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120 statt 100 Euro wird ein Hortplatz (4-Stunden-Betreuung) ab 2017 kosten.

Gemeinde Brunnthal hebt Elternbeiträge an

Ab 2017 steigen die Hortgebühren

Brunnthal - Gut 1,2 Millionen Euro und damit etwa 20 Prozent des Etats, wendet die Gemeinde Brunnthal derzeit für die Betreuung der gut 300 Kinder in Krippe, Kindergarten, Hort und Mittagsbetreuung auf. Der Gemeinderat hat nun beschlossen, die Gebühren teils deutlich zu erhöhen.

Der Gemeinderat Brunnthal hat in seiner jüngsten Sitzung auf den stark wachsenden Bedarf in der Kinderbetreuung und die damit gestiegenen Kosten reagiert. Beim Hort werden die Monatsgebühren für die Eltern durchaus deutlich steigen. Eine ähnliche Entwicklung werden wohl auch die Kindergarten-Gebühren nehmen. Durch kostenfreie Ferienbetreuung etwa beim Hort sollen die Kostensteigerungen insgesamt jedoch moderat bleiben.

Bestes Beispiel für die aktuelle Lage der Gemeinde ist der vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Bayern betriebene Kinderhort Brunnthal. Durch eine Vorgabe des Landratsamts wurden die Buchungszeiten der Eltern verkürzt – und enden im Durchschnitt nun mit den Schulschlusszeiten. Deshalb stagnieren die Einnahmen. Zudem fährt der Freistaat seine Mitfinanzierungsrate zurück.

An den konkreten Zahlen lässt sich die Bredouille der Gemeinde ablesen. Bislang übernahm die Gemeinde von den jährlichen Hortkosten (2015: 342 000 Euro) einen verpflichtenden Anteil von 112 000 Euro sowie eine freiwillige Zusatzzahlung von 24 000 Euro. Vom Freistaat kamen 112 000 Euro, die Eltern hatten demnach 98 000 Euro zu berappen.

Künftig sinken die Elternbeiträge, aufgrund der verkürzten Buchungszeiten, auf 87 000 Euro. Der Freistaat schießt nur noch 99 000 Euro zu. Für die Gemeinde Brunnthal bedeutet das allein für den Hort Zusatzzahlungen in Höhe von 24 000 Euro. „Darauf dürfen wir nicht sitzen bleiben“, mahnte Bürgermeister Stefan Kern (CSU) im Gemeinderat. Der Paritätische Wohlfahrtsverband habe, vor allem aufgrund steigender Personalkosten, bereits abgewunken.

Parteikollege Herbert Katzdobler gab Kern recht. Im nahen München werde in der Sache viel rigider mit den Bürgern umgesprungen. „Da werden die Kostensteigerungen voll auf die Eltern umgelegt.“ Dies wolle man in Brunnthal bewusst nicht. „Aber“, so Katzdobler, „eine anständige Steigerung der Elternbeiträge brauchen wir angesichts der Situation schon.“ Anouchka Andres (SPD) erinnerte an das Verursacherprinzip. „Ärgerlich ist es schon, wenn einerseits Schulstunden ausfallen, die Kinder früher im Hort betreut werden müssen, weil der Freistaat nicht genug Lehrer bereitstellt, und die Eltern mehr zahlen sollen.“Andres stimmte gegen eine höhere Elternbeteiligung. Die Mehrheit votierte indes dafür.

Zu Beginn des nächsten Jahres werden auf die Eltern also höhere Kosten zukommen. Ein Beispiel: Für eine tägliche Vier-Stunden-Betreuung an den Wochentagen im Hort müssen die Eltern in Brunnthal derzeit 100 Euro zahlen; ab 2017 sollen es nach abschließenden Gesprächen mit den Elternbeiräten 120 Euro sein. „Das Drehen an der Kostenschraube ist durchaus ein politisches Thema“, bekannte Bürgermeister Stefan Kern auf Nachfrage. Aber hierüber zu diskutieren und an mancher Stelle „maßvoll nachzubessern“, gebiete die aktuelle Situation. „Wo soll das denn hinführen, wenn wir künftig als Gemeinde mehr als ein Viertel unseres Budgets allein für die Kinderbetreuung ausgeben müssen?“, so seine rhetorische Frage. Das sei mit Blick auf die weiteren Kostenherausforderungen nicht mehr zu stemmen. Die ab 2017 steigenden Hortgebühren in Brunnthal sind deshalb wohl nur der Anfang.

Harald Hettich

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