ausgebildete Kämmerin gewesen ist. „Ich hätte es mir auch anders gewünscht“, meint Barbara Angermaier zu den Veränderungen in der Verwaltung. Ihr sei doch immer wichtig, „dass man einen Konsens herbekommt“. Dass miteinander geredet wird. Im Dorf, wo, seit sie Amt ist, wieder jedes Jahr ein großes Fest für alle stattfindet, ebenso wie im Rathaus. Die Baierbrunner Rathauschefin sagt: „Der Anstand verbietet mir, was liegenzulassen“ und: „Mir macht meine Arbeit ja Spaß.“

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