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Bürgermeisterin Ursula Mayer begutachtet die Baustelle an der Ottobrunner Straße.

Asyl-Infoveranstaltung 

Bürgermeisterin Ursula Mayer: "Wir schaffen das"

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - Anwohner der Ottobrunner Straße kritisieren auf einer Asyl-Infoveranstaltung die Informationspolitik der Gemeinde. Bürgermeisterin Ursula Mayer wehrt sich dagegen.

Ursula Mayer hat sich ein in Rage geredet. Die Bürgermeisterin spricht im vollbesetzten Saal des Alten Wirt ins Mikrofon. Es ist eine politische Grundsatzrede und eine klare Botschaft an die Anwohner der Ottobrunner Straße, die nicht wollen, dass in ihrer Nachbarschaft bald Flüchtlinge leben werden. Man merkt, dass das Thema Mayer bewegt. Sie betont, dass die Gemeinde alle anderen Alternativen überprüft habe. Der Standort die Ottobrunner Straße sei „optimal“. Schließlich befinde sich dort ein Supermarkt, eine Bushaltestelle und die Freizeitstätte BlueBox, wo man Flüchtlingen Sprachunterricht geben könne. Dann spricht sie die besorgten Anwohner direkt an: „Ich bitte Sie. 150 Flüchtlinge leben seit Jahren mitten im Ort.“ Das alles habe man stets pragmatisch gelöst. „Wir sollten so weitermachen. Wir in Höhenkirchen-Siegertsbrunn schaffen das, weil wir das schon seit Jahren geschafft haben.“

Ursula Mayer: "Wir schaffen das, weil wir das schon seit Jahren geschafft haben.“

Mehr als 200 Menschen sind am späten Dienstagnachmittag zum Alten Wirt gekommen. Thema der Asyl-Infoveranstaltung sind die sogenannten Feel-Home-Häuser, die an der Ottobrunner Straße auf dem ehemaligen Parkplatz des Autohaus Till errichtet werden sollen. 160 Flüchtlinge sollen in fünf Häuser ziehen. 

Das hat für Unmut gesorgt bei der Nachbarschaft in der Ottobrunner Straße. Wie berichtet, haben einige Anwohner Unterschriften gesammelt, um sich über den Bau der Häuser zu beschweren. Die Anwohner nutzen nun die Infoveranstaltung beim Alten Wirt, um ihren Sorgen Ausdruck zu verleihen. Doch Bürgermeisterin Mayer wehrt sich vehement gegen die Kritik. Gleichwohl zeigt die Veranstaltung: Anwohner und Gemeinde suchen den Dialog. 

Anwohner der Ottobrunner Straße kritisieren Informationspolitik der Gemeinde

Um kurz vor halb sechs läuft Landrat Christoph Göbel schnellen Schrittes die Treppen hinauf zum Saal. Ein geschätzt Zwölfjähriger drückt ihm und anderen Besuchern vor der Tür ein Din-A4-Blatt in die Hand. Darauf formulieren die „Nachbarn zum Flüchtlingsheim Ottobrunner Straße“, wie es auf dem Zettel heißt, ihre Anliegen: Einerseits fordern sie, die fünf Häuser in der Gemeinde zu verteilen, „anstatt ein Asyl-Dorf am Ortsrand“ zu errichten. Andererseits kritisieren sie eine „intransparente und eilige Entscheidungsfindung“ der Gemeinde und der Bürgermeisterin. Demnach habe die Gemeinde zu spät und zu unzureichend über den Bau der Häuser informiert.

Als Grund dafür führen die Anwohner etwa einen Bericht des Gemeindeblattes in der Dezember-Ausgabe an. Darin heißt es, der Gemeinderat habe in seiner „Oktober-Sitzung“ den Bau der Feel Home-Häuser beschlossen. Ein Fehler, wie auch Mayer auf Nachfrage des Münchner Merkur einräumt. Tatsächlich hat der Bauausschuss am 26. November 2015 den Bau genehmigt. Einen Monat zuvor wurde das Projekt ebenfalls im Bauausschuss vorgestellt. Auf der Bürgerversammlung Mitte November zeigte Mayer eine Folie mit dem genauen Standort.

"Sie haben die Zeitung einfach nicht gelesen." 

Vor diesem Hintergrund betont sie – wie zuletzt –, dass sie die Unterschriftenaktion der Anwohner nicht verstehen kann. „Von Oktober bis Dezember“ hätten die Anwohner Zeit gehabt, auf die Gemeinde zuzugehen. „Aber Sie haben die Zeitung einfach nicht gelesen“, sagt Mayer in Richtung der Anwohner. Die freilich sehen das anders. Werner Hauptmann etwa sagt im Anschluss: „Es ist enttäuschend, dass Frau Mayer nicht auf unsere konkreten Vorschläge eingegangen ist.“ Er wolle auf einzelne Gemeinderatsmitglieder zu gehen, „um eine bessere Lösung zu erreichen“. Dagegen zeigt sich Initiator Rolf Gaertner versöhnlich. Er sagt: „Die Kommunikationsprobleme sind aus der Welt.“

Das sagen die Initiatoren der Unterschriftensammlung:

Gabi Schermer, Anwohnerin Ottobrunner Straße: „Es geht uns um Integration. Und wir sind der Meinung, dass Integration in kleineren Unterkünften besser klappt. Als Alternative: Wie sieht es mit der Leonhardi-Wiese aus?

Werner Hauptmann, Anwohner Ottobrunner Straße: „Wir sind nicht gegen Flüchtlinge. Aber 160 Personen auf engsten Raum untergebracht – das überfordert die Nachbarschaft. Wir sollten eine Lösung finden, an der alle mithelfen.

Rolf Gaertner, Anwohner Ottobrunner Straße: „Ich befürchte eine schleichende Integration. Es kommen immer mehr Wirtschaftsflüchtlinge. Ich sorge mich, dass wir explodieren und bald eine Moschee in der Frauenkirche haben.

Lesen Sie hier eine Reportage über den Trailerpark in Höhenkirchen-Siegertsbrunn, wo die Gemeinde obdachlose und anerkannte Asylbewerber unterbringen muss.

rat

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