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Ein Herz für den Mittelstand haben Christoph Müller-Brand, Vorstand des Gewerbeverbands Oberhaching, und der ehemalige Bundesfinanzminister Theo Waigel (r.).

Gewerbeverband Oberhaching

Theo Waigel spricht überEuropa

Oberhaching - Einen prominenten und kenntnisreichen Gastredner hatte der Gewerbeverband Oberhaching (GVO) für sein „Wirtschaftsforum“ gewonnen. Der ehemalige Bundesfinanzminister Theo Waigel sprach zum Thema „Chancen und Risiken für mittelständische Unternehmen im aktuellen Finanzmarkt“.

 Der Einladung des GVO unter Vorstand Christoph Müller-Brandt waren 200 Zuhörer in den Bürgersaal „Forstner“ gefolgt. Darunter Vertreter verschiedener Unternehmen und Banken sowie Einzelhändler und Handwerker, die in der Gemeinde tätig sind. Gewinnen konnte Müller-Brandt den Referenten, nachdem er ihn bei einem Neujahrsempfang in München persönlich kennengelernt hatte. Als „ökonomisch sowie sozial attraktivstes Land in Europa“ lobte Waigel den Standort Deutschland. Nach seinen Worten konnten sich hier in den vergangenen zehn Jahren „Unternehmen glänzend positionieren und gleichzeitig starke Gewerkschaften für höhere Löhne sorgen“. Dabei zeigt sich nach seinen Worten gerade der Mittelstand als robust und leistungsfähig. „Trotz sicher berechtigter Sorgen geht es uns eigentlich gut“, sagte er. Zwar versteht sich der Gewerbeverband zunächst als Heimatverein, der ansässigen Firmen den Impuls bieten möchte, sich mit der Gemeinde zu identifizieren, doch trotz des lokalen Engagements sind zahlreiche mittelständische Unternehmen, die in Oberhaching ihren Standort haben, durch eigene Exportgeschäfte europaweit unterwegs und machen sich Gedanken, ob die europäische Währungsunion den derzeitigen Herausforderungen, sei es der Flüchtlingskrise oder auch den Rettungsschirmen für einige Nationen, standhält. Zudem beunruhigt die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank mittelständische Unternehmen. Von Waigel erhofften sich die Zuhörer einen fundierten Blick auf die europäische Wirtschaftslage, die sich auch auf ihre Unternehmen direkt auswirkt. Waigel sagte, dass Europa gerade für Deutschland als Exportnation ein zentraler Faktor sei, da ohne gemeinsame Währung große Verluste beim Exportgeschäft entstünden. Bezüglich der Niedrigzinspolitik ist nach seinen Worten „vielen nicht klar, dass in den 70er und 80er Jahren, als es mehr Zinsen gab, gleichzeitig die Inflation höher war, sodass Zins-Gewinne von der Inflation aufgefressen wurden“. „Auf Dauer ist das trotzdem keine Lösung, wir müssen mit kleinen Schritten in Richtung Erhöhung gehen.“ Für ihn bedeutet vor allem die Stabilität der Europäischen Union langfristig Sicherheit und politischen Frieden. „Dafür lohnt es sich, sich einzusetzen.“

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