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Die Preise treibt Auktionator Ralf Hiltwein für den guten Zweck in die Höhe.

Mehrere hundert Besucher stöbern in Neubiberg für guten Zweck

Junimarkt: Alte Schätze und kuriose Schnäppchen

Neubiberg – Ein Gebiss purzelt aus Omas Kaffeekanne, ein Hundekorb mit selbstgestickter Decke und edles Porzellan zum halben Preis: Sammler und Schnäppchenjäger lieben den Junimarkt. Hunderte zog es am Wochenende dorthin.

Wer gerne stöbert, wird auf der Suche nach Klassikern von der Armbanduhr bis zur altertümlichen Zuckerdose ebenso fündig wie beim Stöbern entlang der Kleidungsauslagen. Die Stimmung: zwischen geschäftiger Hektik im Sommerschlussverkauf und vorsichtiger Betrachtung edler Gegenstände. Ein typischer Flohmarkt ist der Junimarkt nicht.

Die Erlöse der Artikel, allesamt Spenden von Bürgern, fließen in soziale und ökologische Projekte der Gemeinde. „Das Geld wird für Projekte verwendet, für die im Gemeindesäckel einfach nicht genug Geld da wäre“, erklärt Christian Ascherl, seit vielen Jahren hauptverantwortlicher Organisator der Veranstaltung. „Spielgeräte für die Spielplätze, Ausstattung für das Seniorenzentrum oder Material für den Umweltgarten“, zählt er auf. 

Rund 20 000 Euro kommen jährlich zusammen. Möglich ist das, weil rund 100 Ehrenamtliche helfen, um den Markt auf die Beine zu stellen. Die Vorbereitungen dauern manchmal Wochen. Nach der Anlieferung der Verkaufswaren bei der Freiwilligen Feuerwehr beginnt die Auszeichnung und Sortierung der Artikel. 

Angeboten wird für die gute Sache alles, was sich zum Verkauf eignet: Haushaltswaren und Elektroartikel, Spielzeug und Schmuck, Dirndl und Herren-Hosen. Die Besucher sind so unterschiedlich wie die Produkte. Der sachkundige Sammler seltener Uhren ist ebenso im Markttreiben anzutreffen wie Leute mit kleiner Geldbörse, die das bezahlbare, mehrteilige Teeservice aus Großmutters Küche mitnehmen.

Anekdoten zum Schmunzeln wissen die, die lange dabei sind, viele zu berichten. Gisela Hardi schmeißt am Exklusiv-Stand seit ewigen Zeiten mit einem eingespielten Team den Betrieb. „Einmal haben wir eine schöne Kaffeekanne aus einem Privathaushalt bekommen. Als wir den Deckel gelupft haben, ist ein Gebiss herausgefallen. Da hatte wohl jemand was vergessen“, sagt das Neubiberger Urgestein und lacht. „Heuer haben wir 25 identische Suppentassen in bester Qualität im Angebot und viel edles Geschirr mehr. Sogar ein Hundekorb war im Angebot, mit selbstgestickten Deckchen drin.“ Hardi und ihre Kolleginnen in blauen Junimarkt-Shirts wirbeln schon wieder. 

Nach fünf Stunden ist der Marktzauber vorbei. Gleich nebenan, in der Grundschule, locken wohlriechende Düfte. Auf mehreren Quadratmetern erstreckt sich eine Auswahl an Torten und Kuchen. Renate Krieger ist stolz auf das Sortiment. Die Leiterin des Seniorenzentrums verweist auf die Backtalente der Senioren. „Fast 30 ältere Leute helfen hier mit für die gute Sache – von der Warenbesorgung bis zum Backen, vom Transport bis zum Verkauf.“ Viele seien nicht mehr wirklich mobil. „Aber sie wollen auf jeden Fall mitmachen.“  

Gleich beginnt die Versteigerung besonderer Raritäten. 40 Schätze von der altehrwürdigen Basstrompete bis zur „Quetschen“, einer schmuckvoll verzierten Ziehharmonika. Steiff-Tiere kommen ebenso unter den Hammer wie Dirndl, bestickte Kissen oder Gemälde mit Naturmotiv. Selbst ein altes Spinnrad und ein Hundertwasser-Plakatdruck haben das Interesse des Publikums auf sich gezogen. Unter die Leut‘ bringt die Raritäten in launiger Tonart Ralf Hiltwein von der Volksbühne Neubiberg-Ottobrunn. Versiert treibt er die Preise für die karitative Sache nach oben. In einer Stunde regen Schacherns findet sich immer ein Meistbietender. Hiltweins Hammer besiegelt schließlich die Geschäfte. 

Harald Hettich

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