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Witziger Gag oder sexistisches Motiv? An dieser Werbung im Hohenbrunner Gemeindeblatt scheiden sich die Geister.

Sexismus-Vorwurf wegen Anzeige im Gemeindeblatt

Viel Wind um frivole Laubbläser-Werbung

Hohenbrunn - Werbung soll in erster Linie Aufmerksamkeit erregen. Das hat Agrar-Unternehmer Michael Gaar mit seiner Laubbläser-Anzeige im Hohenbrunner Gemeindeblatt definitiv geschafft. Doch nicht jeder kann über den Gag des Laubbläsers unter dem Kleid einer jungen Frau lachen. Der Grünen-Ortsverband findet es gar sexistisch und löst damit eine Debatte aus.

Laubbläser gehören nicht gerade zu den beliebtesten Gerätschaften. Sie sind laut. Sie wirbeln Schmutz auf. Um das Image der Laubbläser in ein positives Licht zu rücken, hatte der Höhenkirchner Unternehmer Michael Gaar die Idee, die Geräte, die er verkauft, attraktiv in Szene zu setzen. Eine junge Frau im Dirndl steht auf einer Wiese, dahinter wirbelt ein Laubbläser ihren Rock nach oben. „Die schönste Seite des Herbstes“, heißt es neben dem Foto. „Es hat doch was von Marilyn Monroe, und sollte mal was anderes sein“, sagt Michael Gaar.

Seit mehr als vier Jahren erscheint diese Anzeige regelmäßig in diversen Gemeindeblättern in und um Hohenbrunn. Jetzt erst ist sie Grünen-Gemeinderätin Martina Kreder-Strugalla aufgefallen. Und sie kann über diese Art der Werbung so gar nicht lachen. „Ich habe mich schon gefragt, ob ich so humorlos bin. Aber in einer Zeit, in der wir über sexuelle Übergriffe auf Frauen wie in der Silvesternacht in Köln debattieren, finde ich so eine Werbung einfach nur geschmacklos.“ Viele Frauen, aber auch Männer, mit denen sie sich darüber unterhalten hat, würden ihre Meinung teilen. Das war auch der Anlass, warum sie jetzt auf der Internetseite des Ortsverbands diese Werbung und ihre Haltung dazu öffentlich machte.

Frauen auf diese Weise als Sexobjekt zu missbrauchen, um mehr Aufmerksamkeit für seine Produkte zu wecken, empfindet die Grünen-Gemeinderätin als „total daneben“. Sie findet: „Die Sensibilität für dieses Thema ist völlig unterentwickelt.“ Besonders stört sie, dass das Motiv so gar nichts mit dem Produkt zu tun hat. „Glauben Sie mir“, sagt sie, „keine Frau würde es toll finden, wenn ihr jemand mit einem Laubbläser den Rock hochweht. Und wenn das die schönste Seite des Herbstes sein soll, meinen Laubbläser herauszuholen, dann weiß ich auch nicht.“

Auch in der Werbung sollte es Grenzen geben. Wer kreativ sei, würde laut Kreder-Strugalla auch einen anderen Blickfang finden. Sie will das Thema auch in der nächsten Gemeinderatssitzung ansprechen und fordert, dass künftig mit einem wacheren Auge auf die Inhalte des Gemeindeblatts geschaut wird. Dass jetzt so viel Wind um diese Anzeige gemacht wird, kann Unternehmer Michael Gaar nicht nachvollziehen. „Das ist doch total kleinkariert, so was als sexistisch zu bezeichnen, ist schon fast unverschämt“, sagt er. Trotzdem bleibt er gelassen. Denn bisher habe er nur positive Resonanz darauf bekommen. Rückendeckung erhält er auch in den sozialen Medien. Dort hatte Gaar den Beitrag der Grünen veröffentlicht und schreibt dazu: „Sorry liebe verantwortliche Grüne in Hohenbrunn, aber ich denke, wir haben erheblich unterschiedliche Ansichten!“ Und die User pflichten ihm bei und kommentieren etwa: „Wer einen gesunden Verstand und Humor hat, der sieht in dem Bild nix, aber auch gar nix Sexistisches.“ Ein anderer schreibt: „Ich komme aus der Werbebranche und finde eure Anzeige ziemlich gelungen.“

Die Meinungen gehen offensichtlich weit auseinander. Während Michael Gaar die ganze Aufregung „einfach nur lächerlich“ findet, bleibt Martina Kreder-Strugalla bei ihrer Haltung: „Das ist einfach nur bescheuert.“

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