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Längste Hängeseilbrücke Deutschlands

Debatte über Hängekonstruktion

Der Traum von der schwingenden Brücke

Grünwald - Der Uhu ist ein Vogel, an den man nicht als erstes denkt, wenn man eine Hängebrücke über die Isar in Betracht zieht.

Und doch spielt er für die Überlegungen, die Antje Wagner und Ingrid Reinhart-Meier (beide Grüne) angezettelt haben, indirekt eine gewichtige Rolle. Die Gemeinde Grünwald hatte nämlich die Träger öffentlicher Belange um eine Stellungnahme zu einem solchen Projekt gebeten und stellte die einzelnen Positionen im Gemeinderat vor. Unter anderem äußerte sich der Bund Naturschutz und gab zu bedenken, dass besagter Nachtvogel die Talquerung der Isar als Jagd- und Aufzuchtgebiet nutzt, weshalb in dieser Zeit keine Bauarbeiten stattfinden dürften. Sie hätten demzufolge zwischen Mitte August und Januar zu erfolgen. Weitere Einschränkungen: Einem möglichen Bau der Isartalverbindung dürften keine zusätzlichen Wege folgen, die das Gelände durchschneiden. Schließlich sei die Verträglichkeitsgrenze längst erreicht, gemessen am doch größtenteils ungeregelten Erholungsbetrieb.

Wesentlich kritischer noch sieht der Isartalverein die Idee. Er hält die Brücke für überflüssig, da bereits genug Rad- und Fußgängerüberwege existierten. Im Gemeinderat sah man das in einer recht kontroversen Debatte zum Teil anders. Antje Wagner betrachtete es als große Chance, im Ort weg vom Massenverkehr zu kommen. Wer sich als Radfahrer von der Grünwalder Brücke die beiden Hänge hinaufquäle, begebe sich in Lebensgefahr, da die Autofahrer gerade auf Pullacher Seite sehr ungeduldig seien, die Radler verfluchten und zu Überholmanövern ansetzen würden. Wer jedoch in Grünwald den unbefestigten Weg zum Lindenwirt hinaufwolle, „liegt schnell auf der Nase, wenn er nicht so geschickt ist“. 

Weit zurück in der Erinnerung ging Michael Ritz in seinen Ausführungen. Vor hundert Jahren habe die erste Brücke die Fährverbindung über die Isar abgelöst. Mit Erfolg. „Ich will eine Lanze für die Brücke brechen.“ Die Ideengeber der längsten deutschen Hängebrücke im Hunsrück seien zunächst als Spinner abgetan worden, doch schließlich habe die gesamte Region davon profitiert. Einen gewissen Vertrauensvorschuss für das Projekt hat auch die Gemeinde Pullach erteilt, die sich darüber freut, dass ein Professor mit einem Masterstudiengang an der TU München die konkreten Thematik beleuchten will. 

Die Pullacher Bautechnik der Gemeinde wird die Studenten mit Unterlagen gerade auch zur Statik des Hanges füttern. Grünwald will ebenso behilflich sein, wie Bürgermeister Jan Neusiedl (CSU) versicherte. Im Hang dürfte eines der größten Hindernisse liegen. Die Konstruktion einer Brücke, egal ob sie nun hängt oder nicht, muss auf dem relativ unsicheren Untergrund mit Nagelfluh gesetzt werden, weshalb eine besonders starke und tiefe Verankerung erforderlich ist. Die Ausweisung als FFH-Gebiet spricht ebenfalls gegen das mögliche Vorhaben. Alles in allem Gründe, die Robert Zettel (CSU) zum Ausruf bewogen: „Hände weg vom Isartal.“ Und in der Tat ist man vorläufig weit davon entfernt, das Vorhaben anzugehen. Der Grünwalder Gemeinderat nahm zunächst die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange zur Kenntnis und will die Ergebnisse des Studiengangs abwarten. Eine eigene Machbarkeitsstudie zu beauftragen, ist erst einmal nicht angedacht. Hubertus Lindner (PBG): „Ich bin neugierig, vielleicht ist es ja ein Wunderprofessor, und er hat eine Lösung für alles das.“ Marc Oliver Schreib

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