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Gründungsfest der Brauerei-Genossenschaft Oberhaching

380 Genossen brauen Heimat-Bier

Oberhaching –Es schmeckt und hat von Beginn an viele Freunde: das Bier aus der neuen Oberhachinger Brauerei. Die Frage ist nur, wo es künftig entsteht.

„Schmeckt Euch das Bier?“, fragt Vorsitzender Peter Steinberg die rund 500 Gäste, die sich am Freitagabend zur Gründung der Brauereigenossenschaft Oberhaching im Bürgersaal Forstner versammelt hatten. Die Antwort kam prompt, begeistert und untermauert von Applaus: „Ja.“ Den Besuchern schmeckte die erste Kostprobe von „Wellness pur mit 5,8 Prozent“, wie Wolfgang Lex das Keller- und Weißbier anpries, nicht nur ausgesprochen gut. 

Viele wollen auch Teil der Brauerei werden. Und eines „Bieres von und für Oberhaching“, betonte Bürgermeister Stefan Schelle, selbst Vorstandsmitglied der Brauereigenossenschaft. Die Oberhachinger standen in Dreierreihen an, um Anteile zu zeichnen. Seit dem Gründungsfest hat die Genossenschaft 308 Mitglieder. 

An verschiedenen Ständen konnten sich die Interessenten über die Idee hinter dem Projekt informieren. „Klar ist, dass Bier eine Heimat braucht, aber man kann fragen, ob unsere Heimat noch ein Bier braucht“, sagte Schelle. „Wir wollen keine große Brauerei sein, sondern wünschen uns, dass eine Gemeinschaft entsteht, in der Bürger aller Schichten und Altersgruppen ein Ziel verfolgen – nämlich gutes Bier zu brauen und eine vergnügliche Zeit beim Verkosten zu erleben.“ 

3000 Liter ungefiltertes Kellerbier und 50 Liter frisch gebrautes Weißbier nahmen die Gäste kritisch unter die Lupe. „Das Kellerbier ist aromatisch, hefelastig und nicht stark gehopft, mit einer Stammwürze von 14,2 Prozent und einem Alkoholgehalt von 5,8 Prozent“, erklärte Lex. „Wir sind geschmacklich noch nicht am Ziel und arbeiten vor allem noch an der Schaumbildung.“ 

Gerhard Strobel und Stefan Wegerer waren vom Geschmack überzeugt. „Ich bin zwar eigentlich Weintrinker, aber schon der Patriotismus gebietet es, Anteile zu zeichnen“, sagte Wegerer schmunzelnd. Auch Thomas Grasl aus Unterhaching befand das Kellerbier für gut. „Es ist sicher noch entwicklungsfähig, aber schon jetzt besser als so manches Münchner Bier aus einer Großbrauerei.“ Wilfried Winkler fand vor allem die geplante Dividende interessant. „Eine Ausschüttung in Naturalien, in Form von Bier, ist in dieser Zeit des Niedrigzinses sicher eine bessere Idee als Geld“, sagte er lachend. 

Derzeit brauen die Genossen Bier im alten Heizwerk, doch dort wird Raum für den TSV und den Jugendtreff A12 geschaffen. Als möglichen künftigen Standort für die Brauerei wurde von den Gästen das alte Bahnhofsgebäude an der S-Bahn in Deisenhofen genannt, das sich im Besitz der Gemeinde befindet. Eine weitere Möglichkeit wäre der alte Bauernhof eines Landwirts, der auch Anteile besitzte, aber nicht genannt werden möchte. Wer die erste Kostprobe verpasst hat, kann das Kellerbier beim Getränke-Service Tremmel in Oberhaching kaufen.

dv

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