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Noch im Juni werden Flüchtlinge in die neue Asylunterkunft an der Ottobrunner Straße in Höhenkirchen-Siegertsbrunn einziehen.

Weniger Flüchtlinge kommen in den Landkreis

Der Bedarf an Unterkünften bleibt

Landkreis - Der Landkreis hat die Zahl der Flüchtlinge, die bis Jahresende aufgenommen werden müssen, auf 6000 nach unten korrigiert. Ursprünglich hatte man mit 9000 gerechnet. Um aber auf Nummer sicher zu gehen, fordert das Landratsamt den Bezirk auf, weitere Unterkünfte freizugeben. Landrat Christoph Göbel (CDU) hat dazu eine Wunschliste veröffentlicht.

Obwohl seit Monaten kaum mehr Asylbewerber in den Landkreis kommen, traut Landrat Christoph Göbel (CDU) dem Frieden nicht. Für die nächste Flüchtlingswelle will der Landrat gewappnet sein. Aus diesem Grund geht Göbel auch lieber von 7500 Flüchtlingen aus, die er heuer noch wird beherbergen müssen. Abgesehen davon wird sich das Landratsamt mit Dingen wie Familienzusammenführung befassen müssen, ist Göbel überzeugt. Darüber hinaus würden Notunterkünfte geschlossen, darunter sämtliche Traglufthallen bis auf Haar. Allein für die Bewohner der Traglufthallen braucht das Landratsamt mehr als 2000 Plätze. 

Zehn solcher, auf Dauer angelegter, stabiler Unterkünfte hat die Regierung von Oberbayern in der Vorwoche vom Baustopp befreit (wir berichteten). Die insgesamt rund 1600 Plätze reichen Göbel zufolge bei weitem aber nicht aus. „Die ganze Zeit über haben wir kleinere Objekte angemietet.“ In erster Linie Wohnungen, die besonders für anerkannte Flüchtlinge „mit Familienzusammenführung“ geeignet seien. Angesichts der anhaltenden Platznot, ermuntert der Landrat Freistaat und Bezirk, zusätzliche Unterkünfte bereit zu stellen. Um Druck aufzubauen, veröffentlichte er in der Sitzung des Kreisausschusses eine Liste mit Objekten, die besonders gut zur eigenen Planung passen. 

Mit der zehn Unterkünfte umfassenden Wunschliste käme das Landratsamt auf 2800 freie Plätze. Die Anlagen sind entweder in der Planung weit gediehen oder zumindest in Bürgerversammlungen längst angekündigt worden. Göbel drückt aufs Tempo. Im Fall von Oberschleißheim, Neubiberg und Feldkirchen etwa handelt es sich um Unterkünfte, die europaweit ausgeschrieben werden mussten. Die Ausschreibungen sind beendet. Mit einer Unterschrift könnte der Landrat jederzeit den Zuschlag erteilen – darf er aber nicht wegen dem im April verhängten Baustopp. „Ich habe die Frist bis 30. Juni verlängert“, sagte Göbel. Sollte der Termin ungenutzt verstreichen, müsste das Ausschreibeverfahren wiederholt werden. Wenigstens sechs Monate gingen verloren.


Die Wunschliste

Diese Asylunterkünfte will Landrat Christoph Göbel in jedem Fall realisiert haben:

Aying: Am Bahnhof, 48 Plätze

Baierbrunn: mehrere Grunstücke 64 Plätze

Brunnthal: Englwartinger Straße, 64 Plätze

Feldkirchen: Emeran/Bodmerstraße: 69 Plätze

Haar: Peter Henlein Straße, 71 Plätze 

Neubiberg: Äußere Hauptstraße, 320 Plätze

Oberschleißheim: Am Holzgarten, 256 Plätze 

Kirchheim: Erdinger Straße 120 Plätze 

Neuried: Maxhofweg, 96 Plätze 

Ottobrunn: Haidgraben, 100 Plätze

Andreas Sachse


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