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Die jungen Eltern im Kreis ihrer Familien: (v.l.) Linda Ranninger, Vanessa Hirsch mit Baby Maximilian und Freund Ferdinand Ranninger, Vanessas Vater Thomas Hirsch und ihr Onkel Bernhard Hirsch, kniend: Vanessas Schwester Laura Hirsch und ihr Cousin Fabian Hirsch.

In die Klinik mit Verdacht auf Blinddarmentzündung

Plötzlich Mutter

Brunnthal - Vanessa Hirsch aus Brunnthal kam mit Verdacht auf Blinddarmentzündung ins Krankenhaus – und mit einem Kind wieder nach Hause. Keiner wusste von der Schwangerschaft. Am allerwenigsten die junge Mutter selbst.

Die 19-jährige Vanessa Hirsch wurde vor kurzem Mutter. Das Besondere daran: die Schwangerschaft blieb unbemerkt. Sie kam quasi wie die Jungfrau zum Kind. „Nicht ganz“, sagt Vanessa mit einem Lachen. Es gibt da schon jemanden, der maßgeblich beteiligt war: ihr Freund Ferdi.

Eine Schwester zerrt Ferdi zum Kreißsaal: "Sie werden gerade Vater!"

Die Zwei lernten sich in der Schule kennen und sind mittlerweile gut zwei Jahre zusammen. Ja, und jetzt ist Ferdinand Ranninger (20) aus Ottobrunn plötzlich Papa. Über Nacht. So schnell kann’s gehen. „Eine tolle Überraschung.“ Das ging dem jungen Vater als Erstes durch den Kopf nach der Geburt seines Sohnes Maximilian.

Davor war nicht viel Zeit zum Nachdenken gewesen. Während seine Freundin wegen Verdachts auf Blinddarmentzündung von einem Arzt untersucht wurde, wartete Ferdinand auf dem Krankenhausflur. Kurz darauf ging die Tür auf und eine Krankenschwester zerrte ihn in Richtung Kreißsaal – mit den Worten: „Sie werden Vater!“ 

Dann ging es auch schon los. Vanessa Hirsch war es wenige Minuten zuvor nicht viel anders ergangen. Blutabnahme und Ultraschall-Untersuchung brachten den wahren Grund für ihre Bauchschmerzen schnell ans Tageslicht. „Sie bekommen ein Kind!“, sagte der Arzt ganz direkt. Es ihr schonender beizubringen, dafür fehlte schlichtweg die Zeit. Der Kopf des Kindes war bereits zu sehen. In dem Moment ein regelrechter Schock für die werdende Mutter. Die Gedanken purzelten durcheinander: „Oh Gott, was passiert da mit mir? Schaffe ich das alles überhaupt?“ 

Die Gedanken purzeln durcheinander: „Was passiert da mit mir?“

Danach begibt sie sich vertrauensvoll in die Hände der erfahrenen Fachleute. „Ich habe einfach gemacht, was mir die Hebamme gesagt hat“, erzählt die Brunnthalerin. Wenige Presswehen später war der kleine Maximilian auch schon da: 51 Zentimeter groß und 2980 Gramm schwer. 

Was folgte, war der Anruf bei Vanessas Eltern. „Ich hab‘ zwei Stunden gebraucht, bis ich es richtig begriffen habe“, erinnert sich Thomas Hirsch. Der frischgebackene Opa ist 50 Jahre alt und lebt mit seiner Frau Simone (48) und den Töchtern Vanessa und Laura in Neukirchstockach, einem Ortsteil von Brunnthal. 

Die Reaktion des Opas ist nachvollziehbar. Vanessa zeigte keinerlei Anzeichen einer Schwangerschaft. Keine morgendliche Übelkeit, kein typischer Schwangerschaftsbauch. Vanessa hat es für eine der üblichen Gewichtszunahmen gehalten. „So wie man halt immer wieder mal ein bisserl zu- oder abnimmt.“ Und dann auf einmal ein Kind. Sozusagen aus dem Nichts. Damit hatte keiner gerechnet. Zunächst war die größte Sorge, ob Maxi gesund ist. Natürlich hatten die jungen Eltern auch Angst, was auf sie zukommen wird. 

Nach dem ersten Schreck weiß Ferdinand Ranninger heute: „Rückblickend war es der schönste Tag meines Lebens.“ Dass er das so sehen kann, ist auch das Verdienst des Klinikums Neuperlach, wo der kleine Maximilian geboren wurde. „Die haben uns dort wirklich sehr geholfen“, sagen die dankbaren Eltern. 

Ein weiteres Glück: Maxi kam noch kurz vor dem geplanten Urlaub auf die Welt. „Sonst wären wir zu dritt aus Kroatien heimgekommen“, erklärt Papa Ferdinand. So jung Eltern zu werden, war freilich nicht geplant: „Wir wollten eigentlich noch ein paar Jahre mit der Familienplanung warten.“ Weil Vanessa und Ferdinand in Ausbildung sind – sie zur Erzieherin, er zum Einzelhandelskaufmann – bleiben sie wie bisher bei den Eltern wohnen. In ein paar Jahren möchten sie sich eine gemeinsame Wohnung nehmen. Das Schönste für das junge Paar ist: „Wir haben durchweg positive Reaktionen erfahren.“ Von der Baby-Erstaustattung bis zum Alltag mit Kind – Familie oder Freunde, jeder hat mitgeholfen, damit der kleine Maximilian einen guten Start ins Leben hat. 

Vor allem Oma Simone ist eine große Stütze. „Sie ist immer für uns da und hilft wo sie kann“, sagt Vanessa. Und dann ist da ja auch noch Laura, Vanessas Schwester. Die 14-Jährige ist – wie alle anderen – hin und weg von dem Kleinen: „Wenn man ihn ansieht, geht einem das Herz auf – vor lauter Freude“, schwärmt sie und hat sich gleich freiwillig für den Babysitter-Dienst gemeldet. Fazit: Überraschungsbaby hin oder her. Maximilian ist gesund und munter. Und er bringt Leben ins Haus. Darüber freut sich die ganze Familie.

Von Cornelia Schönhardt

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