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Bürgerversammlung Brunnthal

Das Zehren an der Substanz

Brunnthal - Trotz vieler drängenden Aufgaben wie Autobahnverkehr, DSL-Anbindung, Bustaktung, Wohnungssuche für Flüchtlinge: Noch scheint sich Brunnthal im Stadium zumindest relativer Glückseligkeit zu befinden.

Bei der gut besuchten Bürgerversammlung gab es jedenfalls relativ wenig Reizpunkte. Wortreich geriet einmal mehr die Hast von Bürgermeister Stefan Kern durch den Themenparcours.

Lange Gesichter gab es, weil die Gemeinde beim Haushaltsansatz von einem satten Minus von 700 000 Euro ausgeht. Betrüblich aber für Kern „nicht beängstigend“ – verfügt die Gemeinde doch über Liquiditätsreserven von gut 14 Millionen Euro. An diesen wird allerdings auch im kommenden Jahr wieder kräftig geknabbert. Denn von den geplanten 21,2 Millionen an Investitionen im Vierjahreszyklus bis 2019 entfallen auf das kommende Haushaltsjahr allein 8,6 Millionen Euro. Viel Geld fließt wieder in die Straßenausbauten und Sanierungen. Immerhin kann die Gemeinde beim Lärmschutzwall durchatmen. Hier übernimmt laut Bürgermeister Kern der Bund. „Es wäre dumm, wenn wir jetzt noch größere Mittel einstellen, wenn dann der Bund vielleicht noch den ein oder anderen Meter auf die neuen Lärmschutzwälle draufsattelt“, sagte der Bürgermeister. Notwendig wäre dies. Nachfragen gab es manche. Die Brunnthaler im Bannstrahl der Autobahn verspüren etwa im Bereich der heftig umtosten Gudrunsiedlung manches „Lärmschutzloch“.

Im Blickpunkt war auch wieder die Haidstraße. Weiteren Wünschen zur Temporeduzierung erteilte Kern eine Absage und verwies bei wiederholten Klagen über eine dort nicht durchgängige Geh- und Radwegverbindung erneut auf den schwierigen Grunderwerb. Dagegen sollen die Sichtspiegel im Bereich der Waldsiedlung wiederhergestellt werden.

Viel Ärger manifestierte sich bei den Bürgern mit Blick auf die Internetverbindung im Ort. „Brunnthal ist abends schlicht nicht online“, stellte Kern in seinem Rechenschaftsbericht fest. Zwar hat die Gemeinde in zähen Verhandlungen mit dem Kommunikationsriesen schnellere Taktfrequenzen und einen Lückenschluss für noch immer webfreie Zonen in der Gemeinde durchgesetzt. Doch der Frust in der Streitsache ist nach wie vor groß. Klaus Elbel brachte die Dinge auf den Punkt. „Die Telekom kann nur zwei Dinge – Rechnungen stellen und abbuchen“. Für zehn Prozent Leistung verlange das Unternehmen 100 Prozent Gebühren. Kern versprach auch anderen Wortmeldern, in der Sache aktiv zu bleiben.

Aktivität ist auch in Brunnthals relativer Mitte gefragt. Südlich der Glonner Straße ist reichlich neue Wohnbebauung vorgesehen. Die Anwohner der benachbarten Riedhauser- und Auenstraße hätten aber gerne keinen allzu zahlreichen Durchgangsverkehr. Hier regte sich Widerstand von Nachbarn aus dem nahen Kleefeld. „Bei uns fahren alle durch, das können sie auch.“ Aber auch die angesprochenen Trassen müssten offen bleiben. Werden sie auch, versprach Stefan Kern. Zumindest für wichtige Fahrten wie Rettung oder Feuerwehr werde eine ausreichende Durchwegung gewährleistet. Allzu viele würden nach Einschätzung eines Bürgers ohnehin nicht über die Riedhauser- oder Auenstraße ins neue Wohngebiet pendeln. Harald Hettich

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