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Flüchtlinge

Burkinis im Freizeitbad „natürlich erlaubt“

Pullach - Damit die unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge, die auf der Burg Schwaneck untergebracht sind, nicht erst in eine Gefahrensituation kommen, wurde auf Initiative des Referenten für unbegleitete Minderjährige des Kreisjugendrings München-Land, Andreas Biberger, Schwimmunterricht organisiert.

Die Jungen und Mädchen wollten auch selbst unbedingt schwimmen lernen. Mit der Isar gleich unterhalb der Burg erschien ihnen die Situation zu gefährlich. An zwei Montagen hat der Unterricht bereits für Jungs stattgefunden, an einem für Mädchen. Die Schwimmlehrer stammen aus den Reihen der Wasserfreunde Pullach. Mehrere jugendliche Trainer, mit Trainerschein und Rettungsabzeichen ausgestattet, geben den nach Geschlechtern getrennten Jugendlichen bis zu zehn Mal Schwimmunterricht. Danach sollten sie schwimmen können. 

Das Freizeitbad Pullach stellt sein Becken kostenlos zur Verfügung. Schwimmmeister Stefan Lontzek ist begeistert: „Wir haben erst überlegt, wie wir die Flüchtlinge unterstützen können. Nachdem dann einige Unfälle passiert waren, wurde schnell klar, was unser Beitrag sein könnte. Schwimmen lernen ist eine lebenserhaltende Maßnahme. Und gerade im Sommre macht Schwimmen ja auch Spaß.“ Lontzek ist auch begeistert vom Engagement des Schwimmvereins und lobt die schnelle Bereitschaft, die Idee zu unterstützen. Vor allem der Zweite Vorstand der Wasserfreunde, Kerstin Pichler, ist laut Lontzek mit sehr viel Herz und Freude an der Aktion beteiligt. 

Andreas Biberger wiederum freut sich über Stefan Lontzeks bereitwillige Unterstützung und auch über seine Offenheit: „Auf meine Frage, ob die Mädels mit Burkini ins Wasser dürften, meinte Herr Lontzek, dass es schade sei, dass man so eine Frage überhaupt stellen müsse.“  Natürlich dürften Mädchen den zweiteiligen Schwimmanzug samt Kopftuch im Pullacher Freizeitbad tragen. Der Begriff setzt sich zusammen aus Burka und Bikini. Beim ersten Schwimmkurs der Mädchen aus Somalia, Syrien und Afghanistan vergangenen Montag waren jedoch die Burkinis noch in der Post. Die fünf Bestellerinnen waren also noch nicht dabei. Einige der Mädchen waren zum ersten Mal in ihrem Leben in einem Schwimmbecken. Dementsprechend aufgeregt war die Gruppe, als sie durch das Nichtschwimmerbecken watete. Die rettende Poolnudel unter den Armen nahm den Mädchen zum Glück die größte Angst.

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