Wohnungsnot

Förderungen für Sozialwohnungsbau nicht ausgereizt

Landkreis - 35 000 Menschen haben im vergangenen Jahr in Bayern auf Sozialwohnungen gehofft. Die Warteliste wird länger. Mit zwei Millionen Euro unterstützt das Landratsamt Projekte in Gräfelfing, Neubiberg und Ottobrunn. Es könnten mehr Sozialwohnungen entstehen. Doch niemand sonst im Landkreis München verlangt nach Fördergeldern.

Jährlich fünf Millionen Euro stehen seit einem Kreistagsbeschluss von vergangenem Dezember bis 2020 für sozialen Wohnungsbau im Landkreis zur Verfügung. Doch bis auf die „Gemeindebau Gräfelfing“ und die „Baugesellschaft München-Land“ für Neubiberg und Ottobrunn hält sich das Interesse bisher in Grenzen. Auf Frage von Kreisrat Christoph Nadler (Grüne) nach möglichen Gründen fiel Landrat Christoph Göbel (CSU) selbst nur ein, auf gemächlich mahlende Mühlen der Bürokratie zu verweisen. Man möge die Geschwindigkeit nicht überschätzen, mit der kommunale Bauvorhaben abgewickelt würden. Das Gräfelfinger Projekt etwa sei noch in seiner Amtszeit als Bürgermeister der Würmtalgemeinde angeschoben worden. Das grundsätzliche Dilemma in Sachen sozialer Wohnungsbau sei, dass Betroffene praktisch nur noch auf kommunalen Wohnbau und Wohnungsbau-Genossenschaften hoffen dürfen. 

Bereits im Frühjahr 2013 hatte die Gemeindebau Gräfelfing, ein kommunales Wohnungsunternehmen, das 1956 gegründet wurde, um der gravierenden Wohnungsnot beizukommen, einen Zuschuss über eine Viertelmillion Euro und ein Darlehen in Höhe von 750 000 Euro erfolgreich vom Landkreis beantragt, um in der Rottenbucherstraße exakt 32 Wohnungen entstehen zu lassen. Nach Klagen aus der Nachbarschaft musste mit der Planung jedoch von vorne begonnen werden. Inzwischen sind es noch 25 Wohnungen, die das Wohnungsbauunternehmen in zwei Gebäuden fertigstellen will. Das Grundstück ist der GmbH mit Gemeinderatsbeschluss vom 15. März in Erbbaurecht übertragen worden.  Das LRA hat sich ein Belegungsrecht gesichert. Die 25 Wohnungen auf 1400 Quadratmetern der Gemeindebau Gräfelfing eingeschlossen, ebnet der einstimmige Förderbeschluss des Kreisausschusses den Weg für insgesamt 149 Wohnungen. 

Die Baugesellschaft München-Land plant in Neubiberg (Äußere Hauptstraße) eine Anlage mit 37 Wohnungen. In der Josef Seliger-Straße in Ottobrunn sollen 87 Mietwohnungen entstehen. Die Baugesellschaft München-Land will im kommenden Frühjahr loslegen. Die Gemeindebau Gräfelfing bereits im Oktober. Die insgesamt zwei Millionen Euro Fördergelder sind unter Vorbehalt genehmigt. Insbesondere von der Wohnungsbau München-Land liegen dem Landratsamt bis auf den Förderantrag selbst keine weiteren Unterlagen vor. Aus Gräfelfing fehlen noch Dokumente zur Finanzierbarkeit des Vorhabens. Für jedes Wohnbauprojekt sehen die Förderrichtlinien des Kreises einen Maximalbetrag von 500 000 Euro vor, der in jedem Fall beantragt wurde. Da die Gemeindebau Gräfelfing die 25 Wohnungen auf zwei separate Gebäude verteilt, soll eine Million Euro fließen. Der Zuschussantrag der Wohnungsbau München-Land für Neubiberg und Ottobrunn bezieht sich auf jeweils sechs bis acht Wohnungen aus den geplanten zwei Anlagen. Andreas Sachse

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