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Vermeintlich perfekter Parkplatz: Dieser Autofahrer hat es nicht weit in die Zulassungsstelle. Weil er seine alten Nürnberger Nummernschilder mitgenommen hat, könnte er aber die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich ziehen.

Absurde Vorgehensweise

Amts-Posse um Autos ohne Nummernschild vor Zulassungsstelle

München - Logisch: Vor einer Zulassungsstelle stehen häufig Autos ohne Kennzeichen. Das dumme daran: Die Polizei muss bei jedem Auto ohne Schild Ermittlungen einleiten. Reine Schikane, finden die Kunden.

Jeder, der in München schon einmal an der Eichstätter Straße zu tun hatte, kennt das: Man stellt sein Fahrzeug am besten direkt vor dem Haupteingang ab, zieht eine Wartenummer, schraubt die Kennzeichen herunter, lässt sich vielleicht neue stempeln und die alten entwerten, so, wie der ahnungslose Fahrer des weißen Peugeot (im Bild), der am Dienstag sein Nürnberger Kennzeichen gegen ein Münchner eintauschte – ein Prozedere, das oft mehrere Stunden dauern kann. Stunden, in denen größerer Ärger drohen könnte.

Denn fährt zufällig die Polizei vorbei, muss sie ermitteln, wem das Fahrzeug gehört und ob ein Straftatbestand vorliegt, wie etwa ein Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz oder gegen das Steuergesetz, egal wo das Auto steht – solange es sich um keinen Privatgrund handelt.

Ausgerechnet an der Zulassungsstelle? „Hat die Polizei nichts anderes zu tun?“, schimpft Günter F. (Name geändert). Erst vor wenigen Tagen sei er bei der Zulassungsstelle gewesen und die Polizei habe Autos ohne Kennzeichen mit Strafzetteln bedacht. Drei Zulassungs-Dienstleister, die regelmäßig an der Eichstätter Straße verkehren, berichten von ähnlichen Erfahrungen. „Letztens wurde hier ein Auto abgeschleppt, dessen Halter nur kurz eine Wartenummer gezogen hat und deshalb sein Fahrzeug wenige Minuten im absoluten Halteverbot stehen ließ“, erzählt einer von ihnen.

Dass die Polizei natürlich aktiv wird, wenn jemand sein Auto in solch einer Verbotszone stehen lässt, bestätigt Sven Müller, Sprecher der Münchner Polizei. Aber: „Der Rest kann eigentlich nicht stimmen. Unsere Beamten verteilen keine Knöllchen, wenn sie ein Fahrzeug ohne Kennzeichen sehen oder eine abgelaufene Parkscheibe.“ Im ersten Fall müsse eben ermittelt werden, im zweiten sei die Parkraumüberwachung zuständig und nicht die Polizei. Ob es sich um kommunale Parkraumüberwacher gehandelt haben könnte, konnte die Stadt am Freitag nicht beantworten. Den Vorwurf, dass sich Polizisten quasi auf die Lauer legten, dort, wo eben der Parkraum knapp ist und der Andrang groß, weist Müller zurück: „Unsere Polizisten müssen für sichere Straßen sorgen. Natürlich kontrollieren sie dann Brennpunkte wie die Eichstätter Straße häufiger. Das ist ihre Pflicht.“ Um derlei Situationen zu vermeiden, empfiehlt Müller, das Auto daheim stehen zu lassen und mit Fahrrad oder öffentlichem Nahverkehr zur Eichstätter Straße zu fahren. Ist das Kennzeichen abmontiert, sollte das Auto natürlich auch zu Hause auf Privatgrund stehen.

Johannes Mayer, Sprecher des Kreisverwaltungsreferats, empfiehlt allen, die mit dem Auto zur Eichstätter Straße fahren, unbedingt die Tiefgarage zu nutzen oder einen der dazugehörigen Parkplätze hinter dem Haus. „Das ist jeweils Privatgrund. Hier kann bedenkenlos das Nummernschild abgeschraubt werden, falls das für einen Vorgang in der Zulassungsstelle notwendig ist“, sagt Mayer.

Doch da gibt es ein paar kleinere Haken: Der Parkplatz direkt hinter dem Haus ist meistens voll. Ein weiterer angrenzender Parkplatz dahinter mit etwa 35 Stellplätzen ist seit etwa einem Jahr abgesperrt. Doch weshalb?

Angeblich soll dort ein Neubau entstehen. Doch warum der kostenfreie Parkplatz bis dahin nicht genutzt werden kann, darauf war keine Antwort zu bekommen. Die Tiefgarage der Eichstätter Straße meiden Münchner. „Die hätten sie sich sparen können“, sagt einer der Zulassungsdienstleister. „Die ist immer halb leer. Kein Wunder. Die ersten 20 Minuten sind zwar umsonst, aber dann kostet die erste Stunde 2,50 Euro, jede weitere zwei Euro. Das spart man sich lieber. Sie wissen, wie lange das dauern kann, bis man drankommt.“

Hüseyin Ince

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