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Kurzauftritt in Hohenbrunn: Harry G.

25 Jahre Weißbierfest mit Harry G

"Mischung aus Gestütsbesitzer und Dieter Bohlen"

Hohenbrunn - Zum Jubiläum hat der Burschenverein Hohenbrunn sich und seinen mehreren hundert Gästen ein besonderes Geschenk gemacht: Harry G stand auf der Bühne im Stadl auf dem Muna-Gelände. 

Mit einer Kurzversion seines Programms „Leben mit dem Isarpreiß“ sorgte Harry G bereits am frühen Abend für ausgelassene Partystimmung. Später übernahm die bewährte Band „Hefe 10“.

In der Regel nimmt das Weißbierfest nach und nach Fahrt auf und endet in einer jener Partys, die von vielen der jungen Besucher aus Hohenbrunn und Umgebung als „legendär“ und „Kult“ bezeichnet werden. „Ich hab’ mir sagen lassen, dass es ganz ruhig angeht – selten so früh wie heute – und ganz, ganz schlimm endet“, sagte Harry G, als er gegen 20 Uhr die Bühne betrat.

Zunächst noch höflich, grantelt Harry G rasch los

Er habe vor dem Auftritt die Veranstalter darauf hingewiesen, dass er beim Sprechen etwas spucke. Die Antwort: Kein Problem. „Ab Zwölf speibm sowieso alle.“ Mit solchen Sprüchen zog der derzeit wohl angesagteste Profi-Grantler ganz schnell die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Die saßen dicht an dicht an Biertischen, auch mit dem Rücken zu ihm. Andere standen direkt vor der Bühne, begrüßten ihn lautstark. Zunächst gab sich Harry G höflich. „Es freut mich, dass ich da sein darf, und ich möchte mich herzlich beim Burschenverein für die Einladung bedanken.“ Vorher hatte er noch gegrantelt, weil kein Ton aus seinem Headset gekommen war: „Lauter Profis hier. Wenn das so weitergeht, ja dann, Pfüagott.“

Der Kurzauftritt war ausverkauft   

Wer den Auftritt mit dem Kabarettisten kurzfristig besuchen wollte, hatte keine Chance. Ausverkauft. Wo Harry G hinkommt – in Bayern und mittlerweile auch außerhalb – sind die Tickets schnell weg. Sein Granteln über Möchtegern-Schickimickis, das „Oanser“ (das P1 in München), versnobte Por-schefahrer oder Arno aus Hannover, der alles so „urig“ findet, haben ihm in den vergangenen Jahren unzählige YouTube-Klicks für seine Videoclips und über 335 000 „Likes“ auf Facebook eingebracht. Seit 2014 ist der gebürtige Regensburger, der am Schliersee aufgewachsen ist und in München lebt, mit „Leben mit dem Isarpreiß“ auf Tour. „Er spiegelt in seinem Programm wider, was viele von uns denken“, sagt Christoph Schulz. Der ehemalige Vorsitzende der Burschen gehört heute noch der Vorstandschaft an und hat die Jubiläums-Party mit dem Team um den jetzigen Burschen-Chef Florian Ahlert organisiert. Ein Kraftakt übrigens – und das jedes Jahr aufs Neue: „Von Mittwoch vor dem Fest bis zum Mittwoch danach ist der Burschenverein beschäftigt“, erzählte Schulz. Als es damals mit dem Weißbierfest losging, war der ehemalige Vorsitzende noch ein Baby. Am 18. Mai 1991 war das: Der Verein, 1911 gegründet, feierte damals 80-jähriges Bestehen und gab sein allererstes Weißbierfest. „Doch das besondere Flair des Stadlfestes ist bis heute erhalten geblieben“, betont der Burschenverein.

Zum Jubiläum sollte es etwas Besonderes sein

Zum Jubiläum des Weißbierfests „müssen wir uns was ganz Besonderes überlegen“, war die Devise der Hohenbrunner. Und so gab es für Besucher ab 18 Jahren zum Preis von zwölf Euro Harry G in Kurzversion. Wer nur das Weißbierfest mit der Partyband „Hefe 10“ besuchen wollte, zahlte neun Euro und kam gegen 21 Uhr.

Der Auftritt des Kabarettisten, der eigentlich Markus Stoll heißt, war recht kurz, brachte das Fest aber ordentlich in Schwung. In etwa 40 Minuten machte Harry G klar, was ein „Isarpreiß“ ist: Wohnt in Schwabing, „in einer Legebatterie“ und fährt samstags mit vielen anderen im Stau an den Tegernsee. „Weil, es ist ja so gemüatlich da.“ Isarpreißn seien zum einen „Zuagroaste“, die dazu gehören wollen, doch auch „gebürtige Bayern haben sich mit dem Virus infiziert“. Den Isarpreißn erkenne man an seiner Uniform: „Eine Mischung aus Gestütsbesitzer und Dieter Bohlen.“ Ein „Hirmer-Wolpertinger“, immer mit „acht Kilo Wet-Gel in den Haaren“.

Der Unterschied zwischen normalem und Isarpreiß

In Hohenbrunn würden sicherlich auch Preißn leben, sagte Harry G dem johlenden Publikum, das, so ist es üblich beim Weißbierfest, zum Großteil in Tracht gekommen war. „Aber was ihr hier habt’s, ist der normale Preiß. Der ist wie ein Joghurtfleck am Hemd – den kriegst mit einer normalen Behandlung wieder aussi. Ein Isarpreiß dagegen ist wie ein Rotweinfleck. Der versaut dir das Hemd und frisst sich richtig nei.“ Nach bissigen Ausführungen über China als weltweit größten Lederhosenproduzenten, über „den Voldemort der Tracht“, die Landhaus-Mode, über Berlin „(arm und sexy“), das seinen Flughafen seit 2006 nicht auf die Reihe bekomme, während in München zehnmal das Okotberfest auf- und wieder abgebaut werde oder den Bayern als Gelegenheitstrinker („Er trinkt, wenn sich die Gelegenheit bietet“), verabschiedete sich der Mann mit Hut. „Ihr wollt Weißbier trinken“, rief er und bekam riesigen Applaus. Gefeiert wurde bis spät in die Nacht.

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