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Für Coaching für Jugendliche engagniere sich in Taufkirchen (v.l.) : Charlotte Dölker, Rudolf Läßer, Heike Hindringer-Heindl, Andreas Wierstorf, Richard Kopp, Michaele Franz und Michael Mrva.

30 000 Ehrenamtliche im Landkreis München

Göbel: "Ich bin stolz auf so viel Ehrenamt"

Taufkirchen/ Pullach - Landrat Christoph Göbel hat im Bürgersaal der Gemeinde Ismaning Bürger des Landkreises für ihr ehrenamtliches soziales Engagement mit goldenen Ehrennadeln ausgezeichnet. Diese besondere Zuwendung fand nun bereits zum 16. Mal statt.

In vielerlei Formen engagieren sich die Bürger, um bedürftigen Menschen Unterstützung zu geben. 

Landrat Christoph Göbel (CSU) ehrte in Ismaning exemplarisch 19 Einzelpersonen und acht Gruppen für ihr langjähriges Engagement. 

Die Vorschläge ließ sich das Landratsamt von 140 Institutionen unterbreiten, um daraus den kleinen Kreis der Gäste beim diesjährigen, 16. Ehrenabend auszuwählen. „Wir haben eine gesegnete Region, in der es vielen Menschen sehr gut geht“, sagte Göbel. Die Schattenseite seien jedoch explodierende Mieten und stetig steigende Lebenshaltungskosten. Die vom Landkreis ausgewählten, ehrenamtlichen Helfer würden eine soziale Lücke füllen: „Sie sind da, wo das System nicht mehr greift.“ Der Landrat sieht die Geehrten 2016 als Vorbilder „einer sehr aktiven und sehr sozialen Gesellschaft“. 

Über 30 000 Menschen sind im Landkreis München ehrenamtlich aktiv. Für diesen Einsatz fand auch Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) nur lobende Worte. Landrat Göbel dankte den Ehrengästen stellvertretend für alle Ehrenamtliche im Landkreis: „Ich bin stolz darauf, dass es so viel ehrenamtliches Engagement in unserem Landkreis gibt.“ 

Auszeichnung für Jugend-Coaching in Taufkirchen

Als Taufkirchen vor acht Jahren das Mehrgenerationenhaus bekam, gingen die Ehrenamtlichen der Nachbarschaftshilfe einen Schritt weiter mit dem Coaching für Jugendliche. Seither wurden schon Hunderte junger Menschen begleitet. Jetzt zeichnete Landrat Christoph Göbel (CSU) das Projekt  in Ismaning aus.

2009 startete das Coaching für Jugendliche ab der fünften Klasse. Die Nachbarschaftshilfe arbeitete eng mit der Mittelschule zusammen und stellte Paten für Jugendliche, mit denen viele verschiedene Dinge angegangen wurden. Die Coaches trainierten mit den Jugendlichen so ziemlich alles – vom richtigen Melden am Telefon über den freundlichen Blickkontakt zum Gesprächspartner bei Unterhaltungen bis hin zur eigenen Präsentation bei Bewerbungen oder Vorstellungsgesprächen.

Für den Gründer des Jugend-Coaching Michael Mrva war das Angebot keine Einbahnstraße: „Die Coaches lernten wiederum viel über andere Kulturen und dortige Verhaltensformen.“ Das von Heike Hindringer-Heindl geleitete Angebot, bei dem sich aktuell 20 Personen engagieren, ist im Münchner Süden ziemlich einzigartig. 

Starke Stützen für die Partnerschaft mit Baryschiwka

Aus der Gemeinde Pullach wurden Peter Hailer (85), Ludwig Öttl (82) und Eduard Palik (84) für ihr Engagement für die Partnerschaft mit der ukrainischen Kommune Baryschiwka geehrt. 

Pullachs BürgermeisterinSusanna Tausendfreund mit (v.l.) Ludwig Öttl, Eduard Palik, Peter Hailer.

Peter Hailer, der längst Ehrenbürger von Pullach ist, kümmerte sich als Gründungsmitglied des Partnerschaftsvereins um Hilfstransporte und humanitäre Hilfen für die Freude aus Osteuropa. Sein wichtigstes Projekt war aber vor zehn Jahren die Realisierung einer Gedenkstätte für die Toten des zweiten Weltkriegs in der Ukraine. 

Hailer erinnert sich noch gut an den langen Weg und das Ergebnis: „Wir haben zwei Jahre lang verhandelt und hatten am Ende ein bedingungsloses Vertrauensverhältnis. Heute sind wir echte Freunde.“ 

Ludwig Öttl und Eduard Palik hatten eine kleine Werkstatt, in der sie gespendete Fahrräder reparierten und dann in die ukrainische Partnergemeinde schickten. Seit 1998 wurden rund 1600 Drahtesel verschenkt, die als Fundräder von der Polizei gebracht oder von Bürgern gespendet wurden. Die beiden Pullacher waren auch mehrfach in Baryschiwka zu Besuch. 

Zum Ende des vergangenen Jahres haben die beiden Senioren ihre private Fahrrad-Werkstatt geschlossen und bekamen nun den finalen Ritterschlag durch die Ehrenurkunden von Landrat Christoph Göbel.

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