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die Heilig Die Heilig-Geist-Kirche am Tag der Glockenweihe. Die damals, am 30. September 1956, der Abt des Klosters Schäftlarn, Sigisbert Mitterer, vorgenommen hat.

Jubiläum

60 Jahre Heilig-Geist-Kirche Pullach

Pullach – Die Heilig-Geist-Kirche in Pullach wird 60. Und feiert – man kann sagen: mittelgroß. Mit einem Gottesdienst, einem gemeinsamen Mittagessen, einem Konzert.

1875, berichtet einem dieser Tage Christine Salfer, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, ist Pullach erhoben worden zur selbständigen Pfarrei – damals noch zusammen mit Solln. Vom Münchner Stadtteil unabhängig wurde die Pfarrei dann im Jahre 1920. Zehn Jahre vorher waren in der Gemeinde am Isarhochufer 561 Katholiken gezählt worden – und 91 „Nichtkatholische“, zu denen man die Angehörigen anderer Konfessionen salopp zusammenfasste.

Kirche in der Ortsmitte zu klein

Dass die schöne alte Heilig Geist-Kirche aus dem 15. Jahrhundert in der Ortsmitte, die dem Platz, auf dem sie steht, seinen Namen gegeben hat und für die Gemeinde längst ein Wahrzeichen geworden war, vorn und hinten nicht mehr ausreichen würde – das war eigentlich schon vor dem zweiten Weltkrieg klar geworden. In den 40er Jahren hatten sich deshalb schon engagierte Pullacher zusammengetan zum „Verein für den Kirchenneubau“. Und ein Grundstück dafür stand ja auch bereits zur Verfügung – dort, wo letztlich das Gotteshaus auch errichtet worden ist. Gestiftet von der Familie Seitner.

Ausweichgottesdienste bei den Jesuiten

Vier Jahre lang wurden in den 1950er Jahren dann für die mittlerweile 3200 Katholiken am Ort auch Ausweichgottesdienste angeboten im Berchmanskolleg – sonst hätten gar nicht alle Gläubigen in Gemeinschaft beten können. Hin und wieder wurden Klagen laut über den weiten Weg dorthin, andererseits war die Kirche der Jesuiten auch nicht unbeliebt. Dort war es wärmer als in der Dorfkirche, und die Bänke waren auch bequemer. Pfarrer war damals Karl Wagner, den man nicht nur hören konnte, wenn er predigte. Seine „kräftige und tiefe Stimme beim Kirchengesang“ hob sich jeweils heraus aus der Masse. Unermüdlich setzte er sich ein beim Ordinariat für den Neubau, einmal schrieb er ins „Gedenkbuch“ der Pfarrei: „Nach einem Jahr wieder einen Schritt weiter im Kampf um die Pfarrei.“

Erlösender Anruf

Schließlich kam am 23. Juni 1953 der erlösende Anruf. Am Apparat: Monsignore Dr. Weissthanner. Der jetzt dem seligen Geistlichen mitteilte, dass einer neuen Heilig Geist-Kirche von Pullach nichts mehr im Wege stehe. 

Heiliger Geist in der Rosette

Entworfen hat den Sakralbau mit der schönen Rosette, die den Heiligen Geist zeigt, der Architekt Georg W. Buchner. Baubeginn war im Oktober 1955, ein Jahr später schon wurde das neue Gotteshaus eingeweiht, von Kardinal Joseph Wendel. Draußen war es kalt, es schneite wie verrückt – drinnen war man glücklich, wie anzunehmen ist.

Von vornherein war der Altar so geplant worden, dass die Eucharistie zur Gemeinde hin zelebriert werden konnte. Schließlich wurde in den Folgejahren nur noch die Innenausstattung nach und nach erweitert, erst durch das Triumphkreuz im Altarraum von Peter Moser, einem Pullacher Bildhauer, dann durch die Apostelfiguren, die Pullacher Bürger jeweils stifteten – und die geschaffen worden sind vom ebenfalls ortsansässigen Künstler Rudolf Rotter.

Zentrum einer lebendigen Gemeinde

Heute? Ist die Parkstraße längst viel genutztes Zentrum einer lebendigen Gemeinde. Die sich unter anderem an einer regen Jugend freuen kann mit Jugendband und eigenem Pfarrbrief – was einzigartig ist im ganzen Bistum. Drei Pfarrer haben am Ort gewirkt, seit Karl Wagner 1973 in den vorzeitigen Ruhestand gegangen ist, am längsten von ihnen Johannes Güngerich, von 1977 bis 2000. Unter Stefan Füger ging es bisweilen lebhaft zu, er hat die schönen Gartengespräche initiiert, die jetzt wiederaufgelegt werden sollen. Und 2006, im Jahre des Fußball-Sommermärchens, hat er auch mal zum Gottesdienst mit der Trillerpfeife gerufen. Seit 2012 ist Wolfgang Fluck Pfarrer von Heilig Geist.

Das Festprogramm

Die Geburtstagsfeier am Sonntag, 16. Oktober,  beginnt mit einem Gottesdienst um 10.30 Uhr, dann verfügt sich, wer will, ins Pfarrheim zum gemeinsamen Mittagessen mit Programm. Das Konzert, bei dem Bach zur Aufführung kommt, ist auf 15 Uhr angesetzt. Es spielen Christoph Keller und Annette Berz. Und dann gehen die Aufregungen in der Parkstraße gleich weiter. Die Kirche gehört im Innenraum dringend saniert – und die Gemeinde muss etwa 150.000 Euro, das sind 20 Prozent der anfallenden Kosten, selbst beisteuern

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