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Baupolitik

Welcher Schulstandort ist der beste?

Baierbrunn - Ob Baierbrunn jetzt die Schule ganz neu baut – oder doch nur anstückelt am jetzigen Standort: Das ist noch immer völlig offen. Im Rathaus wurden jetzt sämtliche Varianten, die die bisherigen Diskussionsrunden überdauert haben, von Fachleuten präsentiert.

Es zeigte sich zum einen, dass vielleicht sogar die beste Variante von allen, wenn es nach den Experten geht, ein Neubau am Wirthsfeld ist – der bislang noch gar nicht im Gespräch gewesen ist. Und es hat sich, „überraschend“, wie Geschäftsleiterin Nina Schierlinger sagte, auch für die Verwaltung ein ganz neues Problem aufgetan: Wenn die Schule am jetzigen Standort erweitert wird, braucht sie eine „rechtlich gesicherte Erschließung“ – was heißt, dass die an manchen Stellen nur 2,40 Meter schmale Hermann-Roth-Straße erweitert werden müsste. Die Gemeinde besitzt dort aber keinen Grund mehr – weshalb nicht nur Eltern im Sitzungssaal Platz genommen hatten, sondern auch einige Anwohner des Schulwegs, die sich reichlich zu Wort meldeten.

Rein vom Planerischen her machbar ist ein An- beziehungsweise Neubau der Schule, das erklärte ausführlich der zuständige Architekt Stefan Holzfurtner, an fünf Standorten. Ein Neubau wäre an der Kirche denkbar und eben auch am Wirthsfeld, würde die Gemeinde in beiden Fällen rund 13,5 Millionen Euro kosten. Wobei am Wirthsfeld kein Grund mehr erworben werden müsste. Dort besitzt die Gemeinde ein 6200 Quadratmeter großes Areal, das ausreichen würde. Außerdem sind dort Außensportanlagen schon vorhanden, ein weiterer Vorteil. Andererseits müsste für die Kinder von Buchenhain ein Schulbus eingerichtet werden, was freilich auch kostet. Unterm Strich hat Landschaftsarchitekt Christian Ufer, dessen Büro Terrabiota allen Standorten Noten gegeben hat, das Wirthsfeld bestens beurteilt – mit einer 1,5 nämlich. Der Platz an der Kirche bekam eine 2,39.

Derweil könnte der jetzige Schulstandort erweitert werden durch einen Anbau an die Turnhalle Richtung Schulwiese – die von den Planern favorisierte Variante, die von Ufer eine 2,5 bekam. Dort muss nicht zu sehr ins Landschaftsschutzgebiet eingegriffen werden, die dafür nötige Befreiung würde wohl erteilt werden. Die Gemeinde müsste 2500 Quadratmeter Grund erwerben, ein großer Pausenhof sei möglich. Kosten: sechs bis 6,5 Millionen Euro. Eine Erweiterung im Norden des Bestands bekam die Note 2,6 – Nachteil ist hier, dass der Pausenhof eher klein bliebe. Es müsste eingegriffen werden in den Rodelhang, was die Sache um eine Million Euro teurer macht. Dafür bliebe das Landschaftsschutzgebiet unangetastet. Die dritte Möglichkeit, die der Architekt vorstellte, besteht daraus, die Turnhalle abzureißen, zu ersetzen durch ein modernes Schulgebäude, Sportmöglichkeiten auf der Schulwiese zu schaffen oder nördlich des Bestands. Diese schnitt bei Ufer am schlechtesten ab – mit einer 3,0. „Die Naturschutzbehörde wird sich hier mit Händen und Füßen wehren“, meinte er.

Die Diskussion mit den Besuchern zeigte, dass die Eltern allgemein langsam ungeduldig werden. „Die Zeit drängt“, meinte ein Vater. Manche machten sich Sorgen, unter Umständen werde im Herbst 2017, weil dann die Genehmigung für die provisorisch aufgestellten Container auf der Schulwiese ausläuft, auch der Hort nicht weiter im Sport- und Bürgerzentrum bleiben kann, gar keine Nachmittagsbetreuung mehr stattfinden. Nina Schierlinger sagte dazu: „Natürlich wird es das weiterhin geben.“ Dazwischen standen immer wieder Anwohner der Hermann-Roth-Straße auf, alarmiert von der eingangs von Rechtsanwalt Gerhard Spieß in den Raum gestellten Möglichkeit der „Enteignung“. Die freilich, wie später dann Christian Ufer versuchte zu beruhigen, immer nur die „ultima ratio“ bleiben würde. Alternativ könnte der jetzige Standort freilich auch über eine neu zu bauende Abzweigung von der B 11 erschlossen werden. Aber auch hierfür fehlt der Gemeinde noch der nötige Grund.

Von Judith Praxenthaler vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum, die den Abend moderierte, wurde auch Rektorin Konstanze von Unold nach ihrer Meinung gefragt. Diese sagte: „Zum Wirthsfeld können die Kinder nicht so gut zu Fuß kommen. Das ist ein Argument gegen diese Lösung. Es wäre sehr schade, die jetzige schöne Lage der Schule aufzugeben. Aber auch ein Neubau hat seinen Charme.“

Wie es jetzt weitergeht? In einer der nächsten Sitzungen, kündigte Schierlinger an, kommt das Thema abschließend in den Gemeinderat. „Der Beschluss wird auf jeden Fall öffentlich fallen“, versprach Bürgermeisterin Barbara Angermaier. Spätestens wohl, wie es aussieht, im Januar.

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