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Segenswunsch von Bischof Reinhard Marx (Mitte) mit Pfarrer Wolfgang Fluck (r.) an die 53 Siebt- und Achtklässler, die er in Pullach firmte: „Ich wünsche Euch, dass Euer Leben gelingt und in der Liebe reich wird.“

Festlich und berührend

Firmung mit Erzbischof Marx in Pullach

Pullach - Eine große Ehre für die Pullacher Pfarrei Heilig-Geist: Dort zelebrierte Erzbischof Reinhard Marx die Firmung. Und hielt eine ebenso warmherzige wie muntere, aber eben auch gehaltvolle Predigt, die das Zeug dazu hatte, auch kirchenmüde Zuhörer zu begeistern.

„Es war Freude pur“, meinte am Sonntag Pfarrer Wolfgang Fluck und klang noch immer ganz erfüllt. „Alles hat zusammengepasst.“ Als Dekan von München-Forstenried hatte er den Kardinal und Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz schon mehrmals bei Konferenzen erlebt.

Aufregung war groß

Dabei war die Aufregung freilich im Vorfeld durchaus groß gewesen. Noch am Tag vor der Firmung war der Pullacher Geistliche bis abends in der Kirche. Für die Stellproben – es sollte ja alles klappen. Am Freitag dann blauester Himmel, leider auch ziemliche Hitze. Draußen blähten sich die weiß-gelben Fahnen im Wind, die Wiese vor der blumengeschmückten Kirche war schon mit weiß gedeckten Stehtischen bestückt, für den Stehempfang hinterher. Kindergartenkinder sangen für den Kardinal, als er dann kam, ein Lied. 

Bücher auf und mitsingen

Dass der Gottesdienst eher munter werden würde – das war spätestens klar, als Pfarrer Wolfgang Fluck einen kleinen Versprecher mit der netten Bemerkung auffing: „Ich wollte nur sehen, ob Sie auch zuhören.“ Und Marx dann die Versammelten ermunterte, jetzt auch gescheit mitzumachen. „Bücher aufschlagen, alle mitsingen“, forderte er die Gemeinde in der gesteckt vollen Kirche auf. Auch an den Seiten und hinten standen die Leute. Hörten dann die mitreißende Predigt des Kardinals, die allgemein ging um die „Bewegung, die vom Geist Gottes ausgeht“ und sich letztlich um zwei Punkte drehte: darum, dass wir dankbar auf unser Leben schauen sollen. Und dass man Liebe lernen muss. 

Liebe muss man lernen

Wobei er überhaupt kein Manuskript zu haben schien. Jedenfalls schaute er nicht einmal auf das Rednerpult. Marx sagte: „Niemand ist auf der Welt und hat einen Anspruch darauf“ – weshalb man allein schon dankbar dafür sein solle, dass man leben darf. „Wie Sie wissen, bin ich nicht verheiratet“, fuhr er schmunzelnd fort. Als in Westfalen seine kleine, elf Jahre jüngere Schwester geboren wurde, sei es „unvorstellbar“ gewesen, dass der Vater vielleicht dabeisein würde im Kreißsaal. Sein Baby wurde ihm irgendwann im Krankenhaus einfach präsentiert. „Die meisten Väter wissen mittlerweile, was die Mütter leisten“: Ein Grund mehr, einander wieder mal in den Arm zu nehmen, sich zu sagen, wie sehr man sich mag. „Auch wenn das nicht jeden Tag der Fall sein wird.“

Glaube soll nicht einengen

Der Erzbischof ermunterte die Anwesenden, die anstehende Familienfeier als Anlass zu nehmen, mit Zuversicht nach vorne zu schauen, nicht wieder nach dem Haar in der Suppe zu suchen. Den Jugendlichen sagte er: „Ihr seid nicht die Produkte Eurer Eltern – sonst könnte man Euch ja auf dem Sklavenmarkt auf dem Marienplatz verkaufen. Ihr seid ein einmaliges Geschenk Gottes an die ganze Welt – und die Eltern durften daran mitwirken.“ Niemand, fuhr er fort, müsse Christ sein, um lieben zu können. Aber die Liebe Gottes könne im Leben fungieren als eine Art Rückenwind, „sie macht uns größer, führt uns zu unseren Möglichkeiten. Glaube soll nicht einengen, nicht kleinkariert machen“.

Von der Kunst des Liebens

Auch er habe, erzählte er, als junger Mann „Die Kunst des Liebens“ gelesen von Erich Fromm, unter anderem seit der Lektüre wisse er, dass die Liebe die größte Kunst von allen ist. Von der wir leider alle meinten, wir wüssten schon, wie sie funktioniert – ein Trugschluss. Zu lieben: das müsse man mühsam erlernen. „Danke, bitte, Entschuldigung“: Diese drei Worte, zitierte er Papst Franziskus, sollten immer wieder auftauchen in einer Familie. „Das eigentliche Glück des Menschen ist es nicht, Klavierspielen oder Chinesisch zu können. Sondern die Liebe zu finden.“ Er sagte: „Wenn wir uns an Jesus halten, finden wir den Weg.“ Allein komme kein Mensch zurecht. „Es gehört dazu, dass man sich versammelt.“ Die Firmline wurden dann alle namentlich aufgerufen und gesalbt.

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