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Baupolitik

Frisch geteert und wieder aufgerissen

Grünwald - Einen schwer wiegenden Planungsfehler attestiert Achim Zeppenfeld (SPD) der Gemeinde Grünwald beim Vorgehen an der Oberhachinger Straße. In den Sommerferien ließ die Erdwärme im Bereich Gymnasium Geothermierohre verlegen und musste dazu die Straße aufreißen. Erst vor zwei Jahren hatte man im Zuge der Fertigstellung des Gymnasiums das gesamte Areal frisch geteert. Ein Schildbürgerstreich?

Jedenfalls wollte Zeppenfeld in der jüngsten Gemeinderatssitzung unter dem Punkt Anfragen nicht so recht einsehen, weshalb der schöne und teure Straßenbelag rund um das Gymnasium durch die Geothermie teilweise zerstört werden musste. Seiner Ansicht nach „hätte man sicherlich die Fernwärmeleitungen im Bereich des Gymnasiums vorziehen können“. Dem hätte, wie der Sozialdemokrat mutmaßt, jeder Gemeinderat auch zugestimmt, und dann „wäre der sehr teure Flüsterbelag und die auch sehr teuren Straßenmarkierungen und Ampelanlagen nicht so in Mitleidenschaft gezogen worden“. Der SPD-Gemeinderat legt nach und schätzt den entstandenen Schaden auf weit über 100 000 Euro.

Ebenso ärgerlich stimmt ihn das Zwischenergebnis: Er entdeckte beim Überfahren des Asphalts schwere Belagmängel: „Schon direkt nach der jetzigen Wiederherstellung sind jede Menge Senken, Schlaglöcher und Kanten vorhanden.“ Diese führen zu einer deutlichen Lärmbelastung und gefährden die Verkehrsicherheit. „Ich selbst wurde mit dem Motorrad (bei Tempo 50) versetzt und musste aufpassen, nicht zu stürzten.“ Er prophezeit, dass der Zustand in den nächsten Wochen und Monaten durch weitere Setzungen sicher noch schlimmer werde. Zudem erkennt er schon jetzt nach kurzer Zeit Spurrillen, und in den Wintermonaten steige dann das Unfallrisiko wegen Glatteis. Pfützen und Rinnen hätten sich an einem Regenwochenende bereits gebildet. „Nachbesserung unbedingt nötig.“ Und vielleicht könne man ja auch die ausführende Firma in Regress nehmen?

Bürgermeister Jan Neusiedl und Bauamtsleiter Stefan Rothörl weisen die Vorwürfe allesamt zurück. Bei einer Begehung der Straße seien keine groben Mängel auf der Fahrbahn aufgefallen. Außerdem: Der Beschluss zur Straßenteerung sei bereits Mitte Juni 2012 gefasst worden. Rothörl: „Der Fernwärmeausbau war zu dieser Zeit noch nicht soweit (der Beschluss erfolgte erst drei Jahre später) – wir bauten ja zuerst die Ringleitung bis hoch zur Bavaria und erst im Frühjahr 2015 hat der Gemeinderat dann für alle Straßen den Vollausbau bis 2017 mit den Fernwärmeleitungen beschlossen. Es war gar nicht eher ein Ausbau mit den genannten Kostenersparnissen möglich.“ Der Bauamtsleiter fügt hinzu, dass mehrere Großprojekte parallel laufen und von unterschiedlichen Planungsteams betreut werden. Eine Abstimmung findet bei „Projekt-Jour-Fix-Terminen“ mit den betroffenen Beteiligten statt.

Die Praxis sieht nach den Worten der Verwaltung so aus: Derzeit und in der Zukunft werden die endgültig hergestellten Straßen durch Längs- und Quergrabungen durch verschiedenen Spartenträger wieder aufgegraben. „Das ist leider sehr unschön und gewissermaßen auch ärgerlich – jedoch zu keiner Zeit zu vermeiden.“ Rothörl verweist auf die übliche Vorgehensweise: „Das ist überall im Straßenbau mit erdverlegten Leitungen so und hat mit Planungsfehlern absolut nichts zu tun.“

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