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Lebensfroh und voller Elan: Ochmaa Göbel ist nicht nur die Ehefrau des Landrats. Sie ist selbst politisch aktiv und engagiert sich sozial.

Landrats-Gattin Ochmaa Göbel

Als First Lady mittendrin statt nur dabei

Landkreis/Gräfelfing - Sie sei sehr neugierig gewesen als Kind sagt Ochmaa Göbel (32). Und wenn der Vater daheim in der Mongolei Deutsch geredet hat, dann wollte sie unbedingt wissen, was das eigentlich heißt, was er da grade gesagt hat. Inzwischen lebt sie nicht nur seit vier Jahren inDeutschland, sondern ist als Ehefrau des Landrats auch selbst eine öffentliche Person. Die einiges zu sagen hat zum Thema Integration und sich auch für Flüchtlinge engagiert.

Von der Terrasse des Hauses des Ehepaars Göbel in Gräfelfing schaut man in den schönen Garten mit Kinderschaukel und vielen Blumen. Und hört zu, wie die 32-jährige Ochmaa Göbel von der Mongolei erzählt. Wo der Himmel so viel blauer ist als hier, nachts ist er übersät mit Sternen. 360 Tage im Jahr, sagt sie, scheint dort die Sonne. Die Hälfte der Einwohner lebt nomadisch. Ochmaa Göbel kommt aus der Hauptstadt Ulan Bator, sie hat vier Geschwister. Die Eltern arbeiteten beide als Ingenieure – und der Vater hatte dabei eben auch geschäftlich mit der DDR zu tun. Was er brauchte an Sprachkenntnissen, habe er sich selbst beigebracht. Sie mochte es, wenn er Deutsch redete, sie sagte ihm: „Wenn ich groß bin, lerne ich das auch.“ Was sie dann auch gemacht hat – wie sie überhaupt, so sieht es aus, durchaus umsetzt, was sie sich mal vorgenommen hat. Mit 18 Jahren ist sie zum ersten Mal nach Deutschland gekommen, als Au Pair in Niedersachsen. Hat dann noch ein Soziales Jahr im Krankenhaus drangehängt. Und pendelte seitdem immer wieder zwischen diesen beiden Ländern, zwischen Deutschland und der Mongolei, hin und her. In beiden, so unterschiedlich sie sein mochten, fühlte sie sich Zuhause. „Ich war schon mutig“, sagt sie heute über diese erste Zeit in der Fremde. Sie habe ja niemanden gekannt. Sich „komplett umstellen müssen“.

Letztlich hat Ochmaa Göbel nicht nur Deutsch studiert, sondern auch Internationale Beziehungen in Ulan Bator sowie Kommunikationswissenschaften in München. Ihren Mann lernte sie 2010 kennen – bei einem Termin mit Bankern und Bürgermeistern auf der Oidn Wiesn. Sie war dort, um zu übersetzen. Und fand, er war genauso, „wie ich ihn heute kenne. Er hatte nämlich keine Zeit“. War nach gefühlt zehn Minuten schon wieder weg. Trotzdem, sie muss auf ihn einen bleibenden Eindruck gemacht haben. Sonst hätte er nämlich nicht dieser Vertreterin der Hanns-Seidel-Stiftung, die Ochmaa kurz drauf in der Mongolei besucht hat, eine „Riesenbox Pralinen“ für die nette Dolmetscherin mitgegeben.

2012 heirateten die beiden, in der evangelischen Waldkirche Planegg. Und mit vielen Gästen aus der Mongolei. Sie haben zwei Buben inzwischen, und ihre letzte Prüfung für die Uni hat Ochmaa drei Tage vor der Geburt des zweiten Kindes geschrieben. „Die haben mich gar nicht erst zulassen wollen.“ Ihre Abschlussarbeit schrieb sie über Integration: „Ich musste mich ja auch selbst integrieren.“ Was ihr, wie es aussieht, bestens gelungen ist. Sehr gern erzählt sie, wie wohl sie sich im Dirndl fühlt, wie gern sie Bayern mag mit seinen Traditionen. Auch eine Schweinshaxn kann sie nicht schrecken, „die Mongolen essen auch viel Fleisch“. Sie hat hier Freundinnen gefunden und auch eine politische Heimat – in der CSU. Ist bei der Frauenunion aktiv und seit kurzem auch beim Helferkreis in Gräfelfing. Und wenn sie dann wieder mal gefragt wird, was übrigens oft vorkommt, wie sie das eigentlich aushält an der Seite eines Mannes, der nie da ist, dann sagt sie: „Ich hab ihn ja so kennengelernt.“ Und: „Das muss man akzeptieren. Sonst hat man ständig Ehekrise.“

Sie wird jetzt am Kaffeetisch ein bisschen nachdenklich. Und sagt, dass Christoph Göbel, auch wenn er Zuhause ist, gedanklich noch im Landratsamt klebt. Er könne sehr gut Lösungen finden für schwierige Probleme, bis zu diesem Frühjahr sind dem Landkreis ja 150 Geflüchtete in der Woche zugewiesen worden. Die alle versorgt, untersucht und untergebracht werden mussten. „Flüchtlinge sind Menschen wie wir alle“, sagt sie. Ihr Mann könne mit Menschen sehr gut umgehen. „Und das sage ich nicht, weil ich mit ihm verheiratet bin.“ Ansonsten begleitet sie ihn, wenn es ihr zeitlich rausgeht, auch gern mal zu Terminen. Zum 25. Geburtstag des Bürgerhauses Pullach, aber auch zu einer Flüchtlingsdiskussion. Man dürfe als Zugezogener aus einer anderen Kultur gar nicht erst anfangen, ein „Parallel-Leben“ zu führen. Sagt sie. Und lächelt.

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