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Stein des Anstoßes: das Bild von Peter Westermair, Bürgermeister während der Nazi-Zeit.

Ahnengalerie im Rathaus

Bürgermeister der NS-Zeit: Porträts bleiben hängen

Höhenkirchen  - Sie dürfen weiter im Rathaus hängenbleiben, die beiden Portraits der ehemaligen Bürgermeister Peter Westermair und Georg Maier. Sie führten zwischen 1933 und 1945 die Amtsgeschäfte in den damals noch getrennten Gemeinden.

Das beschlossen die Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung. Allerdings soll in beiden Fällen eine kleine Bronzeplakette mit einem erläuternden Hinweis geben.

Die Initiative war von den drei Fraktionen SPD, Grüne und Unabhängige Bürger ausgegangen. Die Bilder gehören abgehängt, meinten sie in einem fraktionsübergreifenden Antrag. Alternativ schlugen sie vor, dass zumindest ein erläuternder Kommentar notwendig sei.

Umstritten ist vor allem das Portrait Westermairs mit Hitlerbärtchen auf der Oberlippe und dem Parteiabzeichen der NSDAP am Revers. Hier fürchtete Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU), die Gemeinde könne sich strafbar machen wegen des Zeigens von verbotenen Symbolen. Sie holte eine Rechtsauskunft beim Landratsamt ein, das jedoch zu der Erkenntnis kam, dass nicht gegen Recht und Gesetz verstoßen werde.

Historiker Hermann Rumschöttel kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Wenn es in der Galerie um Ehre und Anerkennung gehe, werde man einen Nazi-Bürgermeister nicht zeigen können. Da in diesem Fall die Galerie musealen Zwecken diene, sei das möglich. „Die Gemeinden waren ab 1933 dem Zugriff der Nazis ausgeliefert und die Rathäuser spätestens mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 Dienststellen der NSDAP“, so Rumschöttel in seiner Stellungnahme. Weiter erläuterte die Gemeindechefin, dass von beiden Bürgermeistern nichts Ehrenrühriges bekannt sei: „Beide sind nach dem Krieg entnazifiziert worden.“ In den jeweiligen Bescheiden heißt es über Westermair, dass er stets ein rechtschaffener und wohlwollender Mann gewesen sei. Maier sei in den Unterlagen als harmloser Mitläufer bezeichnet worden

„Die Galerie ist eine geschichtliche Sache, keine Ehrengalerie“, meinte die Bürgermeisterin und schlug jeweils eine Bronzeplakette unter den Bildern vor mit der Inschrift „eingesetzt von 1933 bis 1945“, bei Maier solle aber auch erwähnt werden, dass er später gewählt worden sei. Mindy Konwitschny (SPD) regte an, ob die Gymnasiasten nicht im Rahmen eines P-Seminars die Zeit und die Amtsführung der beiden Bürgermeister aufarbeiten könnten: „Ich fände es schön, wenn sich Jugendliche Gedanken machen würden und eine Ausstellung zustande käme.“

Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne) meinte: „Auf das Parteiabzeichen könnte man verzichten. Das sollten wir abdecken.“ Anderer Meinung war Manfred Eberhard (Unabhängige Bürger): „Wir sollten nicht verschweigen, dass er in der Partei war. Das ist ein Teil der Geschichte. Parteiabzeichen waren Pflicht. Das muss nicht verdeckt werden.“ Die Bürgermeisterin machte aufmerksam, dass die Gemeinde und Bürger durch ihre Teilnahme am Volkstrauertag jedes Jahr auch ein Bekenntnis abgeben gegen die Diktatur.

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