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teiniger Weg bis zur Fusion: Die Vorstände der Banken (v.l.) Roland Seidl (Rosenheim-Chiemsee), Thomas Klement (Höhenkirchen), Günther Neuhard (Höhenkirchen) und Hubert Kamml (Rosenheim-Chiemsee) haben der Fusion zugestimmt. Doch das letzte Wort haben die Mitglieder.

Raiffeisenbank Höhenkirchen und VR-Bank Rosenheim

Geplante Fusion schürt Ängste

Höhenkirchen - „Wir machen den Weg frei.“ So lautet der Werbe-Slogan der Volks- und Raiffeisenbanken. Doch frei ist der Weg für die geplante Fusion der Raiffeisenbank Höhenkirchen mit der VR-Bank Rosenheim noch nicht.

Das Thema sorgt für Wirbel in der Landkreis-Gemeinde. Mitte Oktober hatten die beiden Banken die Fusionspläne bekannt gegeben. Einstimmig hatten die Vorstände und Aufsichtsräte beider Geldinstitute dem Vorhaben grünes Licht gegeben.

Doch unter den Raiba-Mitgliedern regt sich Widerstand. Nur sie können aber den Weg frei machen und haben das letzte Wort. Mindestens 75 Prozent der 3700 Mitglieder müssen bei der Generalversammlung im März 2017 ihre Zustimmung geben. Viele sehen die Pläne aber kritisch – aus mehreren Gründen.

Wenn die Zweigstelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn zum „Markt-Kompetenzzentrum“ ausgebaut würde, sei die Filiale in Höhenkirchen gefährdet, fürchtet ein Mitglied im Gespräch mit dem Münchner Merkur. „Sobald der Mietvertrag ausläuft, wird es in Höhenkirchen nur noch einen Geldautomaten geben. Die Kreissparkasse hat es bereits vorgemacht“, fürchtet der Kritiker, der seinen Namen nicht nennen möchte.

Das Geldinstitut betonte stets: Ziel der Fusion sei die langfristige Sicherung der Arbeitsplätze und der Standorte in Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Aying, Brunnthal, Hohenbrunn und Ottobrunn sein. Thomas Klement, Vorstand der Raiffeisenbank Höhenkirchen, bekräftigt: „Das ist die richtige Entscheidung.“

Doch auch unter den Mitarbeitern soll sich Unsicherheit breit machen. „Was nutzt einem Mitarbeiter aus Höhenkirchen ein sicherer Arbeitsplatz möglicherweise in Kiefersfelden?“, fragt das Mitglied.

Grundsätzlich haben viele Mitglieder nichts gegen einen Zusammenschluss mit einer anderen Genossenschaftsbank. Das wird beim Gespräch mit Mitgliedern deutlich. „Aber warum muss es gerade Rosenheim sein? Da ist überhaupt kein regionaler Bezug vorhanden“, kritisiert ein Anteilseigner. „Da gehen wir im Haifischbecken unter.“ Die Raiffeisenbank Höhenkirchen (266 Millionen Euro Bilanzsumme und 3700 Mitglieder) ist deutlich kleiner als die VR-Bank Rosenheim (Bilanzsumme 4,1 Milliarden Euro, 71 250 Mitglieder). Die Angst: Die VR-Bank schluckt die Raiffeisenbank.

Befeuert wird diese Befürchtung durch die Tatsache, dass sich bei einer Fusion keiner der beiden Höhenkirchner Vorstände im neuen Vorstand wiederfinden würde. Thomas Klement bestätigt das für seine Person. „Dann haben wir gar nichts mehr zu sagen. Unsere Interessen bleiben bei Entscheidungen außer acht“, sagt ein Mitglied.

Für Unverständnis sorgen die Fusionspläne mit Rosenheim zudem, weil es mit der VR-Bank München-Land ebenfalls ernsthafte und lange Verhandlungen gegeben hat, wie Klement bestätigt. Er und sein Vorstandskollege Günther Neuhard „sind im Februar aktiv auf uns zugekommen“, bestätigt Anton Lautenbacher, einer der drei Vorstände der VR-Bank München-Land. Das Kreditinstitut war angetan von einer Verschmelzung. „Das ist für uns ein angrenzendes Geschäftsgebiet und somit eine interessante Ergänzung“, sagt er. Lautenbacher findet die Entscheidung für Rosenheim „nicht nachvollziehbar“. Der Vorstand sei „sehr überrascht gewesen“, als die Raiba-Vertreter im September mitgeteilt hätten, dass aus der Verschmelzung nichts wird. Denn „wir sind Punkt für Punkt alle Interessen der Vorstände und des Aufsichtsrats durchgegangen und waren uns einig, dass sich die Raiffeisenbank Höhenkirchen gut vertreten fühlt“, sagt Lautenbacher. So wären Klements und Neuhards Posten im Vorstand bei einer Fusion sicher gewesen, Höhenkirchen und München-Land (Bilanzsumme 1,6 Milliarden, 22 200 Mitglieder) sind von der Größe her näher beieinander als die Raiba und Rosenheim. 

Warum also die Orientierung nach Rosenheim? Für Vorstand Klement liegen die auf der Hand. Bei einer Fusion mit der VR-Bank München-Land würde die Raiba Höhenkirchen eine von vielen, gelegen zwischen den beiden Hauptstellen Oberhaching und Feldkirchen. Die Folge: „Wir würden sicher keine bedeutende Rolle spielen“, meint Klement. Ganz anders im Verbreitungsgebiet der Rosenheimer. Die aus deren Sicht erste Filiale des potenziellen Fusionspartners liegt an der Rosenheimer Landstraße in Ottobrunn. Aus Rosenheimer Sicht ist die Raiba mit ihrem Geschäftsgebiet „die eine Bank im Speckgürtel München“, eine lukrative Erweiterung. „Aus unserer Sicht spielen wir darum bei dieser Fusion eine sehr bedeutende Rolle“, betont Klement. Es sei nicht zielführend „nur nach Landkreis-Grenzen zu gehen. Für uns ist es wichtig, unsere Region und Interessen zu stärken“. Darum verzichte er auch gerne auf einen Vorstandsposten. Für ihn ist nach der Zusammenlegung der Job des Prokuristen vorgesehen. In dieser Funktion kann er sich „voll auf Höhenkirchen und die Region konzentrieren“.

Bei fünf Info-Veranstaltungen für Mitglieder, die erste am 14. November in Ottobrunn, werden die Mitglieder der Raiba über die Pläne informiert und um Zustimmung geworben. Klement bleibt optimistisch, dass die Fusion klappt. „Wir werden alle Fragen mit den Mitgliedern erörtern, alles beantworten. Ängste halte ich für unbegründet. Ich bin zuversichtlich, dass wir sie ausräumen können“, sagt der Vorstand. Nur dann wird eine breite Mehrheit der Mitglieder den Weg frei machen.


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