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Das Leonhardifest hat in Höhenkirchen-Siegertsbrunn Tradition - und ist für die Bürgermeisterin ein Grund, die Gemeinde zur "Marktgemeinde" zu erheben.

Abstimmung pro "Martkgemeinde"

Jagd auf den "Markt"

Wer hätte das gedacht: Die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn wird beim bayerischen Innenministerium einen Antrag auf „Erhebung zur Marktgemeinde“ stellen. Das hat der Gemeinderat mit einer deutlichen Mehrheit von 18:3 Stimmen beschlossen.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - Im Mai hatte die örtliche CSU den Vorstoß gewagt, Höhenkirchen-Siegertsbrunn zu einer Marktgemeinde zu machen und den Vorschlag bei der Verwaltung eingereicht. „Die Gemeinde hat sich seit 2002 stetig weiter entwickelt und ist für die umliegenden Gemeinden zum zentralen Punkt geworden“, betonte Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU).

„Wir haben eine ausgebaute Infrastruktur, ein Seniorenzentrum, weiterführende Schulen sowie Kindertagesstätten. Bis auf eine Polizeiinspektion haben wir alle Kriterien für eine Marktgemeinde erfüllt.“ Dazu zählt auch das traditionelle Leonhardifest, das einmal im Jahr stattfindet. „Ich bin mir sicher, dass wir den Titel bekommen“, gab sich Mayer selbstbewusst.

Der Titel wäre vor allem für das Gewerbe von großer Bedeutung. Durch das neu verliehene Marktrecht dürften Gewerbetreibende an verkaufsoffenen Sonntagen verkaufen, ohne vorher einen aufwändigen Antrag stellen zu müssen. „Die Gemeinde würde so auch einen größeren Markt bekommen“, sagte Mayer.

Die CSU-Fraktion ist überzeugt, dass die Bewohner dann auch wieder mehr in der eigenen Gemeinde einkaufen und nicht nur in Brunnthal oder Ottobrunn. Ein weiterer Vorteil: Die Abhebung von anderen Gemeinden und die Vermarktung.

„Der Titel ,Markt’ wäre eine Bezeichnung dafür, dass es bei uns schön ist und man sich hier wohlfühlt“, sagte Mayer. Das Zusammenwachsen der beiden Ortsteile würde ebenfalls gefördert werden, sowohl „geografisch als auch mental“, so die Bürgermeisterin.

Was die Vorteile für das Gewerbe betrifft, stimmen die Grünen der CSU zu: „Unsere Gewerbetreiber wollen an den verkaufsoffenen Sonntagen verkaufen, dürfen das aber nicht“, erklärte Luitgart Dittmann-Chylla. „Außerdem kann man als Marktgemeinde das Kleingewerbe am Ort halten.“ Ihre Fraktion sprach sich für den Vorstoß aus.

Die SPD-Fraktion hingegen steht dem Antrag skeptisch gegenüber. „Auch andere Gemeinden haben Seniorenheime, Schulen und Kindertagesstätten. Sie können außerdem noch mehr Märkte anbieten“, betonte Priska Weber. Zudem sei die aus zwei Orten zusammengeschlossene Gemeinde kein historischer Ort und durch die S-Bahn immer noch räumlich getrennt. Und noch etwas stört die SPD-Fraktion: „Wir müssen uns nicht vermarkten. Die Gemeinde zeichnet sich durch ihren Wohlfühlfaktor aus“, betonte Weber.

Die Unabhängigen Bürger (UB) halten den Antrag, eine Marktgemeinde zu werden, derweil für verfrüht. „Zu einer Marktgemeinde gehört ein echter Marktplatz – und den hat die Gemeinde noch nicht“, sagte Manfred Eberhardt. Die Gaarwiese, auf der viele Veranstaltungen stattfinden, sei mit einem Marktplatz nicht zu vergleichen. Die Unabhängigen Bürger würden deshalb vorschlagen, mit dem Antrag noch zwei bis drei Jahre zu warten, bis alles fertig gebaut sei.

Ob der Wunsch der CSU Höhenkirchen-Siegertsbrunn, dem die Mehrheit des Gemeinderats gefolgt ist, in Erfüllung gehen wird, liegt nun in der Hand des bayerischen Innenministeriums. Die Kriterien sind streng (wir berichteten). Eines jedoch steht bereits jetzt fest: An dem Gemeindenamen Höhenkirchen-Siegertsbrunn wird sich nichts ändern.

Josephin Bruhn

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