Beteiligung am VHS-Betrieb

Neuer Konkurrent am Bildungshorizont

Brunnthal - Auf den „Quantensprung in Sachen Weiterbildung und Lernen“ muss in Brunnthal zumindest noch ein paar Monate gewartet werden.

Zunächst euphorisch hatte Bürgermeister Stefan Kern (CSU) auf die seinerzeitig einmütige Entscheidung des gemeindlichen Kulturausschusses reagiert, der VHS SüdOst beizutreten. Denn damit versprach man sich, das Bildungsangebot in der Flächengemeinde zu vergrößern. Doch nach der jüngsten Gemeinderatssitzung ist klar: Der Beitritt zum VHS-Riesen mit seinen aktuell rund 2300 Veranstaltungsangeboten in Ottobrunn, Neubiberg, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Hohenbrunn und Putzbrunn ist für Brunnthal längst noch nicht in trockene Tücher gepackt. Mit 10:7 Stimmen sprach sich der Gemeinderat dafür aus, vor einem entsprechenden Vertragsabschluss auch noch ein Konkurrenzangebot aus Sauerlach zu prüfen.

 „Fast hätte es bei der Abstimmung Tumulte gegeben“, sagte Bürgermeister Kern in der Nachbetrachtung. Dort hatte die Abstimmung erst nach organisatorischen Anlaufproblemen und mehrfachen Anläufen funktioniert und einiges an Unmut zutage gefördert. Auch der ebenfalls anwesende VHS-SüdOst-Geschäftsführer Christof Schulz durfte einigermaßen verblüfft gewesen sein, dass sich der Brunnthaler Beitritt zumindest verzögert. Gegen eine allzu rasche Einigung hatte sich zuvor etwa Herbert Katzdobler (CSU) im Verbund mit anderen Gemeinderäten ausgesprochen. Grund: Vom finanziellen Angebot her scheint die Volkshochschule Sauerlach für einen festen Bildungspakt günstiger zu sein. So würden die gegenwärtig rund 450 Brunnthaler Bildungs-Teilnehmer bei der VHS SüdOst mit rund 20 000 Euro gemeindlicher Kostenbeteiligung pro Jahr zu Buche schlagen. „Sauerlach dagegen glaubt auch mit einem erweiterten und vergleichbaren Angebot mit 11 000 Euro Kosten für Brunnthal hinzukommen“, erläuterte Kern. Hier werde vergleichsweise mehr mit Ehrenamtlichen gearbeitet, weshalb die Bildung günstiger vermittelt werden könne. Er zeigte Verständnis für den am Ende relativ knappen Mehrheitsentscheid, vor einer endgültigen Entscheidung über einen der beiden Anbieter erst noch detailliertere Angaben von Sauerlach einholen zu wollen. „Spätestens am 1. Januar 2017 wollen wir aber fester VHS-Bildungspartner sein – von welcher VHS auch immer.“

 Neben den Finanzen gibt es offenbar einen weiteren guten Grund für eine Verbindung mit Sauerlach. „Wir haben über die gemeinsame Musikschule mit Sauerlach nur beste Erfahrungen gemacht“, sagte Kern. Allerdings sei das Bildungsangebot beim „größeren VHS-Bruder SüdOst“ umfangreicher. Zudem steht seines Wissens nach 2019 eine Umstrukturierung der Volkshochschulen zugunsten größerer Einheiten an. Da sei die VHS SüdOst besser aufgestellt als der Nachbar in Sauerlach. Mehr Räumlichkeiten für die Bildung muss Brunnthal aber ohnehin in beiden Fällen schaffen. So sollen Räumlichkeiten in der Grundschule, bei den Pfarreien und selbst bei den Feuerwehren auf ihre „zeitweise Zweckentfremdung“ in Sachen Bildung geprüft werden. Bei der Feuerwehr sei man allerdings laut Kern aus einsatzlogistischen Gründen und bezüglich der Sicherheit eher skeptisch. Harald Hettich

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