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EURO 2016 - Group C Germany vs Poland

Fans profitieren von flexiblen Arbeitszeiten

Landkreis - Fußball schauen oder arbeiten? Die Europameisterschaft in Frankreich bringt manchen Fan in die Zwickmühle. Zumal nach den bisherigen 21-Uhr-Spielen der deutschen Elf das letzte Gruppenspiel am Dienstag gegen Nordirland schon um 18 Uhr angepfiffen wird. Und bei zwei der Achtelfinals geht’s sogar um 15 Uhr los. Wir haben uns umgehört, wie Firmen es mit der EM handhaben.

Landkreis – Senf, Ketchup und Mayonnaise gehören zum Grillen wie die Holzkohle und das Steak. Für die 300 Mitarbeiter von Senf- und Soßenspezialist Develey in Unterhaching bedeutet dies: Hochsaison. Während der EM. „Das schränkt unsere Flexibilität ein wenig ein“, sagte Develey-Sprecher Volker Leonhardi. „Der Kunde steht immer im Mittelpunkt.“ Was nicht heißt, dass die Senf-Wirtschaft den Fans einen Strich durch die Rechnung macht: „Wir haben uns bemüht, möglichst flexibel auf Urlaubswünsche der Mitarbeiter einzugehen. Auch der Schichtplantausch ist sicherlich eine Option, um dem eingefleischten Fußballfan die eine oder andere Partie zu ermöglichen.“ Ums Nordirland-Spiel der DFB-Auswahl am Dienstag muss sich bei Develey allerdings niemand Sorgen machen: Das monatliches „After-Work-Grillen“ im Mitarbeiterkreis ist so gelegt worden, „dass wir das Spiel der deutschen Mannschaft gemeinsam, sozusagen als Teamevent, erleben können“, freut sich Leonhardi auf Fußball und Bratwurst, gewürzt mit dem eigenen Senf.

Auch bei den Lawinen-Experten vom Skitourenausrüster Ortovox in Taufkirchen herrscht momentan Hochbetrieb: Die Outdoor-Messe in Friedrichshafen steht unmittelbar bevor. Andererseits ist CEO Christian Schneidermeier selbst großer Fußballfan – vor zwei Jahren, bei der WM in Brasilien, gab’s sogar ein firmeninternes Public Viewing mit gemeinsamem Grillen. „Wir sind superflexibel und sehr liberal“, sagt Ortovox-Sprecher Dominik Haas. Man setze auf Eigenverantwortung: „Die Arbeit muss halt gemacht werden.“ 

Ähnlich läuft das beim Chip-Hersteller Infineon in Neubiberg, wo die 3700 Beschäftigten aus fast allen Staaten Europas kommen und das immense Interesse entsprechend auch den Spielen ohne deutsche Beteiligung gilt. „Spezielle flexiblere Arbeitszeiten für die EM-Zeit braucht es nicht am Unternehmenssitz von Infineon – hier gilt Vertrauensarbeitszeit“, sagt Monika Sonntag, Pressereferentin in der Neubiberger Unternehmenszentrale. „Jeder kann rechtzeitig zum Spielstart daheim sein.“ In der Praxis funktioniert das so, dass die Beschäftigten selbst entscheiden, wann sie zwischen 6 und 20 Uhr arbeiten. „Will man früher gehen, kann man Überstunden abbauen oder zeitiger mit der Arbeit beginnen.“ Generell, sagt Monika Sonntag, sei die Fußballbegeisterung „sehr groß“. Das spüre man auch beim internen EM-Tippspiel, an dem die weltweit über 35 000 Infineon-Mitarbeiter ihr Fußballwissen einbringen und sich miteinander messen können; etwa 6000, rund 17 Prozent der Belegschaft, machen übers Intranet mit beim Infineon-Tippspiel – und die besten 100 Experten erhalten am Ende kleine Preise. 

„Ein gewisses Maß an Flexibilität“ gönnt auch Airbus seinen 2000 Beschäftigten in Ottobrunn und Taufkirchen. Unterm Strich müsse am Ende des Tages halt die Gesamtleistung stimmen, sagt Unternehmenssprecher Ralph Heinrich: „Der Job geht natürlich vor. Aber starre Arbeitszeitmodelle mit Stempeluhr sind bei Airbus nicht angesagt – jeder kann die Gleitzeitregelung individuell nutzen.“ Und je weiter die deutsche Mannschaft komme, desto weniger relevant werde das Thema: Ab dem Viertelfinale ist Anstoß in Frankreich einheitlich um 21 Uhr. 

Noch aber sind Bundestrainer Jogi Löw und seine Spieler nicht so weit – im 18-Uhr-Spiel gegen Nordirland entscheidet sich, wer ins Achtelfinale kommt. Kein Problem für die 900 Mitarbeiter bei Gore in Putzbrunn: „Wer sich für Fußball interessiert, kann die üblichen flexiblen Arbeitszeiten nutzen“, sagt Michael Haag, Sprecher des auf wasser- und winddichte sowie zugleich atmungsaktive Textilien spezialisierten Unternehmens. Ähnlich wie Develey nimmt der globale Software-Riese Microsoft an seinem 1800 Mitarbeiter starken Standort in Unterschleißheim das Nordirland-Spiel zum Anlass für einen gemeinsamen Fußballabend: „Im Cafébereich wird eine große Leinwand aufgebaut, dazu gibt es Snacks und Getränke“, kündigt Maren Michaelis von der Unternehmenskommunikation an. 500 bis 600 Fußballfreunde werden zu diesem internen Public Viewing erwartet. Ansonsten gilt, wie vielerorts, das Prinzip des Vertrauens, sagt Michaelis: „Die Einteilung der Arbeitszeit ist jedem selbst überlassen – wir sind da äußerst flexibel.“ Na denn: Daumen drücken, dass sich die Fußball-Leidenschaft hierzulande auf die Kicker in Frankreich überträgt – und dass am Dienstagabend für Grill-Events das Wetter mitspielt. 

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